Weltbörsen trotzen der schwachen Konjunktur

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Weltbörsen trotzen der schwachen Konjunktur



Die Finanzmärkte zeigen sich nach wie vor durchaus von ihrer robusten Seite, obwohl die volkswirtschaftlichen Daten dazu nicht unbedingt Anlass geben. Der Internationale Währungsfonds hat seine weltweite Wachstumsschätzung für heuer auf 3,3 Prozent gesenkt. Noch im Jänner hatte man 3,5 Prozent erwartet. Interessant dabei ist die Tatsache, dass so gut wie alle Regionen, seien sie nun Industrieländer oder Schwellenmärkte, schwächer gesehen werden. Die Prognose wurde übrigens hauptsächlich aufgrund der schwachen Daten zum vierten Quartal 2012 abgesenkt, die bei Erstellung der Jänner-Schätzung noch nicht vorlagen.

Die Weltbörsen lassen sich davon wenig beeindrucken. Zwar gibt es immer wieder Rückschläge, doch diese werden relativ rasch aufgeholt. Angetrieben wird die Hausse von der expansiven Geldpolitik der weltweiten Notenbanken. Zuletzt mehrten sich ja die Hoffnungen, die EZB könnte schon bei ihrer nächsten Sitzung am 2. Mai eine weitere Zinssenkung durchführen. Dass im Hintergrund die Berichtsaison über das erste Quartal in den USA nicht gerade sensationell verläuft, geht dabei so gut wie unter. Bis jetzt liegt das Gewinnwachstum für den S&P im ersten. Quartal bei 2,6 Prozent, das ist zwar besser als ursprünglich erwartet. Enttäuschungen gibt es aber vor allem bei den Umsätzen. Sprich, die Gewinndynamik resultiert aus Kostensenkungen, nicht aus einer echten Belebung des Geschäfts.

An den Rentenmärkten hat sich zuletzt ebenfalls eine ansehnliche Rallye entfaltet. Die Renditen sowohl der Kernländer als auch der Peripherie sind ordentlich gefallen. Eine Anlageklasse, die zuletzt eher durch fallende Kurse von sich reden machte, sind die Rohstoffe. Vor allem Gold geriet mächtig unter Druck, mittlerweile hat sich das Edelmetall aber von seinen Tiefständen der letzten Woche schon wieder erholt und um 10 Prozent zugelegt. Die Finanzmärkte lassen sich derzeit also wenig beeindrucken, wenn die Fundamentaldaten eher schwach hereinkommen, und setzen auf die nach wie vor reichlich sprudelnde Liquidität.

Fazit:

Wir halten daher in unserer Anlagestrategie an der Übergewichtung für risikobehaftete Anlageklassen, und insbesondere für Aktien, fest. Wir sind uns der vorhandenen Risken sehr wohl bewusst. Sollten sich die Risken erhöhen, so würden wir nicht zögern, unsere eher risikofreudige Strategie zu überdenken und die Aktienquote zu senken. Jedoch sind die Bewertungen an den Börsen keineswegs überzogen und die Stimmung ist nicht euphorisch. Beides spricht dafür, dass die Rallye noch durchaus einige Zeit weiterlaufen kann.

Mag. Monika Rosen
Chefanalystin im Bank Austria Private Banking




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