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Bank Austria Konjunkturindikator: Trotz höherer Risiken aus Schwellenländern: Wirtschaftswachstum
von 2 Prozent 2014 in Reichweite
- Bank Austria Konjunkturindikator steigt im März leicht auf 1,0 Punkte:
Industriestimmung in Österreich trotzt Krim-Krise und Wachstumssorgen in China,
Zuversicht der Verbraucher steigt moderat
- Erholung im Euroraum, aber etwas Gegenwind aus Schwellenländern. Trotzdem
Beschleunigung im ersten Quartal 2014 mit BIP-Anstieg von rund ½ Prozent zum
Vorquartal
- Konjunkturaussichten bleiben weiter günstig: Zwar weniger Unterstützung aus
Schwellenländern, doch gefestigter Erholungskurs in Europa
- Eskalation der Krim-Krise aktuell größtes Risiko für Österreichs Wirtschaft: Trotzdem
bleibt Wachstumserwartung von rund 2 Prozent für 2014/2015 aufrecht
Die österreichische Wirtschaft befindet sich im Frühjahr 2014 weiter auf Erholungskurs. „Der
Bank Austria Konjunkturindikator stieg im März auf 1,0 Punkte. Nach dem Rückgang zum
Jahreswechsel liegt er nun fast wieder auf dem Niveau vom Herbst, konnte jedoch noch nicht
deutlicher durchstarten“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Der
Konjunkturmotor ist zwar wie erwartet angesprungen, läuft aber seit Monaten nur in niedrigen
Gängen. Angesichts der nur leichten Zunahme des aktuellen Bank Austria Konjunkturindikators
ist vorerst auch nicht von einer spürbaren Erhöhung der Drehzahl auszugehen. „Die Erholung in
ganz Europa, also auch in den Ländern an der Peripherie, festigt sich, wie von uns erwartet.
Lediglich die Unterstützung aus dem Schwellenländern fällt etwas geringer aus, daher dürfte das
Wachstum im ersten Quartal maximal ½ Prozent zum Vorquartal betragen haben“, so
Bruckbauer.
Damit war das Erholungstempo im ersten Quartal 2014 dennoch etwas höher als zum
Jahresausklang 2013, als das BIP um 0,3 Prozent zum Vorquartal zugelegt hat. Dazu
beigetragen haben die leicht zugenommene Nachfrage aus dem Ausland und der sich langsam
auflösende Investitionsstau. „Während Export- und Investitionsnachfrage im ersten Quartal
etwas unter unseren Erwartungen blieben, sorgte der private Konsum für mehr Schwung,
unterstützt durch die niedrige Inflation von durchschnittlich nur 1 ½ Prozent im Jahresvergleich“,
fasst Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl zusammen. Zudem waren zwei Sondereffekte
unterstützend spürbar: Im KFZ-Handel kam es durch die Erhöhung der Normverbrauchsabgabe
(NOVA) per 1. März 2014 zu Vorziehkäufen und die Bauwirtschaft profitierte vom milden
Winterwetter.
„Seit den schwächeren Werten zu Jahresbeginn ist der Bank Austria Konjunkturindikator wieder
im Aufwind. Die Konjunktur nimmt zwar nur langsam Fahrt auf, aber die Verbesserung vollzieht
sich auf breiter Ebene. Alle Komponenten zeigen nach oben“, gibt sich Pudschedl zuversichtlich.
Von der heimischen Industrie werden die Geschäftsaussichten mittlerweile bereits wieder
günstiger als im langjährigen Durchschnitt eingeschätzt. Insbesondere die solide
Aufwärtsentwicklung in den beiden wichtigsten heimischen Absatzmärkten, Deutschland und
Italien, hebt die Stimmung in Österreich. Darüber hinaus kommen auch aus den Ländern an der
Peripherie wieder mehr Aufträge. Nur langsam verbessert sich dagegen die Stimmung der Konsumenten. Aufgrund der anhaltend ungünstigen Arbeitsmarktdaten liegt das aktuelle
Verbrauchervertrauen noch immer unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts.
Die Ökonomen der Bank Austria sind optimistisch, dass die heimische Wirtschaft in den
kommenden Monaten noch stärker in Schwung kommen wird. „Das erste Quartal hat nicht den
Höhepunkt der Wachstumsdynamik des Jahres 2014 markiert“, ist Pudschedl überzeugt und
meint weiter: “Die Konjunkturerholung in Europa kommt gut voran und festigt sich sowohl in den
Kernländern, wie vor allem Deutschland aber auch in der Peripherie.“ Mit Fortschritten bei der
Etablierung der Bankenunion haben die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Eurokrise
weiter abgenommen, was die Rückkehr von Griechenland auf die Kapitalmärkte vor wenigen
Tagen eindrucksvoll zeigt. Die Finanzierungsbedingungen auch für die Unternehmen sind bei
anhaltend lockerer Geldpolitik der Europäischen Zentralbank weiter ausgesprochen günstig und
unterstützen Investitionen. Darüber hinaus bremst der nachlassende Sparzwang der öffentlichen
Hand in den meisten europäischen Ländern nicht mehr so stark die Nachfrage, wie in den
Vorjahren.
„Wir halten derzeit an unserer Prognose eines BIP-Wachstums von bis zu 2 Prozent im Jahr
2014 und 2015 fest. Allerdings hat sich in den vergangenen Wochen das Prognoserisiko nach
unten erhöht. Neben der Verlangsamung der Konjunktur in China rückt diesbezüglich die Krise in
der Ukraine zum größten potenziellen Störfaktor auf“, analysiert Bruckbauer. Die Krimkrise
gefährdet nicht nur die Wirtschaftsaktivität und die finanzielle Stabilität in Russland und der
Ukraine, sondern stellt im Falle einer weiteren Eskalation auch ein Risiko für die Fortsetzung der
Erholung in ganz Europa dar.
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