|
Dienstleister verzeichnen im April verstärkte Geschäftszuwächse
- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 54.7 (2-Monatshoch; März 53.0)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 56.1 (2-Monatshoch; März 54.3)
Die Umfragedaten für April wiesen für den Dienstleistungssektor sowohl bei der Geschäftstätigkeit als auch bei den Neuaufträgen erhöhte Zuwächse aus. Auch die Verkaufspreise stiegen im Durchschnitt an, wenngleich so geringfügig wie seit letztem September nicht mehr. Ihre Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist schätzen die Dienstleister weiterhin insgesamt sehr positiv ein.
Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit signalisierte im April den elften
Anstieg der Geschäftstätigkeit in Folge. Mit 54.7 Punkten liegt der aktuelle Wert dabei nicht nur höher als im März (53.0) sondern auch über dem Durchschnitt für das erste Quartal (54.0). Der Aufwärtstrend erstreckte sich auf alle sechs von der Umfrage erfassten Dienstleistungsbereiche.
Auch für die Privatwirtschaft insgesamt fiel das Wachstum im April höher aus als im März, wie der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion zeigt. Der Index, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor in einem Wert bündelt, kletterte binnen Monatsfrist von 54.3 auf 56.1 Punkte und erreichte damit den zweit-höchsten Stand seit fast drei Jahren. Zudem schloss er nur 0.2 Punkte unter seiner Vorabschätzung. Das Beschäftigungsniveau der Privatunternehmen nahm im April saldiert ebenfalls zu, so dass sich der Stellenausbau nunmehr auf sechs Monate ausgedehnt hat.
Der jüngste Wachstumsschub im Dienstleistungssektor speist sich primär aus einer verstärkten Zunahme der Neuaufträge. Diese hatten gegenüber März dank einer erfolgreichen Kundenakquise der Unternehmen ebenfalls zugelegt. Das größte Plus verzeichnete der Bereich Hotels & Gaststätten, gefolgt von Transport & Lagerhaltung.
Ermutigt durch die vermehrten Auftragseingänge nahmen die Dienstleistungsunternehmen zusätzliche Mitarbeiter unter Vertrag. Der Beschäftigungsaufbau setzte sich daher den sechsten Monat in Folge fort, wobei die Einstellungsrate gegenüber März noch zunahm und auch über ihrem Langzeit-durchschnitt lag.
Zugleich verringerten sich die Auftragsbestände der Dienstleister weiter, was darauf hinweist, dass deren Potential noch nicht ausgeschöpft ist. Einige der Befragten hatten nach eigenen Angaben ganz gezielt auf eine Abarbeitung der Auftragspolster hingearbeitet.
Derweil fiel der Anstieg der Unternehmenskosten so gering aus wie seit einem Jahr nicht mehr. Ausschlaggebend hierfür waren zum Teil Kosteneinsparungen bei Großaufträgen, aber auch geringere Treibstoffpreise beeinflussten die Entwicklung maßgeblich. Gestiegene Personalausgaben sorgten indes dafür, dass die Kostenlast der Dienstleister insgesamt zunahm.
Ihre Verkaufspreise hoben die Dienstleister im April nur marginal an. Einige Unternehmen senkten die Preise sogar, um mehr Kunden anzulocken. Insgesamt verteuerten sich die Dienstleistungen weniger als in den sechs Vormonaten.
Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Dienstleister mit Geschäftszuwächsen. Eigenen Angaben zufolge gründet sich ihr Optimismus hauptsächlich auf dem globalen Konjunkturaufschwung, den erhöhten Auftragseingängen und der gestiegenen Kundenzuversicht.
Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kom-mentiert die finalen Markit-Indizes:
„Die Aprildaten weisen für den deutschen Dienstleistungssektor eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs aus. Die Wachstumsrate zog dabei gegenüber dem Vormonat an und lag ferner über dem Durchschnitt für das erste Quartal. Auch die Neuaufträge nahmen vermehrt zu und lassen darauf schließen, dass der Dynamikverlust im März nur vorübergehender Natur war.
Im Hinblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung blieben die Unternehmen optimistisch und stellten zusätzliche Mitarbeiter ein um die verstärkte Nachfrage bedienen zu können. Der Beschäftigungsaufbau auf privatwirtschaftlicher Ebene sollte sich positiv auf die Arbeitsplatzsicherheit auswirken und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen seitens der Privathaushalte kräftigen.“
|