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Eurozone-Aufschwung verliert im November abermals an Dynamik
- Flash Eurozone Composite Index Produktion(1)
bei 51.5 (Okt. 51.9); 3-Monatstief
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 50.9 (Okt. 51.6); 3-Monatstief
- Flash Eurozone EMI™ Industrie(3) bei 51.5
(Okt. 51.3); 29-Monatshoch
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei
52.8 (Okt. 52.9); 2-Monatstief
Mit aktuell 51.5 nach 51.9 im Oktober signalisiert
der Markit Flash Eurozone Composite Index
Produktion, dass die Eurozone Privatwirtschaft im
November zwar den fünften Monat in Folge
expandierte, die Wirtschaftstätigkeit aber zum
zweiten Mal hintereinander leicht nachgegeben hat.
Die Industrie vermeldete eine gleichbleibend
robuste Produktionssteigerungsrate und schnitt
damit erneut besser ab als der Servicesektor, der
gegenüber den beiden Vormonaten an Dynamik
verlor.
Auch auf Länderebene liefen die Entwicklungen
auseinander. In Deutschland fiel das siebte
Wirtschaftswachstum in Folge so stark aus wie
zuletzt im Januar, womit sich der Aufschwung hier
weiter festigte. In Frankreich, wo die Wirtschaft in
den beiden Vormonaten ohnehin nur minimal
expandiert hatte, sackte der Composite PMI
hingegen auf den tiefsten Wert seit Juni ab. In den
übrigen Ländern schwächte sich das Wirtschaftswachstum
gegenüber den drei Vormonaten ab.
Das vierte Gesamt-Auftragsplus in Folge fiel im
November unverändert moderat aus. Die Industrie
vermeldete dank des stärksten Exportorderzuwachses
seit Mai 2011 das höchste Auftragsplus
seit August, während sich die Nachfrage im
Servicesektor zum zweiten Mal hintereinander
abschwächte.
Der 23. Beschäftigungsrückgang in Folge
beschleunigte sich zum zweiten Mal geringfügig. In
der Industrie wurden weniger Stellen gestrichen als
in den drei Vormonaten, im Servicesektor fiel der
Jobabbau stärker aus als im September und
Oktober.
Während die Beschäftigung in Deutschland zum
dritten Mal innerhalb der letzten fünf Monate
zulegte, kam es Frankreich zum stärksten Stellenabbau
seit sechs Monaten. In den übrigen Ländern
verlangsamte sich der Jobabbau, hier wurde die
zweitniedrigste Schrumpfungsrate seit Beginn der
Entlassungswelle vor über zwei Jahren verzeichnet.
Die Auftragsbestände nahmen insgesamt ein
weiteres Mal nur geringfügig ab. Im Servicesektor
beschleunigte sich der Rückgang der unerledigten
Aufträge, während die Auftragspolster in der
Industrie so zügig zulegten wie seit Mai 2011 nicht
mehr.
Der sechste Anstieg der Einkaufspreise in Folge
fiel so stark aus wie zuletzt im September 2012.
Beide Sektoren vermeldeten eine anziehende
Inflationsrate.
Die Verkaufspreise wurden insgesamt kräftiger
reduziert als in den beiden Vormonaten. Die
Industriebetriebe setzten ihre Angebotspreise mit
der höchsten Rate seit August 2011 nach oben, die
Dienstleister hingegen ermäßigten diese so deutlich
wie zuletzt vor vier Monaten.
Chris Williamson, Chief Economist bei Markit,
kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:
“Dass der Composite PMI im November das fünfte
Wirtschaftswachstum in der Eurozone in Folge
signalisiert ist zwar durchaus positiv, doch deutet
die äußerst mäßige Wachstumsrate von 0.2% im bisherigen Quartalsverlauf darauf hin, dass die
Dynamik bereits wieder nachgelassen hat.
Der zweite Rückgang des Composite PMI in Folge
zeigt nicht nur, dass die EZB mit ihrer jüngsten
Zinssenkung auf ein Rekordtief richtig gehandelt
hat. Überdies könnte die nachlassende Dynamik
die Rufe nach weiteren Konjunkturhilfen lauter
werden lassen, um die Eurozone vor einem
erneuten Rückfall in die Rezession zu bewahren.
Die Aufmerksamkeit dürfte jedoch auch auf die
Anzeichen einer sich beschleunigenden Deflation
gerichtet sein. So sanken die Verkaufspreise für
Güter und Dienstleistungen im November wieder
schneller, obwohl die Einkaufspreise so zügig
stiegen wie seit über einem Jahr nicht mehr.
Eigentlich ging es im November nur in Deutschland
bergauf. Hier deutet der höchste Composite PMIWert
seit Mitte 2011 auf ein Wirtschaftswachstum
von 0,5% hin. Frankreich dürfte hingegen immer
deutlicher die Rolle des “Kranken Mannes in
Europa” zukommen, hier schrumpfte die
Wirtschaftsleistung wieder, wodurch das Risiko
eines Abgleitens in die Rezession im vierten
Quartal 2013 wieder gestiegen ist. Außerhalb
dieser beiden Schwergewichtsländer näherte sich
die Wirtschaftstätigkeit der Stagnation weiter an.“
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