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Eurozone-Industrie im Februar weiter auf Erholungskurs
- Finaler PMI für die Eurozone-Industrie bei 53.2 Punkten im Februar (Januar 54.0)
- Breitgefächerte Zuwächse bei Leistung und Auftragseingängen; Frankreich verzeichnet verminderte Einbußen
- Inflationsdruck sinkt weiter
Rangliste nach PMI®-Indexwerten (Februar)
Niederlande 55.2 2-Monatshoch
Deutschland 54.8 (Flash 54.7) 2-Monatstief
Österreich 53.0 4-Monatstief
Irland 52.9 2-Monatshoch
Spanien 52.5 46-Monatshoch
Italien 52.3 3-Monatstief
Frankreich 49.7 (Flash 48.5) 5-Monatshoch
Der finale Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (PMI) schloss im Februar mit 53.2 Punkten um 0.2 Punkte oberhalb seiner Vorabschätzung. Wenngleich er damit gegenüber seinem 32-Monatshoch von Januar leicht nachgab, wies er für die Industrie der Eurozone dennoch den achten Wachstumsmonat in Folge aus.
Der Aufwärtstrend im Februar war breit gefächert: sechs der sieben verfügbaren Länder-PMIs notierten oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze. Der griechische PMI wird am 4. März veröffentlicht.
Die Niederlande arbeiteten sich wieder auf den ersten Platz der PMI-Tabelle vor und verzeichneten ebenso wie Irland und Spanien einen stärkeren Zuwachs als im Januar. Deutschland und Österreich hielten sich in der Spitzengruppe, wenngleich sich ihre Expansionsraten im Monatsverlauf leicht verringerten. Italien setzte seinen Erholungskurs fort, wenngleich der italienische PMI auf ein 3-Monatstief rutschte.
Frankreich bildete das Schlusslicht, doch lassen sich auch hier positive Neuigkeiten vermelden: Der französische PMI kletterte gegenüber seiner Vorabschätzung von 48.5 auf 49.7 Punkte und erreichte damit zum einen ein 5-Monatshoch, zum anderen ist dieser Anstieg maßgeblich dafür verantwortlich, dass der PMI für die Eurozone-Industrie gegenüber seiner Vorabschätzung noch zugelegt hat.
Auf Niveau der Eurozone insgesamt nahmen Produktion, Export- und Gesamtauftragseingänge allesamt den achten Monat in Folge zu. Die Zuwachsraten fielen in allen drei Bereichen weiterhin robust aus, wenngleich sie gegenüber dem Vormonat leicht zurückgingen.
Alle sieben in der Februar-Umfrage ausgewiesenen Länder verzeichneten sowohl Leistungs- als auch Exportorderzuwächse. Lediglich in Frankreich verringerte sich der Gesamtauftragseingang, allerdings nicht so stark wie von der Vorabschätzung signalisiert.
Die Produktionsaussichten für die Eurozone-Industrie sind ebenfalls erbaulich, denn die Auftragsbestände nahmen zum fünften Mal hintereinander zu und die Fertigwarenlager leerten sich erneut. Die vermehrte Nachfrage und die erhöhten Auftragspolster sorgten zudem dafür, dass sich der Beschäftigungsaufbau den zweiten Monat in Folge fortsetzte.
Allerdings blieb die Einstellungsrate insgesamt weiterhin gering und fiel niedriger aus als im Vormonat. In Irland erreichte sie zwar ein 4-Monatshoch, in Spanien und Österreich ein 6,5-Jahres- bzw. 11-Monatshoch, doch in Deutschland und Italien nahm sie im Monatsverlauf geringfügig ab. In den Niederlanden wurden saldiert wieder Arbeitskräfte eingestellt, in Frankreich kam hingegen der Rotstift zum Einsatz.
Der Inflationsdruck bei den Ver- und Einkaufs-preisen ließ im Februar weiter nach. Die durchschnittlichen Einkaufspreise verringerten sich – teils aufgrund verminderter Energiepreise – zum ersten Mal seit sechs Monaten leicht. Die Entwicklung fiel jedoch je nach Land unterschiedlich aus. Während die Einkaufspreise in Deutschland und Frankreich zurückgingen, legten sie in Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich und Irland zu. Die Verkaufspreise stiegen dagegen marginal an und mit der geringsten Rate seit Oktober. Einige der befragten Unternehmen gaben an, dass sie weiterhin einem hohen Wettbewerbsdruck aus-gesetzt waren. In Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich konnten die Hersteller ihre Preise insgesamt anheben.
Chris Williamson, Chef-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit Eurozone EMI:
“Dass die PMI-Entwicklung nach einem fünfmonatigen Aufwärtstrend einen Knick erfahren hat, ist eine gewisse Enttäuschung und vergegenwärtigt, dass die Erholung der Eurozone nach wie vor nur zögerlich verläuft. Dennoch sollte man nicht übersehen, dass die Region derzeit den zweithöchsten Wert seit annähernd drei Jahren verzeichnen konnte.
Trotz des Rückgangs im Februar lässt der PMI derzeit immer noch ein robustes Produktionswachstum von 1.0 % für das erste Quartal erwarten. Dies bedeutet auch, dass die Industrie im Begriff ist, der Gesamtwirtschaft einen deutlichen Schub zu verleihen. Das BIP dürfte in den ersten drei Monaten des Jahres um 0.4-0.5 % ansteigen, sofern die Erholung im März nicht weiter an Dynamik verliert.
In Anbetracht der weiter steigenden Auftragseingänge und -bestände stehen die Zeichen für weiteres Wachstum in den kommenden Monaten gut. Da die Unternehmen angesichts der verbesserten Geschäftsaussichten dabei sind ihre Kapazitäten auszubauen, ist auch das Beschäftigungsniveau den zweiten Monat in Folge gestiegen. Allerdings liegt die Einstellungsrate nach wie vor sehr niedrig, und die Industrie wird wohl in der näheren Zukunft keinen großen Beitrag dazu leisten, die fast rekordverdächtige Arbeitslosenquote beträchtlich zu senken.
Die politischen Entscheidungsträger werden dennoch beruhigt sein, dass die Entwicklung des Produktions- und Beschäftigungsniveaus in die richtige Richtung geht und die Erholung sich immer weiter ausbreitet. Im Februar hat sich erstmals seit fast drei Jahren die Produktionsleistung in allen vier Kernländern der Eurozone erhöht: Frankreich konnte die Expansionsschwelle knapp überwinden, während die Fertigung in Deutschland ausgeweitet und in Spanien und Italien kräftig angekurbelt wurde.”
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