1. Quartal 2013: Umsatz und Ergebnis rückläufig
Die ATB Austria Antriebstechnik AG musste auch im ersten Quartal 2013 in einem schwierigen
Marktumfeld agieren. Speziell in dem für die ATB-Gruppe nach wie vor wichtigsten Markt Europa ist
das Geschäft immer noch durch Verunsicherung der Marktteilnehmer und der damit einhergehenden
Vorsicht bei Investitionen geprägt. Projekte wurden verschoben bzw. geplante Projekte in
Teilbereichen gestoppt. Der stagnierende Markt hatte zudem eine weitere Intensivierung des
Wettbewerbs zur Folge. Trotzdem hat es die ATB-Gruppe in den ersten drei Monaten des laufenden
Jahres geschafft, mithilfe eines verbesserten Produktportfolios und einem gezielteren Auftreten am
Markt die Umsatzrückgänge gegenüber dem ersten Quartal 2012 vergleichsweise gering zu halten.
Marktentwicklung
Die Folgen der Finanzkrise lasten weiterhin auf dem Wachstum in der Europäischen Union, doch wird
für 2013 eine allmähliche Rückkehr des Wirtschaftswachstums erwartet. Für Europa wird für 2013 ein
stagnierender Markt mit einem nullprozentigem Wachstum vorhergesehen. Jedoch wird für den
deutschen Kernmarkt der ATB-Gruppe für 2013 vorerst ein BIP-Wachstum von 0,8 % prognostiziert.
Im Jahr 2014 soll die Konjunktur dann wieder stärker Fahrt aufnehmen und bei 2 % Wachstum
halten.
Das Geschäft in der deutschen Elektroindustrie ist in diesem Jahr jedoch verhältnismäßig schlecht
angelaufen. So reduzierten sich die Branchenumsätze in den ersten zwei Monaten des laufenden
Jahres um 5,2 % gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der aktualisierten Prognose des
Zentralverband der Deutschen Elektroindustrie (ZVEI) zufolge wird das Welt-Elektromarkt-Volumen im
aktuellen Jahr aber um 6 % steigen und damit wieder etwas stärker als der Welthandel. Für den EURaum rechnet man mit einem 1%igen Wachstum, für Deutschland, dem wichtigsten Markt der ATBGruppe, sogar mit 3 %.
Auftragseingang und Auftragsstand
In einem generell vorsichtigen Marktumfeld konnte sich der Auftragseingang im Vergleich zum ersten
Quartal des Vorjahres leicht um 1,5 % auf TEUR 90.606 verbessern (Q1 2012: TEUR 89.245). Der
Auftragsstand lag zum Stichtag 31. März 2013 mit TEUR 120.213 um 7, 2% unter dem Wert von 2012
(TEUR 129.499). Diese Entwicklung begründet sich unter anderem in der Verbesserung der
Lieferzeiten vieler Werke und im Abbau von Auftragsspitzen aus vergangenen Jahren. Damit verfügt
die ATB-Gruppe weiterhin über eine zufriedenstellende Auslastung, die eine gute Planbarkeit der
Produktion für die nächsten Quartale gewährleistet.
Umsatz und Gewinn
Trotz der anhaltend schwierigen Konjunkturlage konnte die ATB-Gruppe in den ersten drei Monaten
der aktuellen Berichtsperiode einen Umsatz von TEUR 84.241 (Q1 2012: TEUR 91.206) erzielen. Der
Rückgang im Ausmaß von 7,6 % ist neben der geringen Investitionsbereitschaft bei vielen Kunden vor allem auf zwei Haupteinflussfaktoren zurückzuführen: Einerseits gestaltete sich das wirtschaftliche
Umfeld im Bereich der Haus- und Gartenanwendungen enorm schwierig, welches Umsatzrückgänge
im Bereich der Industriemotoren zur Folge hatte. Andererseits wirkte sich der drastische Einbruch
des Kohlebedarfs direkt auf die Investitionstätigkeiten im Bergbausegment aus, wodurch es zu einem
Rückgang der Ergebnisse im Projektmotorengeschäft kam. Dieser ist zu einem großen Teil dem
Standort ATB Morley zuzurechnen. Da ATB Morley aufgrund des Booms im Bergbaugeschäft Ende
2011 und zu Beginn des Jahres 2012 über volle Auftragsbücher verfügte, kam es im ersten Quartal
2012 zu außergewöhnlich hohen Umsätzen. Durch die nachfolgende Abschwächung des
Bergbaugeschäftes konnte der Standort das hohe Auftragsvolumen nicht halten. In diesem
Zusammenhang stellt der in der Berichtsperiode Q1 2013 erzielte Umsatz dennoch ein gutes
Ergebnis dar.
Vor dem Hintergrund von gesunkenen Umsatzwerten und annähernd gleichbleibenden
Personalkosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierte sich das EBIT für die ATBGruppe in den ersten drei Monaten auf TEUR 4.497 nach TEUR 6.802 im ersten Quartal 2012. Das EBT
sank im ersten Quartal 2013 auf TEUR 3.028 nach TEUR 4.107 im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Gleichzeitig reduzierte sich das Periodenergebnis um 15,9 % auf TEUR 2.609 (Q1 2012: TEUR 3.102).
Der Personalaufwand sank verglichen mit dem ersten Quartal 2012 geringfügig um 0, 6%. Dieser
Aufwand ist noch immer von den hohen Lohnabschlüssen im Laufe des Jahres 2012 in Österreich
und Deutschland (Lohnerhöhungen zwischen 3,8% und 4,4%) geprägt.
Weiters konnte die ATB-Gruppe den relativen Materialkostenanteil deutlich verbessern, der von 49,7
% im ersten Quartal 2012 auf 47,1 % in der Berichtsperiode gesenkt werden konnte. Diese
Entwicklung war neben einem Wandel im Produktportfolio auch auf Synergien im Bereich Einkauf und
einem optimierten Materialkosteneinsatz zurückzuführen. Wechselkursverluste, die überwiegend auf
unbaren Umrechnungen zwischen dem Euro und Fremdwährungen zurückzuführen waren, führten
im Berichtszeitraum zu Ergebnisbelastungen. Während im ersten Quartal 2012 Wechselkursverluste
in Höhe von TEUR -1.281 hingenommen werden mussten, wurden im ersten Quartal 2013
Wechselkursverluste von TEUR -115 verbucht. Die Verbesserung im Vergleich zur Vorperiode liegt zu
einem guten Teil daran, dass der serbische Dinar in Q1 2012 eine starke Abwertung erlebte, während
er im Berichtszeitraum einigermaßen stabil geblieben ist.
Vermögens- und Finanzlage
Mit TEUR 294.112 lag die Bilanzsumme zum Stichtag 31. März 2013 um TEUR 5.232 über dem
Vergleichswert zum Ende des Vorjahres (31.12.2012: TEUR 288.880). Die Eigenkapitalquote blieb somit
stabil und betrug 33,3 % (31.12.2012: 33,7 %).
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit
Der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit erfuhr in den ersten drei Monaten des laufenden
Geschäftsjahres einen Rückgang und lag mit TEUR -479 deutlich unter dem Vergleichswert des
Vorjahres (TEUR 1.122). Zurückzuführen ist dies einerseits auf das gesunkene Periodenergebnis sowie
auf das geringere Finanzergebnis im Vergleich zur Vorperiode.
Investitionen
Um die positive Entwicklung des Konzerns nachhaltig abzusichern und weiter zu verbessern, hat die
ATB-Gruppe ihre im Jahr 2012 angelaufene Investitionstätigkeit im ersten Quartal 2013 weiter
fortgesetzt. So wurden im Berichtszeitraum 2013 die Investitionen gegenüber der Vergleichsperiode
des Vorjahres noch einmal signifikant erhöht. Investitionen betrafen vor allem Anschaffungen, um die
Konkurrenzfähigkeit der Standorte zu erhöhen, insbesondere um die Produktionsstrukturen und
Produktionsabläufe zu optimieren sowie die Kostenstrukturen zu verbessern. Insgesamt beliefen sich
die Investitionen im Zeitraum Jänner bis März 2013 auf TEUR 3.895 und lagen damit um 74,4 % über
dem Vergleichswert des Vorjahres (Q1 2012: TEUR 2.233). Die Investitionssumme entsprach damit 4,6
% des erzielten Umsatzerlöses.
Mitarbeiter
Zum Stichtag 31. März 2013 beschäftigte die ATB-Gruppe insgesamt 3.516 Mitarbeiter. Die Reduktion
um 1,6 % ist vor allem auf Anpassungen und Produktivitätssteigerungen an den einzelnen Standorten
im 4. Quartal 2012 zurückzuführen.
ATB Aktie
Die Aktie der ATB Austria Antriebstechnik AG notierte zum Stichtag 31. März 2013 mit EUR 2,901 an
der Wiener Börse im Standard Market Option (letzter Kurs vom 11. März 2013). Am 31. Dez. 2012 lag
der Kurs bei EUR 4,489. Infolge des hohen Anteilsbesitzes des Hauptaktionärs beläuft sich der
Streubesitz lediglich auf 1,07 % des Aktienkapitals. Durch diesen geringen Streubesitz kann es schon
bei geringen Börsenumsätzen zu hohen Volatilitäten im Aktienkurs kommen. Das Handelsvolumen im
ersten Quartal 2013 betrug EUR 5.027,12 und 1.537 Aktien (Einfachzählung).
Ausblick 2013
Die europäische Wirtschaft wie auch die Weltwirtschaft befinden sich weiterhin in einer schwierigen
Lage, fortwährend beeinflusst durch die neuesten Entwicklungen der europäischen Schuldenkrise
sowie durch die politischen Entwicklungen im Nahen Osten. Auf Basis des heutigen Wissensstandes
geht das ATB-Management davon aus, dass das Niveau des Auftragseinganges vom ersten Quartal
weiterhin aufrechterhalten werden kann. Mit dem aktuellen Auftragseingang erwartet man außerdem
eine positive Auswirkung auf den Umsatz des 2. Quartals. Nichtsdestotrotz bleibt das Risiko einer
negativen wirtschaftlichen Entwicklung bestehen, welches einen nicht unerheblichen Einfluss auf die
weitere Entwicklung der Gruppe haben könnte.
Die in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen der Gruppe gestarteten Optimierungs- und
Weiterentwicklungsprojekte stimmen das ATB-Management ob ihrer ersten Ergebnisse jedoch
zuversichtlich, auch zukünftig einen wertvollen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung zu leisten.
Zur Sicherstellung der weiteren positiven Entwicklung wird die ATB Austria Antriebstechnik AG die in
2012 gestarteten und im ersten Quartal 2013 fortbestehenden Investitionstätigkeiten weiter
fortsetzten. Hinsichtlich der Produktentwicklung sind Maßnahmen zur weiterführenden Entwicklung
in Bezug auf energieeffiziente Antriebe, der Abschluss laufender Zertifizierungen für eine globale
Marktpräsenz, sowie die weitere Optimierung des Produktangebotes gestartet worden.
Für die ATB-Gruppe gilt es außerdem, die begonnenen Anstrengungen bezüglich Integration
fortzusetzen und Synergien sowohl innerhalb der Gruppe als auch mit WOLONG sinnvoll zu nutzen.
Wachstum, Optimierung, Globalisierung, Synergien und Produktentwicklung werden im laufenden
Jahr 2013 weiterhin die maßgeblichen Kernthemen der ATB-Gruppe bilden.