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Zahlungsausfälle in Osteuropa nehmen zu
- Anstieg der Forderungsverluste um mehr als ein Drittel auf 3
Prozent
- Weniger Zahlungen auf Ziel gewährt
- Fehlende finanzielle Mittel sind der Hauptgrund für
Zahlungsverzögerungen
Die schwache Wirtschaftslage in der Eurozone belastet die
Kapitalsituation von Unternehmen in Osteuropa derzeit stark. Die
Ergebnisse des aktuellen Atradius Zahlungsmoralbarometers zeigen eine
deutliche Zunahme der Zahlungsausfälle bei Firmenkunden um mehr als
ein Drittel auf 3 Prozent. Überfällige Rechnungen und
Forderungsverluste führen zur Schwächung des Handels und zur
Steigerung der Insolvenzfälle. Einhergehend mit der sinkenden
Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, könnte das die
Wachstums- und Ertragsaussichten der osteuropäischen Unternehmen in
diesem Jahr schmälern.
Für die Atradius-Studie wurden 820 Unternehmen in Polen, Ungarn, der
Slowakei und der Tschechischen Republik nach ihren
Zahlungserfahrungen mit Geschäftspartnern im In- und Ausland befragt.
Diese Länder sind von den Auswirkungen der finanziellen
Beschränkungen in einigen Euroländern betroffen, was sich in einer
deutlichen Zunahme der lange überfälligen Forderungen gegenüber
Firmenkunden zeigt. Insbesondere bei den Exportgeschäften stieg die
Gesamtsumme der mehr als 90 Tage zu spät beglichenen Rechnungen
merklich von 3,6 Prozent auf 4,7 Prozent an.
Chris van Lint, Chief Risk Officer von Atradius, kommentiert: "Die
wirtschaftlich angeschlagenen Volkswirtschaften in der Eurozone
verursachen zunehmend mehr Zahlungsverzögerungen und
Forderungsverluste bei Lieferanten aus Osteuropa. Davon betroffen
sind besonders jene Unternehmen, die stark von Exporten in diese
Länder abhängig sind. Eine anhaltende Verbesserung der Zahlungsmoral
ist vor der zweiten Jahreshälfte 2014 oder 2015 nicht zu erwarten."
Zahlungsausfälle nehmen bei inländischen und ausländischen
Firmenkunden zu
Die befragten osteuropäischen Unternehmen mussten mehr Forderungen
als uneinbringlich abschreiben als noch im Vorjahr. Die Gesamtsumme
der ausgefallenen Forderungen gegenüber ausländischen Firmenkunden
stieg um 44,4 Prozent auf 2,6 Prozent an. Bei inländischen
Firmenkunden erhöhten sich die Ausfälle um 38,5 Prozent auf 3,6
Prozent. Besonders von Zahlungsausfällen betroffen sind Unternehmen
in Polen und der Tschechischen Republik. In Polen mussten
durchschnittlich 5,8 Prozent aller Rechnungen gegenüber
Geschäftspartnern im Inland und 5,1 Prozent der Forderungen gegenüber
ausländischen Firmenkunden als Totalausfall verbucht werden. In
Tschechien gaben die Unternehmen an, dass sie im Vergleich zum
Vorjahr fast doppelt so viele Forderungen (4,2 Prozent) aus
Exportgeschäften abschreiben mussten.
Zahlungen auf Ziel gehen zurück
Insgesamt ist die Bereitschaft der osteuropäischen Unternehmen,
Zahlungen auf Ziel zu gewähren, zurückgegangen. Besonders deutlich
zeigte sich dies im rezessionsgeplagten Tschechien, wo im Vergleich
zum Vorjahr die Zahl der mit Zahlungsziel abgewickelten
Exportgeschäfte um rund die Hälfte zurückging.
Fehlende finanzielle Mittel sind der Hauptgrund für
Zahlungsverzögerungen
Insbesondere die befragten Unternehmen in Ungarn gaben fehlende
Liquidität als häufigste Ursache für die Zahlungsverzögerungen ihrer
inländischen Geschäftskunden an (88,2 Prozent der Befragten), während
die slowakischen Befragten dies als Hauptgrund für die verspäteten
Zahlungen ihrer ausländischen Firmenkunden angaben (68,3 Prozent).
"Die Unternehmen in der Region zeigen sich besorgt darüber, wie sie
angesichts der zunehmenden Zahlungsausfälle einen angemessenen
Cashflow aufrechterhalten können. Die Zunahme bei den langfristig
offenen Rechnungen und den Forderungsverlusten schränkt die
Unternehmen dabei ein, profitable Geschäftschancen wahrzunehmen", so
Dr. Thomas Langen, Gesamtverantwortlicher für den Vertrieb
Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. "In jedem Fall sind
das sorgfältige und aktive Management der Handelskreditrisiken und
der Schutz vor Zahlungsausfällen durch eine Kreditversicherung
ausschlaggebend, um Unternehmen finanziell gesund zu erhalten."
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