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Krise im Euro-Raum hemmt Aufschwung in Österreich
Prognose für 2013 und 2014
Die Anfang 2013 von einigen Vorlaufindikatoren
angedeutete Erholung im Euro-Raum blieb bislang aus. In Österreich
entwickelte sich die Wirtschaft im I. Quartal 2013 daher schwächer
als erwartet. Das WIFO prognostiziert einen mäßigen Aufschwung im 2.
Halbjahr, das Wirtschaftswachstum wird aber 2013 lediglich 0,4%
betragen; 2014 wird es sich auf 1,6% beschleunigen.
Während die Konjunkturerholung in den USA, in Japan und Teilen
Südostasiens, Südamerikas und Afrikas anhält, bleibt die
Wirtschaftsentwicklung in Europa, insbesondere im Euro-Raum besonders
schwach. In einigen europäischen Peripherieländern wurden Maßnahmen
gesetzt, um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und das
Defizit im Außenbeitrag zu senken. Wegen der niedrigen Exportquote
der betroffenen Länder und des gedämpften Welthandels 1) dominierten
aber die negativen binnenwirtschaftlichen Effekte dieser Maßnahmen.
Aufgrund des Attentismus der Banken bei der Kreditvergabe kann die
Fremdfinanzierung den Ausfall der Eigenfinanzierung im privaten
Sektor vielfach nicht kompensieren. Die empfindliche simultane
Einschränkung der öffentlichen Nachfrage in vielen europäischen
Ländern erwies sich zudem als kräftige Wachstumsbremse.
1) Der Welthandel nahm 2012 mit +1,9% (Durchschnitt 1992/2012
+6,0%) deutlich weniger zu als die Wirtschaftsleistung insgesamt
(+3,2%); laut OECD war eine solche Konstellation in den vergangenen
50 Jahren erst sechsmal zu beobachten (zuletzt in den Abschwungjahren
2001 und 2009).
In Österreich ist die Export- und Investitionsdynamik aufgrund des
schwachen internationalen Umfeldes auch heuer gedämpft. Ein mäßiger
Anstieg der Realeinkommen und zunehmende Sparanstrengungen der
privaten Haushalte belasten weiterhin die Konsumnachfrage. Das reale
BIP wird daher 2013 um nur 0,4% wachsen. Der Beschäftigungszuwachs
verliert an Dynamik (2013 +0,7%, 2014 +0,8%), die Arbeitslosenquote
nimmt zu (auf 7,5% bzw. 7,6%); die Inflation geht langsam zurück (auf
2,2% bzw. 2,0%).
Üblicherweise expandiert der Welthandel bei solidem
Produktionswachstum (Weltwirtschaft 2012 +3,2%, Durchschnitt
1992/2012 +3,6%) zügig; 2014 dürfte er daher mit +6,0% wieder den
langfristigen Durchschnitt erreichen. Österreich wird als
exportstarke Volkswirtschaft von dieser Belebung profitieren: Die
Exporte werden 2014 stärker anziehen und zunehmend heimische
Investitionen stimulieren. Die privaten Haushalte werden die
Einkommenszugewinne 2014 wieder vermehrt für Konsumzwecke verwenden.
Für 2014 wird daher mit einem realen BIP-Zuwachs von 1,6% gerechnet.
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