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Deutsche Industrie legt im Oktober solide zu
- Sechster Produktionsanstieg in Folge
- Moderate Auftragszuwächse
- Aber erneut leichter Stellenabbau
Die deutschen Hersteller konnten im Oktober einen Anstieg bei den eingehenden Aufträgen verbuchen und ihre Fertigungsvolumen gegenüber dem Vormonat anheben. Infolgedessen legte der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index zu und kletterte von 51.1 Punkten im September auf 51.7 im Oktober. Damit schloss er nur knapp unter seinem Langzeitdurchschnitt von 51.8 und hielt sich den vierten Monat in Folge oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze. Dass der Index nicht noch weiter zunahm, ist hauptsächlich auf den beschleunigten Jobabbau zurückzuführen.
Parallel zum Index erhöhte sich auch das Produktionsniveau der Industrieunternehmen zum sechsten Mal hintereinander. Der Anstieg fiel insgesamt kräftig und zugleich stärker aus als im September. Die Hersteller von Investitions- und Vorleistungsgütern hoben saldiert ihre Fertigungs-volumen an, einzig die Konsumgüterindustrie musste ihre Produktion gegenüber dem Vormonat drosseln.
Die insgesamt verstärkte Dynamik verdankt die Industrie vor allem dem erneuten Zuwachs bei den Gesamtauftragseingängen. Diese nehmen mittlerweile seit Juli zu und schließen eine leichte Steigerung bei den Exportgeschäften ein. Von den drei Industriebereichen verzeichnete die Investitionsgüterindustrie das größte Plus, am schwächsten schnitten die Konsumgüterhersteller ab.
Trotz des gestiegenen Produktionsbedarfs reduzierten die Unternehmen im Oktober ihre Lagerbestände weiter und setzten den siebten Monat in Folge saldiert Arbeitskräfte frei. Der derzeitige Beschäftigungsabbau ist damit der längste seit den 18-monatigen Stellenstreichungen zwischen 2008 und 2010. Die Fertigwarenbestände verringerten sich zum dritten Mal hintereinander und auch die Vormateriallager nahmen trotz erhöhter Bestellmengen geringfügig ab.
Währenddessen verlängerten sich die Lieferzeiten der Zulieferer den dritten Monat in Folge und zugleich so deutlich wie seit Juli 2011 nicht mehr. Die durchschnittliche Kostenlast der Industrieunternehmen nahm im aktuellen Umfragemonat erstmals seit November 2012 wieder marginal zu.
Aufgrund des gestiegenen Kostendrucks und der allmählichen Nachfragebelebung hoben einige Hersteller ihre Verkaufspreise im Durchschnitt an. Wenngleich der Preisanstieg im Industriesektor insgesamt betrachtet lediglich moderat ausfiel, war er dennoch der stärkste seit Mai 2012.
Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:
“Im Oktober verzeichnete die deutsche Industrie erneut Wachstum. Dank einer soliden Binnen- und Auslandsnachfrage war die Zuwachsrate der Auftragseingänge eine der stärksten seit zweieinhalb Jahren und die Fertigungsvolumen der Hersteller stiegen kräftig an. Auftragszuwächse im Investitionsgüterbereich überwogen hierbei die Rückgänge bei den Konsumgüterproduzenten.
Die aktuelle Umfrage offenbarte auch Engpässe bei den Zulieferern, deren Lieferzeiten sich so stark verlängerten wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Zudem mussten die Hersteller erstmals seit November 2012 im Durchschnitt wieder höhere Einkaufspreise zahlen. Ihre Belegschaft bauten die Unternehmen indessen im Oktober ein weiteres Mal ab, doch könnten die weiter gestiegenen Auftragsbestände die Hersteller in den kommenden Monaten dazu bewegen, neue Stellen zu schaffen.”
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