Konjunktur - Deutsche Wirtschaft verzeichnet im Juni leichtes Wachstum, Auftragseingang geht jedoch mit beschleunigter Rate zurück

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Deutsche Wirtschaft verzeichnet im Juni leichtes Wachstum, Auftragseingang geht jedoch mit beschleunigter Rate zurück



- Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 50.9 (Mai 50.2), 4-Monatshoch
- Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 51.3 (Mai 49.7), 4-Monatshoch
- Flash Deutschland EMIâ„¢ Industrie(3) bei 48.7 (Mai 49.4), 2-Monatstief
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion(4) bei 50.1 (Mai 51.1), 2-Monatstief

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im Juni nur ein minimales Wirtschaftswachstum. Der Auftragseingang sank hingegen, und auch mit der Beschäftigung ging es den zweiten Monat in Folge bergab. Der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion legte binnen Monatsfrist lediglich um 0.7 Punkte auf 50.9 zu, was in erster Linie auf den Servicesektor zurückzuführen war (51.3). Die Industrieproduktion blieb hingegen weitgehend konstant (50.1).

Aufgrund der sich abschwächenden Binnen- und Exportnachfrage schlug beim Neugeschäft im Juni ein höheres Minus zu Buche als im Mai. Dabei schnitt der Servicesektor schlechter ab als die Industrie, obwohl bei den Industriebetrieben die höchsten Exportorderverluste seit Jahresbeginn verbucht wurden.

Die Auftragsbestände nahmen hingegen etwas weniger zügig ab als im Vormonat. Beide Sektoren verbuchten hier Rückgänge, doch auch hier schnitt der Servicesektor schlechter ab als die Industrie.

Die Auftragsflaute veranlasste die Unternehmen im Juni nicht nur zum zweiten Mal hintereinander Arbeitsplätze abzubauen, der Stellenabbau beschleunigte sich in beiden Sektoren gegenüber Mai sogar nochmals.

Die Einkaufspreise sanken insgesamt den dritten Monat in Folge, allerdings nur minimal. Hier klaffte die Entwicklung zwischen den beiden Sektoren weit auseinander: In der Industrie sackten die Kosten wegen des starken Wettbewerbs unter den Lieferanten und der schwachen Nachfrage nach Einstandsgütern regelrecht ab, während die Einkaufspreise im Servicesektor zulegten. Überdies wurde die Einkaufsmenge in der Industrie abermals reduziert, weshalb sich auch die durchschnittlichen Lieferzeiten ein weiteres Mal verkürzten.

Die Verkaufspreise wurden insgesamt den zweiten Monat in Folge geringfügig angehoben. Zurückzuführen war dies der Umfrage zufolge auf die gestiegenen Einkaufspreise im Servicesektor. In der Industrie wurden die Verkaufspreise hingegen zum dritten Mal hintereinander reduziert.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hielten sich im Servicesektor im Juni auf dem Niveau des Vormonats. Der entsprechende Index war damit jedoch von den Jahresauftaktwerten erneut weit entfernt.

Andrew Harker, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den aktuellen Markit Flash EMI™ Deutschland:

„Der aktuelle PMI signalisiert auch im Juni Wachstum, womit sich die Anzeichen verstärken, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal insgesamt stagnieren, vielleicht sogar moderat zulegen könnte.

Ein Blick auf die Unterindizes lässt jedoch nichts Gutes erahnen: So vergrößerten sich die Auftragsverluste, und bei der Beschäftigung kam es wegen der hartnäckigen Nachfrageflaute den zweiten Monat in Folge zu einem Rückgang.

Zwar wurde die Flutkatastrophe der letzten Wochen von den Umfrageteilnehmern nicht explizit erwähnt, doch dürften sich deren Auswirkungen in nächster Zeit sehr wohl in den Daten niederschlagen. Bei der Flut im August 2002 sackte der PMI schließlich im September ab. Über das tatsächliche Ausmaß der jetzigen Flut dürften wohl erst die finalen Juni- und Juli-PMIs Auskunft geben.“




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