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Bank Austria mit 776 Millionen Euro Nettogewinn nach sechs Monaten - Stabiles operatives Kundengeschäft durch schwache Kreditnachfrage, niedriges Marktzinsniveau und Wechselkurseffekte belastet
- Kreditvolumen steigt trotz negativer Wechselkurseffekte im Vergleich zum Vorjahresultimo um 1,9 Prozent auf 118 Milliarden Euro, bleibt aber im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,7 Prozent zurück. Das Wachstum kommt aus Osteuropa, während in Österreich die Nachfrage stagniert
- Kundeneinlagen wachsen hingegen im Vorjahresvergleich um insgesamt 2,3 Prozent auf 96 Milliarden Euro und sind zum Vorjahresultimo mit 1,1 Prozent leicht rückläufig
- Kostenbelastung durch Bankensteuern und Finanztransaktionssteuern in Österreich und CEE wächst im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf neues Rekordniveau von 119 Millionen Euro und macht bereits 7 Prozent der Gesamtkosten aus
- Betriebsaufwendungen dank strikten Kostenmanagements und Umbau des Geschäftsmodells dennoch um 1,3 Prozent gesenkt
- Kreditrisikoaufwand in Österreich und CEE deutlich reduziert: Risikoaufwand sinkt um 35,4 Prozent auf 332 Millionen Euro
- Konzernergebnis nach Steuern mit 776 Millionen Euro um 34,3 Prozent über Vorjahr
- Hohes Primärmittelaufkommen: Kundenkredite sind durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen mehr als gedeckt. Loan/Direct Funding Ratio bei konservativen 94,1 Prozent
- Gesamtkapitalquote auf 13,8 Prozent verbessert, harte Kernkapitalquote Common Equity Tier 1 bei exzellenten 11,0 Prozent
Bank Austria Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko: „Wir haben ein gutes zweites Quartal gehabt und konnten unseren Gewinn im ersten Halbjahr dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Dieses Ergebnis ist primär das Resultat unseres strikten Kosten- und exzellenten Risikomanagements und darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir strukturell vor unverändert großen Herausforderungen stehen. So konterkarieren die um 17 Prozent erhöhten Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern zunehmend unsere Sparbemühungen und zugleich stellen uns das anhaltend niedrige Marktzinsumfeld sowie die verhaltene Kreditnachfrage ertragsseitig weiterhin vor Herausforderungen. Wir erledigen unsere Hausaufgaben und kommen mit dem Umbau unseres Geschäftsmodells, das auf die deutlich veränderten Kundenerwartungen reagiert, sehr gut voran. Aber zugleich braucht es auch dringend Wachstumsimpulse seitens der Wirtschaftspolitik und mehr politisch induzierten Optimismus in der Bevölkerung und bei den Wirtschaftstreibenden, der nur durch entschlossenes Durchbrechen des Reformstaus erzielbar sein wird. In diesem Zusammenhang wäre es auch vernünftig, das Osteuropa-Engagement der heimischen Banken – bei allen aktuellen Herausforderungen – nicht systematisch krank zu reden, sondern als das anzuerkennen, was es ist: eine Erfolgsgeschichte, von der sowohl unsere osteuropäischen Nachbarstaaten als auch unsere Volkswirtschaft massiv profitiert haben und weiter profitieren werden!“
Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Trotz des weiterhin bestimmenden Niedrigzinsumfelds blieb der Nettozinsertrag mit 1.708 Millionen Euro auch im ersten Halbjahr dieses Jahres die wichtigste Ertragsstütze und lag mit 0,5 Prozent nur unwesentlich unter dem Vorjahreswert (1-6 2013: 1.716 Millionen Euro), was wechselkursbedingt ist. Zu konstanten Wechselkursen konnte der Nettozinsertrag um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.
Dividenden und ähnliche Erträge aus At-equity-Beteiligungen blieben mit 224 Millionen Euro um 27,6 Prozent unter dem Vorjahr (1-6 2013: 310 Millionen Euro), was auf einen geringeren Ergebnisbeitrag in der Türkei aufgrund neuer regulatorischer Vorgaben zurückzuführen ist.
Der Provisionsüberschuss entwickelte sich abermals positiv und legte gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,6 Prozent auf 675 Millionen Euro zu (1-6 2013: 671 Millionen Euro).
Das Handelsergebnis hingegen sank gegenüber der Vorjahresperiode um 20,3 Prozent auf 250 Millionen Euro (1-6 2013: 313 Millionen Euro).
In Summe lagen die Betriebserträge mit 2.907 Millionen Euro um 4,4 Prozent unter der Vorjahresperiode (1-6 2013: 3.041 Millionen Euro). Zu konstanten Wechselkursen zeigt sich eine stabile Ertragsentwicklung gegenüber dem Vorjahr.
Die Betriebsaufwendungen sanken dank des strikten Kostenmanagements und trotz weiter gestiegener Kostenbelastung durch Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern um 1,3 Prozent (zu konstanten Wechselkursen: plus 1,1 Prozent) auf 1.657 Millionen (1-6 2013: 1.679 Millionen Euro).
In Summe belasteten Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern in Österreich und CEE die Bank Austria Gruppe kostenseitig mit 119,3 Millionen Euro, was einer Steigerung von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (1-6 2013: 102,0 Millionen Euro). Mittlerweile machen die Kosten für Bankenabgaben und FinanzÂtransaktionsÂsteuern bereits 15,6 Prozent der Verwaltungsaufwendungen und 7,2 Prozent der gesamten Kosten aus.
In Österreich belief sich die Kostenbelastung aus der Bankenabgabe auf insgesamt 61,9 Millionen Euro. In CEE addierten sich Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern (in Ungarn und Slowenien) auf 57,4 Millionen Euro, wovon 50,8 Millionen Euro in Ungarn, 3,3 Millionen in der Slowakei, 1,6 Millionen Euro in Slowenien und 1,7 Millionen Euro in Rumänien anfielen.
Das Betriebsergebnis lag mit 1.250 Millionen Euro um 8,2 Prozent unter dem Vorjahr, was primär auf die Wechselkurseffekte zurückzuführen ist, denn wechselkursbereinigt liegt es nur 1,3 Prozent unter der Vorjahresperiode (1-6 2013: 1.362 Millionen Euro). Berücksichtigt man auch die gestiegenen Kosten für Bankenabgaben und Finanztransaktionssteuern, ergibt sich sogar ein leichtes Plus und damit eine stabile Entwicklung im operativen Kundengeschäft.
Der Kreditrisikoaufwand fiel in den ersten sechs Monaten 2014 mit 332 Millionen Euro um 35,4 Prozent niedriger aus als in der Vergleichsperiode (1-6 2013: 514 Millionen Euro). Im österreichischen Kundengeschäft sank der Risikoaufwand aufgrund erhöhter Rückführungen aus wertberichtigten Krediten und geringerer Neuvolumina an Problemkrediten um 72,4 Prozent deutlich auf 32 Millionen Euro (1-6 2013: 115 Millionen Euro). In Zentral- und Osteuropa reduzierte sich der Kreditrisikoaufwand um 24,9 Prozent ebenso deutlich auf 300 Millionen Euro (1-6 2013: 400 Millionen Euro), was auf erhöhte Rückführungen in einigen Ländern, wie insbesondere in Kroatien, zurückzuführen ist. Insgesamt sanken die Risikokosten (Kreditrisikoaufwand gemessen an den durchschnittlichen Kundenforderungen) im Vorjahresvergleich von 86 auf 58 Basispunkte.
Das Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand, das als zentrale Kennzahl die Performance im operativen Geschäft darstellt, legte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 8,2 Prozent (wechselkursbereinigt: plus 17,6 Prozent) auf 918 Millionen Euro deutlich zu (1-6 2013: 848 Millionen Euro).
Die nicht-operativen Erträge/Aufwendungen zwischen Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand und Ergebnis vor Steuern summierten sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf plus 17 Millionen Euro, während in der Vorjahresperiode ein Minus von 105 Millionen Euro zu verbuchen war. Im Wesentlichen ist dies darauf zurückzuführen, dass die Rückstellungen mit 31 Millionen Euro deutlich niedriger als im Vorjahr dotiert werden mussten (1-6 2013: 97 Millionen Euro), wobei hier vor allem für die jüngsten Maßnahmen in Zusammenhang mit den Fremdwährungskrediten in Ungarn vorgesorgt werden musste. Darüber hinaus schlugen sich im Finanzanlageergebnis die Erlöse aus Immobilienverkäufen positiv zu Buche, die bereits im ersten Quartal dieses Jahres gebucht worden waren.
Das Ergebnis vor Steuern lag im ersten Halbjahr 2014 mit 935 Millionen Euro um 25,8 Prozent über dem Vorjahreswert (1-6 2013: 743 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 29,1 Prozent auf 809 Millionen Euro (1-6 2013: 626 Millionen Euro). Nach Abzug der Anteile im Fremdbesitz sowie der Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte stieg das Konzernergebnis nach Steuern um 198 Millionen Euro oder 34,3 Prozent auf 776 Millionen Euro (1-6 2013: 578 Millionen Euro).
Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:
- Die Cost/Income-Ratio lag unter Herausrechnung der Bankensteuer bei 53,7 Prozent
(1-6 2013: 52,4 Prozent)
- Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsüberschusses) sank auf 17,2 Prozent (1-6 2013: 25,4 Prozent)
- Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) stieg auf 13,8 Prozent.
· Die Kernkapitalquote Common Equity Tier 1 beträgt 11,0 Prozent (bezogen auf alle Risiken)
Francesco Giordano, Finanzvorstand der Bank Austria: „Die Bank Austria verfügt über eine sehr solide und gesunde Bilanzstruktur: So beläuft sich unsere Gesamtkapitalquote auf 13,8 Prozent und unsere Kernkapitalquote Common Equity Tier 1 auf exzellente 11,0 Prozent. Zugleich konnten wir die Leverage Ratio[2] auf sehr konservative 11,6x weiter senken, was sowohl unsere gute Eigenkapitalausstattung als auch unser konservatives Geschäftsmodell widerspiegelt. Zugleich konnten wir dank des Einlagenzuwachses und drei erfolgreicher Emissionen auch unsere Liquiditätsposition weiter verbessern. So beläuft sich die Loan/Direct Funding Ratio auf 94,1 Prozent. Das heißt, dass unsere Kundenforderungen durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen mehr als gedeckt sind.“
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