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Bank Austria Konjunkturindikator:
Österreichische Wirtschaft setzt Erholungskurs trotz schwächerem
Aufwind fort
- Bank Austria Konjunkturindikator steigt im Februar leicht auf 0,9 Punkte – alle
Komponenten des Indikators derzeit nach oben, kräftige Wachstumssignale fehlen aber
vorerst noch
- Positive Grundstimmung in Industrie, Konsumenten wieder mit mehr Zuversicht
- Wirtschaftswachstum um bis zu 2 Prozent 2014 mit mehr Schwung durch privaten
Konsum in Aussicht
- Stabilisierung am Arbeitsmarkt durch milden Winter, aber endgültige Trendwende erst
Mitte 2014: Arbeitslosenquote steigt 2014 auf 7,8 Prozent
- Inflation sinkt 2014 unter 2 Prozent, trotz Preisschub durch Steuererhöhungen im März
- Keine Bewegung bei EZB-Leitzins erwartet
Die österreichische Wirtschaft setzt den Mitte 2013 eingeschlagenen Erholungskurs in den
ersten Monaten des Jahres 2014 fort. „Der Bank Austria Konjunkturindikator hat im Februar 0,9
Punkte erreicht. Dieser Wert signalisiert ein moderates Wachstum der heimischen Wirtschaft.
Zudem unterstreicht die Verbesserung um 0,2 Punkte gegenüber dem Vormonat, dass der
konjunkturelle Aufwärtstrend andauert“, fasst Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer den
aktuellen Trend zusammen. Im Jahresverlauf 2013 hat die österreichische Wirtschaft moderat,
aber stetig an Schwung gewonnen und im Schlussquartal immerhin einen Anstieg des BIP um
0,3 Prozent zum Vorquartal erreicht. „Die aktuelle Entwicklung des Bank Austria
Konjunkturindikators stimmt uns optimistisch, dass im laufenden Quartal ein
Wirtschaftswachstum um rund ½ Prozent zum Vorquartal möglich sein wird. Der Aufwind ist
damit aber vorerst schwächer als in früheren Erholungsphasen“, so Bruckbauer.
Die Aufhellung des Konjunkturklimas in Österreich, die der aktuelle Anstieg des Bank Austria
Konjunkturindikators anzeigt, vollzieht sich zwar noch langsam, jedoch zeigen alle Komponenten
des Indikators derzeit nach oben. Die Stimmung unter den österreichischen Industriebetrieben
hat sich im Februar klar verbessert. Während die jüngsten Konjunkturdaten aus einigen
Schwellenländern für Verunsicherung sorgten, unterstützen das anhaltend starke Wachstum in
den USA und die fortgesetzte Erholung in Europa. Das mit dem österreichischen Handelsanteil
gewichtete europäische Industrievertrauen liegt mittlerweile spürbar über dem langjährigen
Durchschnitt. „Nicht nur die Stimmung der europäischen und vor allem der österreichischen
Industrie hat sich im Februar verbessert auch die heimischen Konsumenten haben wieder an
Zuversicht gewonnen“, nennt Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl die wesentlichen Gründe
für den Anstieg des Bank Austria Konjunkturindikators im Februar.
„Wir gehen davon aus, dass sich das Erholungstempo in Österreich bald erhöhen wird. Trotz des
moderaten Jahresbeginns ist ein Wirtschaftswachstum um 2 Prozent im Jahr 2014 erreichbar“,
meint Pudschedl. Der Aufschwung wird durch Impulse aus dem Ausland gestärkt. Die steigende
Exportnachfrage wird darüber hinaus die Investitionstätigkeit ankurbeln und auch der private
Konsum wird im späteren Jahresverlauf das Wachstum stärker unterstützen. Für 2015 erwarten
die Ökonomen der Bank Austria weiterhin einen Anstieg des BIP um 2,1 Prozent, der von allen
Nachfragekomponenten ausgewogen getragen werden wird.
Stabilisierung am Arbeitsmarkt, aber noch keine Trendwende
Trotz des bislang nur verhaltenen Konjunkturaufwinds hat sich in den ersten Monaten des
Jahres 2014 die Lage am Arbeitsmarkt zu stabilisieren begonnen. Die saisonbereinigte
Arbeitslosenquote lag im Februar bei 7,9 Prozent, unverändert seit Beginn des Winters. Eine
Entwarnung geben die Ökonomen der Bank Austria dennoch nicht, denn der milde Winter hat
das Ergebnis etwas verfälscht. „Für eine nachhaltige Trendwende am Arbeitsmarkt muss die
heimische Wirtschaft noch stärker in Schwung kommen. Wir gehen weiter davon aus, dass sich
die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt erst Mitte des Jahres ändern wird. Im Gesamtjahr
wird die Arbeitslosenquote daher sogar auf 7,8 Prozent ansteigen“, so Bruckbauer.
Niedrige Inflation 2014: Kein Zinsschritt der EZB, aber neue Fazilität möglich
Eine Folge der noch verhaltenen Konjunkturerholung ist die sehr moderate Inflationsentwicklung
der vergangenen Monate. Bedingt durch den geringen Druck von den Rohstoffpreisen und
fehlender nachfrageseitiger Impulse ist auch im Februar die Teuerung mit geschätzten 1,5
Prozent im Jahresvergleich so niedrig wie im Jänner ausgefallen. Im März werden sich die
Anhebung der Tabak- und Alkoholsteuer sowie der Normverbrauchsabgabe (NoVA)
inflationserhöhend auswirken. Im ersten Halbjahr 2014 wird die Inflation mit Werten klar unter
der Zwei-Prozent-Marke aber sehr gering bleiben. Erst im späteren Jahresverlauf ist mit dem
Anziehen der Konjunktur auch mit einem leichten Aufwärtstrend zu rechnen. Insgesamt wird die
Inflation 2014 mit 1,7 Prozent deutlich unter dem langjährigen österreichischen
Durchschnittswert liegen. Im europäischen Vergleich reiht sich die Teuerung in Österreich
jedoch am oberen Ende ein, unter anderem weil die Steuererhöhungen vom März, die Inflation
um rund ¼ Prozentpunkt anheben.
Keine Bewegung bei EZB-Leitzins erwartet
Trotz der europaweit niedrigen Inflation und der anhaltend tiefen Inflationserwartungen wird die
Europäische Zentralbank den Leitzins von aktuell 0,25 Prozent voraussichtlich nicht weiter
absenken. „Während wir keinen Zinsschritt nach unten mehr erwarten, halten wir es für möglich,
dass die EZB in den kommenden Monaten durch unkonventionelle Maßnahmen, wie eine neue
Fazilität zur langfristigen Finanzierung des Bankensektors, die Liquidität zu beeinflussen sucht.
Schließlich gilt es bei jenem Hebel anzusetzen, von dem die größte Abwärtsgefahr für das Wachstum und die Inflation ausgeht, der mangelhaften Funktionsweise des geldpolitischen
Transmissionsmechanismus“, fasst Bruckbauer zusammen.
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