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"profil"-Interview: RH-Präsident Josef Moser zu Hypo Alpe-Adria
RH-Prüfung 2005/2006 war wegen geänderter Mehrheitsverhältnisse unmöglich - RH fordert mehr Kompetenzen
In einem Interview in der Montag erscheinen Ausgabe des
Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert Rechnungshof-Präsident Josef
Moser Vorgänge in Zusammenhang mit einer 2005/2006 geplanten "Follow
up"-Prüfung der Hypo Alpe-Adria durch den RH. Dieser hatte im Zuge
einer 2002 durchgeführten Prüfung auf erhöhte Risiken in Zusammenhang
mit der Expansion der Bank hingewiesen. "Der Rechnungshof hat im
Rahmen der Prüfungsplanung 2005 Kontakt mit der Bank aufgenommen. Mit
dem Ergebnis, dass wir am 6. April 2006 ein Schreiben von der Hypo
erhalten haben, wonach die Kärntner Landesholding nunmehr lediglich
49,4 Prozent halte. Die Prüfkompetenz des Rechnungshofes sei also
nicht mehr gegeben." Das Land Kärnten habe seinen Anteil damals auf
unter 50 Prozent gesenkt, indem eine
"Mitarbeiterstiftungskonstruktion" geschaffen worden sei. "Es ist
doch bezeichnend, dass bei der Hypo die Mehrheitsverhältnisse
ausgerechnet in der Zeit verändert wurden, in der wir eine weitere
Prüfung ansetzen wollten."
Moser urgiert in diesem Zusammenhang mehr Kompetenzen für den
Rechnungshof. "Ich habe immer wieder gefordert, dass ab einer
Kernaktionärsschaft der öffentlichen Hand von 25 Prozent und einer
Aktie eine Prüfung durch einen Rechnungshof möglich sein sollte. Erst
recht, wenn Haftungen im Spiel sind. Das wurde bisher nur nie
umgesetzt." Zur laufenden Prüfung der Hypo-Notverstaatlichung sagt
Moser im "profil"-Interview: "Wir werden die Kontrollkette aus
interner Revision, Bankprüfer, Finanzmarktaufsicht und Nationalbank
genau beleuchten und gegebenenfalls Handlungsbedarf aufzeigen. Die
Kernfragen in Zusammenhang mit der Verstaatlichung der Hypo lauten:
Wer hatte wann welche Informationen? Und wer hat seine Aufgaben
möglicherweise nicht erfüllt?"
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