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Ruhiges Fahrwasser
Nach dem Maßnahmenpaket der EZB vergangene Woche befinden sich die Märkte in relativ ruhigem Fahrwasser. Die Zentralbank wird weiterhin und noch mehr billiges Geld zur Verfügung stellen, Banken die Geld über Nacht bei der EZB parken müssen „Strafzinsen“ zahlen und langfristige Kredite gibt es für Geldinstitute zum Nulltarif. Diese Niedrigzinspolitik lässt auch die Zinsen für Staatsanleihen fallen. Mittlerweile liegt die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen Spaniens bei nur noch 2,58 Prozent, Italien zahlt für Papiere gleicher Laufzeit 2,784 Prozent. Auch Portugal und Griechenland profitieren mit 3,22 bzw. 5,47 Prozent deutlich von den niedrigen Zinsen. Durch die mehr oder weniger nicht mehr vorhandenen Zinsen (Nullzins), sind Investoren bereit in risikoreichere Papiere zu investieren. Ungewöhnlich an der aktuellen Situation ist, dass die Renditen von US-Staatsanleihen mittlerweile teilweise höher sind als die der europäischen Krisenländer. Die Vereinigten Staaten mit besserer Bonität müssen also mehr für die Liquiditätsbeschaffung bezahlen als zum Beispiel Spanien.
Die Weltbank gab gestern eine Änderung ihrer Prognose des weltweiten Wirtschaftswachstums bekannt. Statt wie im Jänner verlautbart 3,2 Prozent, werden nur noch 2,8 Prozent Wachstum für das laufende Jahr erwartet. Als Begründung für diese negative Einschätzung werden der letzte lange und harte Winter in den Vereinigten Staaten und der andauernde Konflikt in der Ukraine angegeben. Auch der Konjunktureinbruch in China und den Entwicklungs- sowie Schwellenländern, gibt bei der Weltbank Anlass zur Sorge.Â
Am Devisenmarkt gibt es keine Neuigkeiten. Für einen Euro sind rund 1,3540 Dollar zu bezahlen, 102,10 Yen werden für einen Dollar getauscht und der Schweizer Franken notiert bei 1,2180 zum Euro.
Die Börsen zeigen sich ebenfalls relativ unverändert. Die Schlusskurse sind wie folgt: Dax 9.949,81, Dow Jones 16.843,88, Nikkei 14.961,51.
Am Rohölmarkt wurde die offizielle Fördermenge des Ölkartells mit 30 Millionen Barrel pro Tag erwartungsgemäß bestätigt und so notiert ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Lieferung Juli) bei 110,54 Dollar, das amerikanische WTI (Juli) wird bei 104,72 Dollar gehandelt. Gold wechselt um 1262 Dollar je Feinunze den Besitzer.
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