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Das Wochenende steht vor der Tür
Mit Blick auf die EZB-Ratssitzung in der kommenden Woche sind vor allem die Inflationszahlen in Spanien und Italien von Interesse. Die Jahresveränderungsraten lagen zuletzt auf tiefen Niveaus. Nicht nur die Lebensmittel- und Energiepreissteigerungen habennachgelassen, auch die Servicepreise weisen sehr niedrige Raten auf. Diese folgen mit einer großen zeitlichen Verzögerung der Geschäftsaktivitäten in dem Sektor. Die im Trendsteigenden Einkaufsmanagerindizes des Dienstleistungsgewerbes deuten somit mittelfristig auf eine Wende der Inflationsrate hin. Zwar ist 2015 im Trend mit einer höheren Teuerung zu rechnen und Deflationsangst nicht angebracht, die EZB dürfte den aktuellen Datenkranz aber nutzen, um weitere Lockerungen zu rechtfertigen. Die heutigen Daten dürften mit anhaltend niedrigen Jahressraten dem wohl nicht entgegenstehen. In den USA ist der Blick ebenfalls auf die Teuerung zu richten. Mit dem PCE-Kerndeflator wird das bevorzugte Inflationsmaß der Fed veröffentlicht. Die Jahresrate zieht zwar an, liegt voraussichtlich mit 1,4 % aber noch deutlich vom Fed-Ziel bei 2,0 % entfernt.
Die Inflationsrate in Japan ist im April auf 3,4% nach oben gesprungen. Japanischen Unternehmen scheinen die Mehrwertsteuererhöhung nicht für umfangreichere Preiserhöhungen zu nutzen. Die nationalen Daten für den Monat April, zeigen, dass nur knapp 60% der Belastung durch die höhere Steuer unmittelbar an die Konsumenten weitergereicht wurde. Das liegt leicht unter der Faustregel der Ökonomen, die normalerweise mit zwei Dritteln kalkulieren. Insgesamt ist die Steuererhöhung damit noch nicht einmal zu 75% weitergegeben. Und in den nächsten Monaten wird wenig dazukommen. Die heutigen Daten sagen nichts darüber aus, inwieweit es zu Sekundär- und Zweitrundeneffekten in der japanischen Wirtschaft kommen wird, allerdings wird deutlich, dass sich die Unternehmen in Japan nach wie vor sehr schwer tun, die Preise anzuheben. Umfangreichere Sekundär- und Zweitrundeneffekte sind damit nicht sehr wahrscheinlich. Die Regierung unter Premierminister Shinzo Abe aber hat sich einer höheren Teuerung verschrieben. Die heutigen Daten sind damit ein Hinweis, dass die Bank of Japan mittelfristig noch expansiver werden muss.
Am Rohölmarkt hat es vor dem Wochenende zunächst wenig Bewegung gegeben. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli 110,04 US Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI liegt derzeit bei 103,37 Dollar. Starke Impulse wurden aus dem Handel nicht genannt. Am Donnerstag hatte sich amerikanisches Öl verteuert, obwohl die landesweiten Vorräte nach neuen Zahlen gestiegen waren. Im wichtigen Auslieferungsort Cushing, wo Verpflichtungen aus Handelskontrakten erfüllt werden, fielen die Bestände jedoch weiter zurück.
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