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Deutschland: Dienstleister bleiben im Februar im Aufwind
- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 55.9 (32-Monatshoch; Januar 53.1)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 56.4 (33-Monatshoch; Januar 55.5)
Die Auswertung der Februar-Umfrage lässt eine weitere Verbesserung der Entwicklung im Dienstleistungssektor erkennen. Sowohl die Geschäftstätigkeit als auch die Neuaufträge nahmen verstärkt zu und die Einstellungsrate erreichte den höchsten Wert seit Ende 2011. Zugleich sorgte jedoch ein Kostenanstieg für einen erhöhten Druck auf die Gewinnmargen.
Der saisonbereinigte finale Service-Index Ge-schäftstätigkeit kletterte binnen Monatsfrist von
53.1 auf 55.9 Punkte und signalisierte damit das kräftigste Wachstum seit Juni 2011. Am stärksten legten die Dienstleistungsbereiche Post & Telekommunikation und Vermittlung von Finanzdienstleistungen zu.
Das Wachstum für die gesamte Privatwirtschaft fiel im Februar indessen so hoch aus wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr, wie der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion zeigt. Der Index, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor in einem Wert zusammenfasst, stieg binnen Monatsfrist von 55.5 auf 56.4 Punkte an. Wenngleich sich der Produktionszuwachs im Industriesektor gegenüber dem Vormonat abschwächte, war die Steigerungsrate immer noch eine der höchsten seit annähernd drei Jahren. Zudem hob sich das Beschäftigungsniveau des Privatsektors den vierten Monat in Folge und so stark wie seit knapp über zwei Jahren nicht mehr.
Als treibende Kraft im Dienstleistungssektor erwies sich allgemein die vermehrte Auftragsvergabe an die Unternehmen, die in vielen Fällen auf eine erfolgreiche Kundenakquise und -pflege zurückzuführen war. Fast ein Viertel der Befragten verzeichneten im Februar einen Auftragsanstieg.
In Anbetracht der zunehmenden Auftragseingänge stockten die Dienstleister ihren Personalbestand saldiert auf. Die Einstellungsrate stieg dabei gegenüber Januar an und erreichte den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Zugleich weisen die Daten darauf hin, dass etliche Unternehmen noch über ungenutzte Kapazitäten verfügten, denn die Auftragspolster verringerten sich per Saldo den dritten Monat in Folge.
Die Kostenbelastung nahm stärker zu als in den beiden Vormonaten, was viele der Befragten auf höhere Lohn- und Energiekosten zurückführten. Da die Dienstleister versuchten, die höheren Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, nahmen in der Folge die Angebotspreise den zehnten Monat in Folge zu. Die Preiserhöhung fiel jedoch geringer aus als im Januar.
Insgesamt schätzen die Dienstleister ihre Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist weiterhin überaus positiv ein, die Stimmung war annähernd so gut wie während ihres 32-Monatshochs im Januar. Zu der hohen Zuversicht hatten nicht zuletzt die Belebung der Binnen- und Export-nachfrage sowie verstärkte Investitionen und ein verbessertes Wirtschaftsklima beigetragen.
Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:
„Die Umfragedaten für Februar senden ein weiteres positives Signal hinsichtlich der Lage der deutschen Privatwirtschaft. Die Geschäftstätigkeit hat so stark zugenommen wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr und auch die Auftragseingänge zogen gegenüber Januar an.
Zwar blieb die Industrie im Februar der Hauptmotor für das Wirtschaftswachstum, doch auch der Dienstleistungssektor schaltete einen Gang hoch und verzeichnete den größten Zuwachs seit Mitte 2011. Zugleich schritt der Stellenaufbau mit dem höchsten Tempo seit über zwei Jahren voran und die Geschäftsaussichten blieben überaus positiv. Dies bestärkt die Hoffnung, dass der Wachstumstrend auch in den kommenden Monaten anhalten wird.
Die bisherigen Umfragedaten für 2014 legen nahe, dass die deutsche Wirtschaft auf Basis des Wachstums von 0.4 % aus dem letzten Quartal weiter aufbauen wird, denn die PMI-Werte der letzten Monate zählen zu den höchsten seit fast drei Jahren.
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