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KA Finanz veröffentlicht das Halbjahresergebnis 2014
- EUR 2,3 Mrd. oder 26,5 % Risikoabbau im ersten Halbjahr 2014;
Portfoliostand damit EUR 6,5 Mrd.
- EUR 23,5 Mrd. bzw. 78,3 % des Anfangsportfolios bisher abgebaut
- Verbessertes Risikobild im Restportfolio; 84,2 % Investmentgrade
- Ausgeglichenes Halbjahresergebnis
Die KA Finanz AG (KF) hat heute das Halbjahresergebnis 2014
vorgelegt. Im ersten Halbjahr wurde das günstige Marktumfeld genutzt,
um Risikopositionen im Ausmaß von insgesamt EUR 2,3 Mrd. oder 26,5 %
seit Ultimo 2013 weiter abzubauen. Der Schwerpunkt der Abbaumaßnahmen
lag mit EUR 1,6 Mrd. auf dem CDS-Portfolio. Mit Ausnahme von EUR
478,8 Mio. Risiko der Republik Österreich sowie EUR 13,0 Mio. Risiko
einer italienischen Provinz wurde damit das Risiko aus dem
CDS-Portfolio völlig eliminiert; dieses hatte zu Beginn der
Restrukturierung EUR 12,2 Mrd. betragen. Insgesamt wurden damit seit
Beginn der Restrukturierung 78,3 % oder EUR 23,5 Mrd. des
Anfangsportfolios der KF von EUR 30 Mrd. abgebaut. Das zum 30. Juni
2014 verbleibende Portfolio von EUR 6,5 Mrd. zeigt ein ausgeglichenes
Risikobild mit EUR 5,5 Mrd. bzw. 84,2 % Investmentgrade, davon EUR
1,8 Mrd. bzw. 28,0 % im AAA/AA-Bereich.
Ebenso konnten die Konzentrationsrisiken des Portfolios durch die
gesetzten Abbaumaßnahmen signifikant reduziert werden; das größte
souveräne Einzelrisiko, neben Österreich, betrifft zum Halbjahr 2014
Italien mit EUR 303 Mio.; Risiken in peripheren Ländern unter
EU-Stützungsmaßnahmen, welche am Beginn der Restrukturierung zum Teil
über EUR 1 Mrd. lagen, konnten wesentlich reduziert werden und
gliedern sich zum 30. Juni 2014 wie folgt: Portugal EUR 175,3 Mio.;
Spanien EUR 145,6 Mio.; Zypern EUR 130,0 Mio. (nach planmäßiger
Tilgung von EUR 33,3 Mio. am 15.7.2014); das Obligo Irland, welches
zuhöchst EUR 879 Mio. betragen hatte, konnte völlig abgebaut werden.
Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2014 beträgt EUR 7,8 Mrd.
(31.12.2013: EUR 8,2 Mrd.; 30.6.2013: EUR 9,5 Mrd.). Die KF verfügt
zum 30. Juni 2014 nach den Kapitalzuschüssen im Jahr 2013 sowie nach
realisierten Wertaufholungen aus Restrukturierungsmaßnamen über eine
solide Kapitalausstattung von EUR 590,1 Mio., davon EUR 403,6 Mio.
Common Equity Tier 1. Dies entspricht einer Eigenmittelquote von 19,9
% und einer Kernkapitalquote von 13,6 %. Damit werden die Basel
III-Kriterien plangemäß erfüllt; bei stabilen Planungsparametern
sowie ohne Auftreten neuerlicher Marktverwerfungen werden aus
heutiger Sicht keine weiteren staatlichen Kapitalzuschüsse erwartet.
Das Halbjahresergebnis ist nach geleisteten Haftungsgebühren von
EUR 10,9 Mio. sowie nach Dotierung einer allgemeinen Risikovorsorge
nach § 57 BWG von EUR 14,3 Mio. ausgeglichen.
Portfolioabbau
Das risikorelevante Obligo der KF betrug zum Halbjahresstichtag
EUR 6,5 Mrd.
Portfolio-/Risikostruktur
Das Portfolio der KF war zum 30. Juni 2014 mit EUR 5,5 Mrd. bzw.
84,2 % im Investmentgrade-Bereich (BBB oder besser) geratet; EUR 1,8
Mrd. oder 28,0 % des Gesamtexposures lagen im AAA/AA-Bereich. Die
gute Portfolioqualität spiegelt sich auch in einer geringen
Ausfallsquote wider; zum 30. Juni 2014 lag die Non Performing Loan
(NPL)-Ratio (Ausfallsdefinition gemäß Basel III) bei 2,1 %.
Die zehn größten Risiken aus souveränem Obligo, sonstigen
Gebietskörperschaften und staatsgarantierten Positionen betrugen zum
30. Juni 2014 EUR 2,6 Mrd. oder 40,4 % des Gesamtportfolios
(31.12.2013: EUR 3,7 Mrd.); insgesamt haben sich diese gegenüber dem
30. Juni 2013 von EUR 5,1 Mrd. um 48,2 % reduziert. Damit verbunden
war eine wesentliche Reduktion des Konzentrationsrisikos sowie des
Risikos an Staaten unter EU-Stützungsmaßnahmen. Die Staatsrisiken
Portugal, Spanien, Zypern konnten zum 30. Juni 2014 auf EUR 175,3,
EUR 145,6 bzw. EUR 130,0 Mio. (nach planmäßiger Tilgung einer EUR
33,3 Mio. Staatsanleihe zum 15.7.2014) reduziert werden. Portugal und
Spanien haben den EU-Rettungsschirm zudem im Mai 2014 bzw. im
November 2013 verlassen. Das vormalig hohe Obligo an Irland konnte
zur Gänze abgebaut werden. Zudem führten direkte Verhandlungen der KF
mit der Republik Zypern, basierend auf Vertragsklauseln, zu einer
signifikanten Reduktion der Restlaufzeit des Obligos. Aus sonstigen
Restrukturierungsmaßnahmen konnten im ersten Halbjahr weitere
Wertaufholungen von ca. EUR 31,4 Mio. realisiert und dadurch die
Eigenmittelbasis gestärkt werden.
Die stillen Lasten des Portfolios haben sich zum 30. Juni 2014
gegenüber dem Ultimo 2013 um 18,2 % auf EUR 753 Mio. bzw. um EUR
638,0 Mio. oder 45,9 % gegenüber dem 30. Juni 2013 reduziert. Neben
Einzelwertberichtigungen von EUR 63,5 Mio. sowie einer durch die
Republik Österreich verbürgten Forderung in Höhe von EUR 5,3 Mio.
bestanden zum 30. Juni 2014 Pauschalvorsorgen gem. § 57 Abs. 1 BWG
von EUR 73,4 Mio. sowie § 57 Abs. 3 BWG von EUR 95,0 Mio.; weiters
pauschalierte Einzelwertberichtigungen von EUR 0,8 Mio. In Summe
betrug der Risikopuffer zum 30. Juni 2014 somit EUR 238,0 Mio.
Kapitalmaßnahmen der Republik Österreich
Seit dem Ultimo 2013 wurden seitens der Republik Österreich keine
neuen Kapitalunterstützungen an die KF geleistet. Die seitens der
Republik Österreich seit November 2008 bis zum Stichtag 30. Juni 2014
geleisteten Netto-Kapitalmaßnahmen sind im ersten Halbjahr um EUR
11,4 Mio. auf EUR 2.167,3 Mio. gesunken. Der Rückgang ergibt sich aus
EUR 10,9 Mio. geleisteten Haftungsentgelten im ersten Halbjahr 2014
sowie einer tilgungsbedingten Reduktion der ausstehenden
Bundesbürgschaft ohne Beanspruchung der Republik Österreich um EUR
0,5 Mio. auf EUR 5,3 Mio.
Für die geleisteten Kapitalmaßnahmen aus der
Kapitalisierungsvereinbarung vom 17. November 2009 stehen der
Republik Österreich aus einem Besserungsrecht zum Stichtag 30. Juni
2014 zukünftige Jahresüberschüsse bzw. zukünftige Liquidationserlöse
im Ausmaß von EUR 1.216,4 Mio. vorrangig vor sonstigen Genussrechten
und Eigenkapitalinstrumenten zu.
Haftungsentgelte
Im ersten Halbjahr 2014 hat die KF Haftungsentgelte im Ausmaß von
EUR 10,9 Mio. geleistet; davon EUR 7,4 Mio. für das staatsgarantierte
Commercial-Paper-Programm, EUR 3,2 Mio. für verbleibende
Emissionsgarantien sowie EUR 0,3 Mio. für die Bundesbürgschaft der
Republik Österreich. Insgesamt bezahlte die KF seit Übernahme durch
die Republik Österreich bis 30. Juni 2014 Brutto-Haftungsentgelte von
EUR 673,2 Mio. Nach Abzug der von der Republik Österreich bis Ende
2011 geleisteten Restrukturierungsbeiträge in Höhe von EUR 210,0 Mio.
ergeben sich Netto-Haftungsentgelte von EUR 463,2 Mio.
Liquidität
Zum 30. Juni 2014 betrug das Refinanzierungsvolumen der KF (ohne
Eigenmittel) insgesamt EUR 6,5 Mrd. (31.12.2013: EUR 6,9 Mrd.); davon
wurden EUR 4,6 Mrd. (31.12.2013: EUR 3,8 Mrd.) bzw. 70,2 %
(31.12.2013: 55,0 %) unabhängig von direkten staatlichen
Unterstützungsmaßnahmen aufgebracht. Der Schwerpunkt der
Refinanzierungstätigkeiten der KF lag, den Parametern des
Restrukturierungsplanes entsprechend, auf kurzfristigen
Refinanzierungen. Insgesamt waren zum Stichtag EUR 6,2 Mrd.
(31.12.2013: EUR 5,2 Mrd.) kurzfristige Refinanzierungen,
insbesondere Commercial Paper, EZB-Tender, Geldmarkteinlagen und
Repo-Refinanzierungen aushaftend. Das langfristige
Refinanzierungsvolumen betrug zum 30. Juni 2014 EUR 0,3 Mrd.
(31.12.2013: EUR 1,8 Mrd.).
Im ersten Halbjahr 2014 konnten EUR 1,2 Mrd. Anleihen, welche nach
dem IBSG (Interbankmarktstärkungsgesetz) unter Garantie der Republik
Österreich begeben worden waren, ohne Beanspruchung der Republik
Österreich plangemäß getilgt werden. Damit bestehen zum
Halbjahresultimo keinerlei ausstehende IBSG-Anleihen, welche zuhöchst
EUR 8,5 Mrd. betragen hatten. Es verbleibt eine EUR 3,0 Mrd.
Rahmengarantie für ein Commercial-Paper-Programm der KF unter dem
FinStaG (Finanzmarktstabilitätsgesetz), welches einen wesentlichen
Beitrag zur kostengünstigen Refinanzierung der KF darstellt und somit
im Interesse der Gesellschaft sowie der Eigentümer liegt. Diese
Garantie hat keinen Eigenkapitalcharakter und ist daher nicht unter
Kapitalmaßnahmen zu rechnen; mit einer Beanspruchung wird ebenso wie
bei bisherigen Liquiditätsgarantien nicht gerechnet.
Ertragslage
Das erste Halbjahr 2014 zeigte eine positive Ergebnisentwicklung.
Das Zinsergebnis war erstmals seit Beginn der Spaltung im Jahr 2009
positiv und betrug EUR 4,7 Mio. (HJ 2013: EUR -11,1 Mio.); dies
resultiert vor allem aus deutlich verbesserten Refinanzierungskosten,
auch in Folge der expansiven Geldpolitik der EZB.
Das Provisionsergebnis betrug im ersten Halbjahr 2014 EUR -12,9
Mio. (HJ 2013: EUR -28,6 Mio.) und enthielt die besagten EUR -10,9
Mio. Haftungsentgelte (HJ 2013: EUR -22,6 Mio.) für Bürgschaften und
Emissionsgarantien an die Republik Österreich. Diese haben sich in
Folge der Reduktion der Bundesbürgschaft sowie der vollständigen
Rückführung der unter dem IBSG begebenen Liquiditätsgarantien der
Republik Österreich deutlich reduziert.
Das Ergebnis aus Bewertungen und Realisierungen in Höhe von netto
EUR 12,9 Mio. resultiert vor allem aus realisierten Wertaufholungen
im Portfolioabbau (EUR 31,4 Mio.) sowie der Dotierung der Allgemeinen
Risikovorsorge gem. § 57 BWG von EUR 14,3 Mio.
Bei einem um EUR 0,9 Mio. oder 11,3 % reduzierten
Verwaltungsaufwand resultiert in Summe ein Halbjahresergebnis von
Null.
Rating
Die KF verfügt von der Rating-Agentur Fitch über ein langfristiges
Rating von A+ (Negative Outlook) und ein kurzfristiges Rating von
F1+. Der Rating-Outlook von Fitch beruht auf einer übergreifenden
Ratingaktion für 18 Banken im EU-Raum und wurde mit der
fortschreitenden Umsetzung der Bank Recovery and Resolution Directive
(BRRD) begründet, deren tatsächliche Ausgestaltung noch der Umsetzung
in nationales Recht unterliegt.
Standard & Poor’s (S&P) vergibt ein langfristiges Rating von A und
ein kurzfristiges Rating von A-1. Beide Ratings stehen auf Credit
Watch Negative. Der Credit Watch Negative wurde von S&P gemeinsam für
sechs weitere österreichische Emittenten in Folge einer von der
Bundesregierung eingebrachten und seither beschlossenen
Gesetzesvorlage bezüglich der nachrangigen Verbindlichkeiten eines
österreichischen Kreditinstituts vergeben.
Das staatsgarantierte Commercial-Paper-Programm wird von S&P mit
A-1+ und von Fitch mit F1+ bewertet.
Ausblick
Für das zweite Halbjahr 2014 wird grundsätzlich mit dem
Fortbestand der expansiven Geldpolitik der EZB gerechnet und, daraus
abgeleitet, mit einer fortgesetzt freundlichen Marktlage.
Gleichzeitig stellen eine gedämpfte Wachstumsdynamik im EU-Raum, bei
gleichzeitig gestiegenen politischen Risiken, potenzielle
Negativszenarien dar, welche die bisher teilweise ausgeprägte
Marktverbesserung negativ beeinträchtigen könnte.
Die KF wird, wie bisher, den risikomindernden Abbau des Portfolios
unter Beachtung der Marktgegebenheiten fortsetzen, wobei sich die
bisherige Abbaudynamik verlangsamen wird, da fortgesetzte
Wertaufholungspotenziale weniger verfügbar sein werden und keine
signifikanten tourlichen Tilgungen im Portfolio auftreten. Im zweiten
Halbjahr 2014 werden EUR 174 Mio. zur Tilgung fällig; im Jahr 2015
insgesamt EUR 233 Mio. mit weiteren EUR 548 Mio. im Jahr 2016, EUR
670 Mio. im Jahr 2017 sowie EUR 712,7 Mio. im Jahr 2018, sodass Ende
2018 ohne zusätzliche Abbaumaßnahmen ein Portfoliostand aus
Wertpapieren, Darlehen, CDS und Haftungen von EUR 3,5 Mrd. erreicht
sein wird.
Für das Gesamtjahr 2014 erwartet die KF bei stabiler Marktlage und
reduzierter Refinanzierungskosten sowie nach erheblichen
Wertaufholungen im ersten Halbjahr ein ausgeglichenes
Gesamtjahresergebnis. Entsprechend der Ad-hoc-Meldung der KF vom 17.
November 2009 gemäß § 48b Börsegesetz ergeben sich daraus, sowie aus
der vorrangigen Verwendung allfälliger Überschüsse zur erforderlichen
Bedienung der Besserungsscheinverpflichtung für das Geschäftsjahr
2014, in absehbarer Zukunft keine Ausschüttungen auf gewinnabhängige
Instrumente.
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