Konjunktur - Erholung weitet sich im März auf alle Kernländer der Eurozone aus

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Erholung weitet sich im März auf alle Kernländer der Eurozone aus



- Finaler Eurozone Composite Index: 53.1 (Flash 53.2, Februar 53.3)
- Finaler Eurozone Service-Index: 52.2 (Flash 52.4, Februar 52.6)



Rangliste nach Composite Output Index (Mär.):

Irland 59.0 85-Monatshoch
Deutschland 54.3 5-Monatstief
Spanien 54.2 2-Monatshoch
Frankreich 51.8 31-Monatshoch
Italien 51.1 3-Monatstief

Die Aussichten auf eine anhaltende Erholung haben sich im März weiter aufgehellt. Der finale Markit Eurozone Composite Index (PMI®) weist mit 53.1 Punkten den neunten Monat in Folge ein Wachstum aus, welches maßgeblich von einer sich verbessernden Marktlage und zunehmenden Neugeschäften begünstigt wurde.

Der Index schloss 0.2 Punkte unter seinem Februar-Wert und 0.1 Punkte unterhalb seiner Vorabschätzung, signalisierte insgesamt aber weiterhin ein BIP-Wachstum von 0.5 % für das erste Quartal. Im vierten Quartal 2013 waren es dagegen nur 0.3 % gewesen. Damit erlebt die Konjunktur der Eurozone derzeit den stärksten Auftrieb seit der ersten Jahreshälfte 2011.

Unter den fünf in der aktuellen Umfrage erfassten Ländern, für die Industrie- und Dienstleistungsdaten verfügbar sind, verzeichnete Irland den steilsten Anstieg, dort erreichte die Zuwachsrate ein 7-Jahreshoch. Deutschland folgte an zweiter Stelle, wenngleich der deutsche PMI auf ein 5-Monatstief nachgab. Spaniens wiedererstarktes Wachstum hatte nicht ganz gereicht, um an Deutschland vorbeizuziehen. Die größte Veränderung zeichnete sich in Frankreich ab, welches nach den Einbußen der vergangenen vier Monate wieder in die Wachstumszone aufstieg. Italien verbuchte hingegen ein 3-Monatstief.

Die Zeichen für einen fortgesetzten Konjunkturaufschwung der Eurozone stehen gut, denn die Auftragseingänge legten im März zu und die Auftragsbestände erhöhten sich leicht, wodurch auch die Geschäftstätigkeit aktuell zunahm. Zwar konnte diese Entwicklung noch keine Erholung auf dem Arbeitsmarkt bewirken, doch auch dort entspannte sich die Lage.

Das Beschäftigungsniveau der Eurozone blieb in den vergangenen vier Monaten weitgehend konstant. In Deutschland und Irland wurden saldiert neue Jobs geschaffen, während in Frankreich die seit November rollende Entlassungswelle abebbte. Seitens spanischer und italienischer Unternehmen wurden etwas mehr Arbeitsplätze abgebaut als im Vormonat. Verglichen mit weiten Strecken der letzten zwei bis drei Jahre fielen die Stellenstreichungen aber eher moderat aus.

Der Preisdruck nahm derweil im Monatsverlauf insgesamt ab. Während die Inflationsrate der Einkaufspreise auf ein 8-Monatstief sank, dehnte sich der Abwärtstrend bei den Verkaufspreisen auf zwei Jahre aus. Hierfür war vor allem der anhaltend starke Wettbewerb verantwortlich.

Servicesektor:

Der saisonbereinigte finale Eurozone Service-Index gab gegenüber seinem 32-Monatshoch von Februar leicht nach und ging von 52.6 auf 52.2 Punkte zurück. Damit zeigte er aber immer noch den achten Monat in Folge einen Geschäftsanstieg und einen der größten Zuwächse seit der ersten Hälfte 2011 an.

In Irland beschleunigte sich der Aufwärtstrend und kam nahe an das 7-Jahreshoch von Dezember heran. Frankreich erzielte nur ein leichtes Plus, was aber immer noch eine deutliche Verbesserung gegenüber den Einbußen der vergangenen vier Monate darstellt. In Deutschland verlangsamte sich das Dienstleistungswachstum gegenüber den letzten vier Monaten, während die Geschäfte in Spanien etwas anzogen. Italien fiel dagegen in den Schrumpfungsbereich zurück.

Der jüngste Anstieg im Dienstleistungssektor speiste sich vornehmlich aus einem moderaten Plus bei den Neuaufträgen, das ähnlich hoch ausfiel wie im Februar. Auch die Geschäftsaussichten* binnen Jahresfrist hellten sich auf und die Unternehmen zeigten sich so optimistisch wie seit annähernd drei Jahren nicht mehr. Die größte Zuversicht zeigten irische Unternehmen, wenngleich diese ihre Prognosen im Monatsverlauf geringfügig nach unten revidierten. Auch in Spanien und Italien hob sich die Stimmung, in Frankreich und Deutschland blieb sie beständig.

Dank der Auftrags- und Geschäftszuwächse stabilisierte sich das Beschäftigungsniveau im Dienstleistungssektor weiter. Die Entwicklung fiel jedoch je nach Land unterschiedlich aus. Während die irischen Unternehmen ihren Personalbestand abermals kräftig aufstockten, nahm sich die Rate der Neueinstellungen in Deutschland moderat aber etwas geringer aus als im Februar. In Frankreich, Italien und Spanien kam es erneut zu Stellenstreichungen. Jedoch nahm die Entlassungsrate in Frankreich und Spanien im Monatsverlauf ab, während sie in Italien stagnierte.

Die Euroländer sahen sich weiterhin einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Aus diesem Grund wurden die Verkaufspreise mit Ausnahme von Deutschland in allen erfassten Ländern saldiert abgesenkt. Damit weitete sich der deflationäre Preistrend auf 28 Monate aus.

Auch im Hinblick auf die Einkaufspreise machte sich eine Veränderung bemerkbar. Deren Inflationsrate sank auf den niedrigsten Wert seit Juni letzten Jahres. In nahezu allen Ländern entschleunigte sich der Preisanstieg, die Ausnahme bildete diesmal Italien, wo das Niveau weitgehend konstant blieb.

*Zur Bestimmung der Geschäftsaussichten werden die Umfrageteilnehmer gebeten einzuschätzen, ob die Geschäftstätigkeit binnen Jahresfrist gegenüber dem aktuellen Befragungszeitraum höher, gleich oder niedriger ausfallen wird.

Chris Williamson, Chef-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Eurozone Composite Index:

„Die finalen PMI-Daten für März runden das beste Quartal der Eurozone seit drei Jahren ab, die Umfragewerte signalisieren hierbei ein Wirtschaftswachstum von 0.5 % gegenüber dem vierten Quartal 2013.

Zudem bestätigt die Auswertung, dass die Erholung breit gefächert ist. Wachstumsmotor ist weiterhin Deutschland, dessen PMI einen Zuwachs von 0.7 % für das erste Quartal ausweist. Spanien dürfte derweil mit einem Plus von 0.5 % das beste Quartal seit sechs Jahren erlebt haben. In Italien wurde die stärkste Dynamik der letzten drei Jahre gemessen, die hierfür ermittelten Daten entsprechen einem BIP-Anstieg von 0.3 %. Frankreich hinkte erneut hinterher, sorgte aber im März für die größten Schlagzeilen, denn der französische PMI kletterte auf ein 2,5-Jahreshoch und spiegelt ein leichtes Konjunkturwachstum wider.

Ermutigend ist ferner, dass der Dienstleistungssektor so stark expandiert hat wie seit der ersten Hälfte 2011 nicht mehr. Damit verdichten sich die Anzeichen für eine auflebende Binnennachfrage. Angesichts der jüngsten Verbesserung des PMI dürfte die Erholung der Eurozone den Erwartungen der politischen Entscheidungsträger entsprechen. Sorge bereitet aber nach wie vor die Preisentwicklung. Die Verkaufspreise der Hersteller fielen zum ersten Mal seit sieben Monaten, während die Angebotspreise der Dienstleister verstärkt abgenommen haben und damit seit 28 Monaten rückläufig sind.

Die schwächelnden Preis-Indizes werden die Angst schüren, dass der Deflationsdruck inmitten einer schwachen Nachfrage und einer rekordverdächtigen Arbeitslosigkeit zunimmt. Die Umfragerückmeldungen zeigen aber auch, dass die Unternehmen nach den jüngsten Rationalisierungsmaßnahmen eine aggressivere Preispolitik betreiben, was von einer höheren Wettbewerbsfähigkeit zeugt.“




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