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Eurozone verzeichnet im vierten Quartal 2013 dank der leichten
Konjunkturbelebung im Dezember das beste Quartal seit 2,5 Jahren
- Flash Eurozone Composite Index Produktion
bei 52.1 (Nov. 51.7); 3-Monatshoch
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 51.0 (Nov. 51.2); 4-Monatstief
- Flash Eurozone EMI™ Industrie bei 52.7
(Nov. 51.6); 31-Monatshoch
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei
54.8 (Nov. 53.1); 31-Monatshoch
Nach der Abschwächung in den beiden
Vormonaten hat sich das Wachstum der Eurozone
im Dezember wieder leicht beschleunigt. Dies zeigt
der Markit Flash Eurozone Composite Index
Produktion, der binnen Monatsfrist um 0.4 Punkte
auf 52.1 zulegte und sich damit dem 27-
Monatshoch von September annäherte. Die
Nachfrage nach Industrieerzeugnissen und
Dienstleistungen zog hingegen kräftig an und
bescherte den Unternehmen das höchste
Auftragsplus seit Juni 2011.
Mit den sechsten Produktionssteigerungen und
Auftragszuwächsen in Folge, die noch dazu beide
so hoch ausfielen wie zuletzt im April 2011, und
dem stärksten Anstieg der Exportbestellungen seit
Anfang 2011 lag die Industrie im Dezember
eindeutig vor dem Servicesektor.
Dieser wuchs zwar den fünften Monat in Folge, er
verlor aber zum dritten Mal hintereinander an
Dynamik und verzeichnete das schwächste
Geschäftswachstum seit August. Überdies fiel der
Auftragseingang hier infolge der Nachfrageflaute
innerhalb der Eurozone nur mäßig aus und
schwächte sich gegenüber November nochmals
leicht ab. Den Anbietern verbrauchernaher
Dienstleistungen machte die hohe Arbeitslosigkeit
zu schaffen.
Auch auf Länderebene liefen die Trends
zunehmend auseinander. Besonders kritisch ist der
zweite Wachstumsrückgang in Folge in
Frankreich, der noch dazu so stark ausfiel wie seit
Mai nicht mehr.
Im Gegensatz dazu verzeichnete Deutschland im
Dezember die höchste Wachstumsrate seit der
ersten Jahreshälfte 2011. Hier stieg die
Wirtschaftsleistung den achten Monat in Folge und
mit einer annähernd so formidablen Rate wie zum
29-Monatshoch im November.
In den übrigen Ländern der Eurozone verbesserte
sich die Wirtschaftskraft zum fünften Mal
hintereinander und so deutlich wie seit April 2011
nicht mehr.
Der Jobabbau fiel insgesamt so schwach aus wie
nie seit Beginn der Entlassungswelle vor genau
zwei Jahren. Im Servicesektor kam es nur ganz
vereinzelt zu Entlassungen, in der Industrie blieb
die Beschäftigung weitgehend konstant.
Deutschland vermeldete den 3. Jobaufbau
innerhalb der letzten vier Monate, hier wurden per
Saldo so viele neue Stellen geschaffen wie zuletzt
im Januar 2012. In Frankreich fiel der 2. Jobabbau
hintereinander schwächer aus als im November. In
den übrigen Ländern wurden im Durchschnitt so
wenige Arbeitsplätze abgebaut wie seit Juli 2011
nicht mehr.
Der siebte Anstieg der Einkaufspreise in Folge
schwächte sich gegenüber dem 11-Monatshoch
von November ab. In der Industrie zog die
Teuerungsrate an, im Servicesektor ließ sie leicht
nach.
Die Verkaufspreise wurden in der Industrie zum
vierten Mal hintereinander angehoben.
Zurückzuführen war dies auf die verbesserte
Preismacht, aber auch auf die Notwendigkeit, die Margen zu sichern. Im Gegensatz dazu kam es im
Servicesektor abermals zu einer Reduzierung der
Angebotspreise.
Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist
fielen im Servicesektor zwar wieder etwas
optimistischer aus als im November, die Werte von
September oder Oktober wurden jedoch nicht
erreicht.
Chris Williamson, Chief Economist bei Markit,
kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:
“Der neuerliche Anstieg des Composite-PMI nach
zweimonatigem Rückgang ist eine große
Erleichterung und zeigt, dass sich der Aufschwung
wieder belebt. Dies bedeutet, dass die Wirtschaft in
der Eurozone zwei Quartale in Folge gewachsen
ist, im Schlussquartal 2013 sogar so stark wie seit
der ersten Jahreshälfte 2011 nicht mehr.
Dass unterm Strich in Q4 jedoch nur ein mageres
Plus von 0.2% stehen dürfte deutet darauf hin, dass
der Aufschwung weiter schwach ist und auf
wackligen Beinen steht.
Die Belebung ist noch dazu alles andere als
ausgeglichen. So konzentriert sich der Aufschwung
auf die Industrie, die im Zuge der steigenden
Exporte so zügig expandierte wie seit zweieinhalb
Jahren nicht mehr, während das Wachstum im
Servicesektor wegen der schwachen
Binnennachfrage weiter an Fahrt verlor.
Am besorgniserregendsten ist jedoch, dass sich die
Kluft auf Länderebene weiter vergrößert hat.
Frankreich schlüpft immer mehr in die Rolle des
neuen “kranken Mannes in Europa”. Dort dürfte der
zweite Wachstumsrückgang in Folge nicht nur das
Schussquartal 2013 verhagelt, sondern auch dafür
gesorgt haben, dass Frankreich mit dem zweiten
Quartalsrückgang in Folge wieder in der
technischen Rezession steckt. Im Gegensatz dazu
dürften die guten Dezemberdaten Deutschland im
vierten Quartal 2013 zu einem BIP-Wachstum von
0.5% verholfen haben.
Eigentlich deutet momentan nichts darauf hin, dass
die Geldpolitiker verstärkt Anreize setzen müssten,
doch könnte die Geldpolitik wegen des
schleppenden Aufschwungs noch für einige Zeit
ziemlich expansiv bleiben.“
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