Konjunktur - Deutsche Wirtschaft stabilisiert sich im Mai wieder; Auftragseingang jedoch weiter rückläufig

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Deutsche Wirtschaft stabilisiert sich im Mai wieder; Auftragseingang jedoch weiter rückläufig



- Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 49.9 (April 49.2), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 49.8 (April 49.6), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland EMIâ„¢ Industrie bei 49.0 (April 48.1), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion(4) bei 50.2 (April 48.3), 3-Monatshoch

Aufgrund der annähernden Stagnation der Industrieproduktion und der Geschäftstätigkeit im Servicesektor hat sich die deutsche Privatwirtschaft im Mai wieder stabilisiert. Dies zeigt der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion, der gegenüber dem 5-Monatstief von April um 0.7 Punkte auf 49.9 zulegte. Der Langzeit-Durchschnittswert von 52.9 Punkten wurde jedoch markant unterschritten. Mit 50.2 übertraf der Index Industrieproduktion den Service-Index Geschäftstätigkeit um 0.4 Punkte, womit sich der April-Trend umkehrte.

Angesichts des dritten Rückgangs beim Auftragseingang in Folge war die Stabilisierung der deutschen Wirtschaftsleistung im Mai vor allem auf die Abarbeitung der Auftragsbestände zurückzuführen. Insgesamt nahmen die Auftragspolster mit der höchsten Rate seit Jahresbeginn ab, hauptsächlich infolge der stark rückläufigen unerledigten Aufträge im Servicesektor. Hier schlugen die höchsten Verluste beim Neugeschäft seit September 2012 zu Buche, während der Auftragseingang in der Industrie gegenüber April weitgehend konstant blieb. Dass die Exportmärkte jedoch weiter schwächelten, zeigte der dritte Rückgang der Industrie-Auslandsbestellungen in Folge.

Wegen der Auftragsflaute sank die Beschäftigung in der deutschen Privatwirtschaft im Mai erstmals seit Januar wieder leicht, wobei in beiden Sektoren per Saldo Arbeitsplätze abgebaut wurden. Im Servicesektor endete der fünfmonatige Stellenaufbau, was auch auf die eingetrübten Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist zurückzuführen war. Der Ausblicks-Index gab im Berichtsmonat sogar auf den tiefsten Wert seit Dezember 2012 nach.

Indes sank die Kostenbelastung zum zweiten Mal hintereinander, wobei die Entwicklungen zwischen den beiden Sektoren auseinanderliefen. Im Servicesektor legten die Einkaufspreise wegen der gestiegenen Energie- und Personalkosten mit beschleunigter Rate zu, während der Preisverfall bei Rohstoffen den stärksten Rückgang der Industrie-Einkaufspreise seit Juli 2009 zur Folge hatte.

Die Verkaufspreise wurden moderat reduziert, wofür hauptsächlich der stärkste Preisrückgang in der Industrie seit Januar 2010 verantwortlich war. Die Dienstleister hoben ihre Verkaufspreise hingegen marginal an.

Tim Moore, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den aktuellen Markit Flash EMI™ Deutschland:

„Die weitgehende Stagnation im Mai bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft nach dem mageren Wirtschaftswachstum von 0.1% im ersten Quartal 2013 auch im Berichtsmonat mehr oder weniger vor sich hingedümpelt ist. Die mangelnde Dynamik in der Industrie und im Servicesektor könnte letztlich sogar dafür verantwortlich sein, dass das BIP-Wachstum im zweiten Quartal trotz einer wetterbedingten Belebung der Bautätigkeit nicht in Schwung kommt.

Wegen des konstanten Auftragseingangs und der rückläufigen Kostenbelastung fällt der kurzfristige Ausblick für die Industrie immerhin ein bisschen besser aus als für den Servicesektor, wo im Mai wieder Stellen abgebaut wurden und die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist auf den tiefsten Wert seit letztem Dezember gesunken sind.“




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