Konjunktur - Deutschland: Steigende Auftragszahlen sorgen im Juli für erneuten Geschäftszuwachs

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Deutschland: Steigende Auftragszahlen sorgen im Juli für erneuten Geschäftszuwachs



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 51.3 (Juni 50.4)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 52.1 (Juni 50.4)

Die neuesten Umfragedaten belegen eine weitere Erholung des deutschen Dienstleistungssektors. Unter anderem konnte bei den Neuaufträgen sowie beim Beschäftigungsniveau im Juli wieder ein Anstieg gemessen werden. Aufgrund höherer Energie- und Lohnkosten nahm die Kostenlast der Unternehmen allerdings weiterhin stark zu, woraufhin die Dienstleister ihre durchschnittlichen Angebotspreise so stark anhoben wie seit Februar nicht mehr.

Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit legte von 50.4 im Juni auf 51.3 im Juli zu und hielt sich damit den zweiten Monat in Folge oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der aktuelle Wert entspricht einem leichten Anstieg, jedoch zugleich dem höchsten seit fünf Monaten. Das stärkste Plus verzeichnete der Bereich Post & Telekommunikation, gefolgt von Vermittlung von Finanzdienstleistungen. Einzig in den Bereichen Transport & Lagerhaltung und Alle sonstigen Dienstleistungen nahm die Geschäftstätigkeit insgesamt ab.

Auch der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor zusammenfasst, erhöhte sich im Juli und kletterte von 50.4 Punkten binnen Monatsfrist auf 52.1. Damit blieb er den dritten Monat in Folge oberhalb der neutralen 50-Punkte-Grenze und schloss auf dem höchsten Stand seit Februar. Zuwächse in beiden Sektoren hatten den aktuellen Anstieg bewirkt.

Insbesondere der Zuwachs bei den Neuaufträgen hatte zu der allgemeinen Lageverbesserung im Dienstleistungssektor beigetragen. Nachdem die Geschäfts- und Privatkunden in den letzten vier Monaten allgemein weniger Dienstleistungen in Anspruch genommen hatten, zeigten sie im Juli wieder eine größere Ausgabebereitschaft. Auch auf privatwirtschaftlicher Ebene nahm das Niveau der Auftragseingänge zu.

Trotz der vermehrten Ordereingänge nahmen die Auftragspolster der Dienstleister insgesamt weiter ab. Damit schrumpften sie den 17. Monat in Folge, jedoch mit der geringsten Abbaurate seit März. Auf den deutschen Privatsektor gerechnet verringerten sich die Auftragsbestände ebenfalls mit der niedrigsten Rückgangsrate seit vier Monaten.

Die steigenden Neuauftragszahlen veranlassten einige Unternehmen dazu, nach einer zweimonatigen Entlassungsphase ihre Belegschaft wieder geringfügig aufzustocken. Auf privatwirtschaftlicher Ebene zeichnete sich die gleiche Entwicklung ab. Auch die positiven Geschäftsprognosen trugen zu dem Beschäftigungsaufbau im Dienstleistungssektor bei. Rund 26 % der Dienstleister erwarten derzeit einen Geschäftszuwachs binnen Jahresfrist, nur knapp 14 % rechnen mit Einbußen. Am optimistischsten zeigten sich Unternehmen aus dem Bereich Vermietung & Unternehmensnahe Dienstleistungen, gefolgt vom Bereich Post & Telekommunikation.

Die aktuelle Umfrage ergab zudem, dass sich die durchschnittlichen Einkaufspreise für Dienstleistungsunternehmen so stark erhöhten wie seit Januar nicht mehr. Besonders ins Gewicht fielen dabei höhere Energie- und Lohnkosten. Im Hinblick auf den gesamten Privatsektor stiegen die Einkaufspreise nur geringfügig an, da die starken Verteuerungen im Dienstleistungssektor weit-gehend durch Preisnachlässe für Industrie-unternehmen ausgeglichen wurden.

Die gestiegene finanzielle Belastung und der zeitgleiche Nachfragezuwachs bewegten die Dienstleister dazu, ihre Angebotspreise saldiert den dritten Monat in Folge zu erhöhen. Der Preisanstieg war insgesamt der höchste seit Februar.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Dank verstärkter Zuwächse im Industrie- und Dienstleistungssektor hat der Auftakt des dritten Quartals für die deutsche Privatwirtschaft erfolg-reich begonnen. Anziehende Auftragseingänge sorgten zudem für zusätzliche Neueinstellungen.

Zwar fiel das Wachstum gegenüber den Jahren 2010 und 2011 eher gering aus, doch die Trendwende bei den Neuaufträgen weist stark darauf hin, dass die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte noch einen Gang zulegen kann.”




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