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Stärkstes Wachstum der Eurozone-Industrie im Dezember seit über zweieinhalb Jahren
- Finaler PMI für die Eurozone-Industrie bei 52.7 Punkten im Dezember (31-Monatshoch)
- Kein weiterer Jobabbau dank Produktions- und Auftragszuwächsen
- Anhaltend robustes Exportorderwachstum
Rangliste nach PMI®-Indexwerten (Dezember)
Niederlande 57.0 32-Monatshoch
Deutschland 54.3 (Flash 54.2) 30-Monatshoch
Österreich 54.1 2-Monatstief
Irland 53.5 2-Monatshoch
Italien 53.3 32-Monatshoch
Spanien 50.8 2-Monatshoch
Griechenland 49.6 52-Monatshoch
Frankreich 47.0 (Flash 47.1) 7-Monatstief
Das Wachstum der Eurozone-Industrie hat im Dezember weiter an Dynamik gewonnen. Dies zeigt der finale Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (PMI), der binnen Monatsfrist 1.1 Punkte auf 52.7 kletterte und damit die Vorabschätzung bestätigte.
Seit sechs Monaten expandiert die Industrie nun bereits wieder, und seit Oktober mit beschleunigter Rate. Das vierte Quartal 2013 fällt damit so gut aus wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Laut PMI dürfte der Sektor in Q4 sogar um 0.6 % auf Quartalsbasis wachsen.
Robuste oder beschleunigte Wachstumsraten vermeldeten im Dezember die Niederlande, Deutschland, Irland und Italien, während Österreichs Industrie trotz solidem Plus mit leicht verlangsamter Rate expandierte. Spanien gelang die Rückkehr in die Wachstumszone.
Relativ gute Nachrichten kamen auch aus Griechenland, wo verstärkte Produktions- und Auftragszuwächse dafür sorgten, dass der dortige PMI mit seinem Anstieg auf ein 52-Monatshoch die neutrale Wachstumsmarke von 50 Punkten nur knapp verfehlte. Frankreich sackte hingegen weiter ab, hier gab der PMI auf ein 7-Monatstief nach und signalisierte damit zum 22. Mal hintereinander Wachstumseinbußen.
Die Auftragseingänge und die Produktion legten im Dezember jeweils so stark zu wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Folglich fallen beide Durchschnittswerte im vierten Quartal auch besser aus als im Vorquartal.
Mit zum guten Auftragseingang beigetragen hat auch der robuste Zuwachs bei den Exportbestellungen. Das 6. Plus in Folge fiel annähernd so hoch aus wie zum 2,5-Jahreshoch im November. Rückläufig war die Exportnachfrage lediglich in Frankreich und Griechenland.
Dank der Zuwächse bei Produktion, Neugeschäft und Auftragsbeständen stabilisierte sich die Lage am Arbeitsmarkt in der Eurozone-Industrie im Dezember weitgehend. Deutschland, Italien und Irland vermeldeten einen Stellenaufbau, in Spanien und Griechenland verlangsamte sich der Jobabbau jeweils, und in Frankreich und Österreich gingen per Saldo jeweils mehr Arbeitsplätze verloren als im November.
Aufgrund der anziehenden Nachfrage und der gestiegenen Zuversicht wurde auch die Einkaufsmenge so stark ausgeweitet wie seit Mai 2011 nicht mehr.
Der vierte Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise in Folge fiel im Berichtsmonat so stark aus wie zuletzt im Oktober 2012. Der Langzeit-Durchschnittswert wurde jedoch nicht erreicht.
Die Verkaufspreise konnten ebenfalls zum vierten Mal hintereinander angehoben werden, diesmal sogar so kräftig wie seit 21 Monaten nicht mehr. In Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden und Irland kam es zu Preiserhöhungen, in Frankreich und Österreich blieben die Verkaufs-preise weitgehend konstant. Lediglich in Griechen-land wurden die Verkaufspreise reduziert, allerdings mit der niedrigsten Rate seit September 2011.
Chris Williamson, Chef-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit Eurozone EMI:
“Der beschleunigte Aufschwung in der Industrie trägt mit dazu bei, dass sich die Konjunkturbelebung in der Eurozone weiter festigt. Unseren jüngsten Daten zufolge dürfte die Produktionssteigerungsrate zum Jahresausklang bei fast 1 % auf Quartalsbasis liegen. Dass hinter den steigenden Verkaufspreisen eine verbesserte Preismacht der Unternehmen stecken könnte, ist umso erfreulicher.
Die weiteren Zuwächse bei Auftragseingang, Produktion und Auftragsbeständen verheißen jedenfalls einen guten Jahresauftakt 2014. So scheint es durchaus möglich, dass die Industrie auch dann entscheidende, wenngleich insgesamt nur mäßige, Wachstumsimpulse für die Konjunktur liefert.
Kritisch bleibt die Lage in Frankreich. Während Deutschland, Italien und Spanien dank unterschiedlich starker Exportorderzuwächse momentan wieder so hohe Produktionssteigerungsraten vermelden wie zuletzt Anfang 2011, gerät Frankreich immer tiefer in die Abwärtsspirale, teilweise wegen der sich vergrößernden Exportverluste. Von der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wird es maßgeblich abhängen, ob Frankreichs Industrie wieder zu den anderen Ländern aufschließen kann.”
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