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Deutschland: Stärkster Anstieg der Industrieproduktion im Juli seit 17 Monaten
- Flash Deutschland Composite Index
Produktion bei 52.8 (Juni 50.4), 5-Monatshoch
- Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 52.5 (Juni 50.4), 5-Monatshoch
- Flash Deutschland EMIâ„¢ Industrie bei 50.3
(Juni 48.6), 5-Monatshoch
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion
bei 53.4 (Juni 50.5), 17-Monatshoch
Dank der verstärkten Ausweitung der Industrieproduktion
und des in Schwung gekommenen
Servicesektors verzeichnete die deutsche
Wirtschaft im Juli eine kräftige Wachstumsbelebung.
Dies signalisiert der saisonbereinigte
Markit Flash Deutschland Composite Index
Produktion, der gegenüber Juni um 2.4 Punkte auf
52.8 stieg und damit ein Fünf-Monatshoch
erreichte. Der Index Industrieproduktion legte mit
53.4 Punkten auf den höchsten Wert seit Februar
2012 zu, der Service-Index Geschäftstätigkeit
erreichte mit 52.5 Zählern ein Fünf-Monatshoch.
Nach viermonatigem Rückgang legte im Juli auch
der Auftragseingang wieder zu. Allerdings fielen
die Zuwächse sowohl in der Industrie als auch im
Servicesektor insgesamt nur verhalten aus.
Dass die Orderbücher der Industrieunternehmen
insgesamt ein Plus auswiesen, war auf die wieder
anziehende Binnennachfrage seitens des Bau- und
Automobilsektors zurückzuführen. Die Exportbestellungen
gingen hingegen den fünften Monat
in Folge zurück, wofür die Befragten die gedämpfte
Nachfrage nach Industrieerzeugnissen „Made in
Germany“ aus China verantwortlich machten.
Nach zweimonatigem, moderatem Jobabbau legte
die Beschäftigung in der deutschen Privatwirtschaft
im Juli wieder zu. Zu verdanken war dies
dem Servicesektor, in der Industrie blieb die
Beschäftigung hingegen weitgehend konstant.
Dass die Auftragsbestände in beiden Sektoren
erneut leicht abnahmen zeigt, dass die Kapazitäten
generell noch immer nicht wieder voll ausgelastet
waren.
Die steigenden Beschäftigtenzahlen im
Servicesektor waren teilweise auch auf die wieder
optimistischeren Geschäftsaussichten binnen
Jahresfrist der Dienstleister zurückzuführen. Der
entsprechende Index kletterte auf den höchsten
Wert seit April.
Die Kosten stiegen im Juli insgesamt wieder leicht,
nachdem sie in den drei Vormonaten gesunken
waren. In den beiden Sektoren liefen die
Entwicklungen allerdings erneut auseinander: Die
Industrie verzeichnete infolge des anhaltenden
Preisverfalls bei Rohstoffen den stärksten
Rückgang der Einkaufspreise seit vier Jahren. Im
Servicesektor legten die Kosten hingegen so kräftig
zu wie zuletzt im März 2012.
Auch bei den Verkaufs- bzw. Angebotspreisen
war der Trend uneinheitlich: Die Industriebetriebe
reduzierten ihre Verkaufspreise, die Dienstleister hoben ihre Angebotspreise kräftig an. Trotz des
Fünf-Monatshochs des Composite Index
Verkaufspreise war der Anstieg jedoch nur minimal.
Tim Moore, Senior-Ökonom bei Markit,
kommentiert den aktuellen Markit Flash EMIâ„¢
Deutschland:
„Die deutsche Privatwirtschaft hat ihre wirtschaftliche
Durststrecke im Juli überwunden und dank des
Aufschwungs im Industrie- und Servicesektor wieder
das stärkste Wirtschaftswachstum seit fünf Monaten
verzeichnet. Auch die neuerlichen Auftragszuwächse
und die Belebung am Arbeitsmarkt sorgen für einen
rundum gelungenen Start ins dritte Quartal 2013.
Allem Anschein nach gaben die anziehende
Binnennachfrage und der verstärkte private Konsum
den Ausschlag für die höhere Wachstumsdynamik.
Eigenen Angaben zufolge profitierten die Industriebetriebe
von einem höheren Auftragsvolumen seitens
des Automobilsektors und der heimischen Baubetriebe,
was die anhaltend schwache Nachfrage aus
wichtigen Exportmärkten wettmachte.“
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