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Ifo Weltwirtschaftsklima minimal verschlechtert
Der ifo Index für die Weltwirtschaft ist von 103,2 auf
102,3 Punkte gesunken. Die Einschätzung zur aktuellen Lage bleibt konstant
zufriedenstellend. Der wirtschaftliche Ausblick für die nächsten sechs
Monate trübte sich leicht ein, bleibt aber insgesamt freundlich. Die
WES-Experten erwarten für dieses Jahr für die Welt 2,5 Prozent
Wirtschaftswachstum. Für Europa prognostizieren sie 1,6 Prozent, für
Nordamerika 2,5 Prozent. In Lateinamerika dürfte die Expansion dagegen mit
2,3 Prozent und in Asien mit 3,7 Prozent hinter den hohen Wachstumsraten
der jüngeren Vergangenheit zurückbleiben. Die Weltkonjunktur ist
aufwärtsgerichtet, zeigt aber wenig Dynamik.
Die Krise in der Ukraine hinterlässt deutliche Spuren in den Umfragedaten
für Russland und der Ukraine. In Russland trübten sich die Erwartungen
für die nächsten sechs Monate deutlich ein. Die Experten in Russland
erwarten lediglich 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr.
Für die Ukraine wird eine Schrumpfung von 2,5 Prozent prognostiziert.
Hinter der Stabilisierung des Weltwirtschaftsklimas verbergen sich
unterschiedliche Tendenzen: Während insbesondere die Länder Nordamerikas
und Europas wieder Tritt gefasst haben, scheint sich das Expansionstempo
in
den asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern zu verlangsamen.
So stieg der ifo Index für Nordamerika um 5,0 Punkte, vor allem aufgrund
verbesserter Erwartungen. In Europa verzeichnete der Index einen nicht
ganz
so ausgeprägten Anstieg um 1,9 Punkte. Hier war die positivere
Lagebeurteilung ausschlaggebend, während die Erwartungen etwas nachgaben.
In Asien (Rückgang des Indikators um 7,9 Punkte), Lateinamerika (-4,6) und
den GUS-Staaten (-8,3) trübten sich beide Komponenten des
Wirtschaftsklimas ein.
Die Inflationserwartungen sind weltweit moderat, mit Ausnahme von
Lateinamerika und dort insbesondere Argentinien und Venezuela.
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