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Raiffeisen-Holding NÖ-Wien 2012: Schwieriges Zinsumfeld und Restrukturierungsaufwendungen kennzeichnen Ergebnisentwicklung
- Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB
NÖ-Wien): Wachstum im Kundengeschäft 2012 fortgesetzt, niedriges
Zinsniveau belastet Ergebnis
- Raiffeisen-Holding NÖ-Wien: Positive Entwicklung wesentlicher
Beteiligungen, Dividenden-Erhöhung trotz Ergebnis-Rückgangs
- Niederösterreichische Raiffeisenbanken 2012 mit bisher bestem EGT
Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien: 2012 brachte gutes operatives Geschäft
Deutliches Kredit- und Einlagenwachstum
Die RLB NÖ-Wien konnte ihre Marktposition im vergangenen Jahr
ausbauen und sich im Kerngeschäft erfolgreich behaupten. Dies
verdeutlichen sowohl das Einlagenwachstum von rund +10,3 Prozent auf
EUR 8,3 Mrd. als auch das Kreditwachstum von rund +4,3 Prozent auf
EUR 10,2 Mrd. Die Kredite an Unternehmen stiegen 2012 um rund 6
Prozent.
9.000 Kunden mehr in Wien
Die Kundenanzahl der RLB NÖ-Wien erhöhte sich im Jahr 2012 um rund
9.000 auf insgesamt 265.000 Kunden. "Das Vertrauen unserer Kunden und
unser erfolgreiches Geschäftsmodell verleihen uns Solidität und
Erdung", ist Generaldirektor Mag. Klaus Buchleitner überzeugt.
Einzelabschluss mit EGT von EUR 100 Mio. Konzernjahresüberschuss EUR 23 Mio.
Das marktbedingt niedrige Zinsniveau und dadurch sinkende Margen
belasteten im abgelaufenen Geschäftsjahr das Ergebnis der RLB
NÖ-Wien. Der daraus resultierende Rückgang des Nettozinsertrages (=
minus 11,3 Prozent) konnte durch die gute Geschäftsentwicklung nicht
wettgemacht werden, so dass sich das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit (EGT) der RLB NÖ-Wien im Einzelabschluss auf EUR
100 Mio. (2011: EUR 167 Mio.) verringerte.
Im Konzernabschluss nach IFRS sank der Jahresüberschuss auf rund
EUR 23 Mio. (nach rund EUR 111 Mio. im Vorjahr). Hauptgrund dafür war
der Verkauf des direkt gehaltenen 16,23-Prozent-Anteils an der
Raiffeisen Bank Zrt. (Ungarn).
Konzernbilanzsumme mit EUR 32,3 Mrd. stabil
Die Konzernbilanzsumme der RLB NÖ-Wien konnte im vergangenen Jahr
mit EUR 32,3 Mrd. stabil gehalten werden (2011: EUR 32,1 Mrd., +1
Prozent).
Geringes Kreditrisiko
In einem schwierigen Marktumfeld hatte die RLB NÖ-Wien durch
vorsichtige Kreditrisikopolitik und vorausschauendes Risikomanagement
das Risiko auch 2012 gut im Griff. "Die Kreditrisikovorsorgen
blieben auch 2012 unter den budgetierten Werten", so Generaldirektor
Buchleitner.
Kernkapitalquote stieg von 9,4 auf 10,3 Prozent
Erneut gestiegen ist die gute Kapitalausstattung der RLB NÖ-Wien.
Die Kernkapitalquote der RLB NÖ-Wien bezogen auf das Gesamtrisiko
konnte mit 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2011: 9,4 Prozent) um
0,9 Prozentpunkte gesteigert werden und liegt somit deutlich über dem
gesetzlichen Mindesterfordernis von 4,0 Prozent. Damit befindet sich
die RLB NÖ-Wien weiterhin über dem von der Europäischen
Bankenaufsicht für Systembanken geforderten hohen Niveau von 9,0
Prozent.
Die Eigenmittelquote liegt mit 14,9 Prozent ebenfalls klar über dem
gesetzlichen Erfordernis von 8,0 Prozent und über dem Vorjahreswert
von 14,1 Prozent.
Zur Steigerung der Kernkapital- und der Eigenmittelquote trugen
nicht nur das positive Ergebnis, sondern auch erste vorbereitende
Optimierungsmaßnahmen für Basel III bei.
Wachstumskurs in Wien fortgesetzt
"Sicherheit und Kompetenz, Innovation und Leidenschaft - das
zeichnet den Lebensnerv der RLB NÖ-Wien in der Beziehung zu unseren
Kunden aus", so Generaldirektor-Stv. Dr. Georg Kraft-Kinz. Wachstum
bei den Einlagen (EUR 8,3 Mrd., +10,3 Prozent) und im Kreditgeschäft
- sowohl bei Handel und Gewerbe in Wien als auch bei großen
Kommerzkunden - unterstreichen den Wachstumskurs und die Vertiefung
der Beziehungen zu den Kunden in Qualität und Umfang. Die RLB NÖ-Wien
überzeugt mit zusätzlichen Serviceinstrumenten, etwa einem speziellen
Unternehmens-Check. "Wir verbinden neue Technologie und individuelle
Kommunikation, verknüpfen digitale und analoge Wege", sieht
Kraft-Kinz "Raiffeisen in Wien auch bei App und neuen
Zusatzleistungen für Kunden auf innovativem Kurs."
NÖ Raiffeisenbanken mit bisher bestem Ergebnis (+33 Prozent)
Mit ihrem bisher besten Ergebnis schlossen die 70
niederösterreichischen Raiffeisenbanken das Geschäftsjahr 2012 ab. So
konnten sie das EGT von 2011 auf 2012 auf EUR 114 Mio. steigern
(2011: EUR 86 Mio.). Das bedeutet einen Zuwachs um 33 Prozent. Die
Bilanzsumme betrug per 31.12.2012 EUR 19.827 Mio. (VJ: EUR 19.519
Mio.)
955.000 Kunden bei 43 Prozent Marktanteil in Niederösterreich
Auch der Marktanteil der niederösterreichischen Raiffeisenbanken
konnte von 42 auf 43 Prozent ausgebaut werden. Nahezu jeder zweite
niederösterreichische Bankkunde ist damit Raiffeisenkunde. Die
Raiffeisenbanken in Niederösterreich sind mit ihren mehr als 3.600
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 544 Bankstellen DER Nahversorger
im Finanzdienstleistungsbereich. Mehr als 11.000 Kunden - netto -
konnten im vergangenen Jahr gewonnen werden (+1,2 %). Damit haben
insgesamt 955.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher
eine Bankverbindung zu Raiffeisen.
Ausgezeichnet verlief auch das operative Geschäft. Sowohl Kredite
als auch Einlagen entwickelten sich 2012 positiv. So verzeichneten
die niederösterreichischen Raiffeisenbanken ein Kreditwachstum von
rund 8,1 Prozent und ein Wachstum bei den Einlagen von +2,4 Prozent.
Ausblick 2013
"Die RLB NÖ-Wien ist in das Jahr 2013 gut gestartet und die
Entwicklung ist bisher plangemäß verlaufen. So verzeichneten wir
sowohl bei Krediten als auch bei Einlagen im ersten Quartal bereits
einen Zuwachs von rund 3 Prozent", erklärt Buchleitner. Trotz des
anhaltend niedrigen Zinsniveaus erwartet Buchleitner in der
Einzelbilanz für heuer ein Ergebnis zumindest auf dem
Vorjahresniveau, im Konzernabschluss geht er von einer deutlichen
Ergebnissteigerung auf zumindest EUR 100 Mio. aus. Strategisch stehen
klarerweise umfassende Maßnahmen zur Anpassung an das neue
regulatorische Umfeld unter Basel III im Mittelpunkt. Buchleitner
dazu: "Mit der raschen Umsetzung dieser notwendigen Maßnahmen kann
auch im Jahr der Einführung der neuen Regularien der Wachstumskurs
sowohl im Privat- als auch im Kommerzkundenbereich erfolgreich
fortgesetzt werden." Einen wesentlichen Schwerpunkt sieht Buchleitner
in der intensiven Zusammenarbeit im Verbund mit den
niederösterreichischen Raiffeisenbanken um weitere Synergien nutzen
zu können.
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien: Positive Entwicklung wesentlicher Beteiligungen, Dividenden-Erhöhung trotz Ergebnis-Rückgangs
Stabilität auf sechs Säulen
Die diversifizierte Konzernstruktur der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien
mit ihren sechs stabilen Säulen: Bankgeschäft, Industrie, Erneuerbare
Energien, Medien, Dienstleistungen und Immobilien hat sich auch im
Jahr 2012 bewährt. Dadurch konnten negative Auswirkungen der
wirtschaftlichen Situation in Teilbereichen durch gute Entwicklungen
in anderen Konzernteilen ausgeglichen werden. Die rund 700
Unternehmen mit weltweit insgesamt 162.000 Mitarbeitern, an denen die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien direkt und indirekt beteiligt ist, haben
das Jahr 2012 trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen insgesamt
gut bewältigt.
Einzelergebnis von EUR 46,2 Mio. ermöglicht höhere Dividende an Eigentümer
Auch 2012 verzeichnete die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien in der
Einzelbilanz eine sehr zufriedenstellende Ergebnisentwicklung.
Aufgrund stabiler Beteiligungserträge wesentlicher
Tochterunternehmungen und einer traditionell schlanken Kostenstruktur
konnte das EGT bei EUR 46,2 Mio. (VJ: 67,9 Mio.) stabilisiert werden.
"Mit diesem - auch in einem schwierigen Jahr - erwirtschafteten
EGT können wir unseren Eigentümern - allen voran den
niederösterreichischen Raiffeisenbanken - eine Dividende von EUR 41
Mio. ausschütten - das sind um EUR 2 Mio. mehr als im Vorjahr", so
Buchleitner.
Konzernergebnis durch außergewöhnliche Faktoren gekennzeichnet
Das Konzernergebnis der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien war 2012 durch
eine Reihe von außergewöhnlichen Faktoren gekennzeichnet. Dazu zählen
vor allem Restrukturierungsaufwendungen, insbesondere der Verkauf der
Raiffeisenbank in Ungarn (siehe auch RLB NÖ-Wien) und des
Außenwerbeunternehmens EPAMEDIA sowie Änderungen in der Bewertung
aufgrund des IFRS-Regelwerkes. Bereinigt um diese Sonderfaktoren läge
das mit EUR 26 Mio. negative Konzernergebnis zumindest auf dem Niveau
des Vorjahres (2011: EUR 150 Mio.).
Bilanzsumme auf stabilem Niveau, Eigenmittelquote und Kernkapitalquote erhöht
Die Bilanzsumme des Konzerns ist 2012 mit EUR 33,98 Mrd. auf
stabilem Niveau (VJ: EUR 34,03 Mrd.). Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien
verfügt über eine sehr gute Kapitalausstattung - dies dokumentiert
die Substanzstärke und solide Risikotragfähigkeit des Konzerns. So
liegt die Eigenmittelquote mit 17,32 Prozent - nach 16,9 Prozent im
Vorjahr - auf hohem Niveau. Die Kernkapitalquote hat sich von 11,35
Prozent auf 11,95 Prozent erhöht.
Investitionen in der Höhe von EUR 134 Mio.
Fortgesetzt wurde 2012 auch die Investitionspolitik der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Trotz des schwierigen Umfelds investierte
das Unternehmen 2012 mit EUR 134 Mio. fast doppelt so viel wie im
Vorjahr in Beteiligungen und Immobilien (2011: EUR 78 Mio). Die
größte Investition 2012 war jene in den Zubau zum Raiffeisenhaus
Wien, das RHW.2, mit Gesamtinvestitionskosten von EUR 84 Mio., die
2012 mit EUR 24,1 Mio. zu Buche schlug.
EUR 23 Mrd. Umsatz bei Industrie- und Dienstleistungsunternehmen
Der Umsatz der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien blieb mit EUR 23 Mrd. gegenüber EUR 22,6
Mrd. im Vorjahr auf gleichbleibendem Niveau. Die
Beteiligungsunternehmen investierten im Jahr 2012 im In- und Ausland
EUR 980 Mio.
Diversifikation im Portfolio hat sich bewährt
"Der Großteil unserer Beteiligungen, vor allem jene im Bereich der
landwirtschaftlichen Verarbeitung, haben sich im Jahr 2012 sehr gut
entwickelt. Die Diversifikation in sechs Geschäftsfelder hat sich
einmal mehr bewährt", betonte Mag. Veronika Haslinger,
Geschäftsleiterin der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien.
Das Jahr 2012 stand bei der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien im Zeichen
der Portfoliooptimierung. So wurde im Bereich der Medien mit dem
Verkauf der Außenwerbefirma EPAMEDIA ein entscheidender Schritt zur
zukünftigen Ergebnisverbesserung gesetzt. Auch das
Immobilienportfolio konnte durch den Verkauf des
Fachmarktzentrumpakets - bestehend aus zwölf Fachmarkt- und zwei
Einkaufszentren in Wien, Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark
- an die UNIQA Gruppe weiter optimiert werden.
Ausblick 2013
"Der bisherige Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2013 war auch in
der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien plangemäß. Für die Einzelbilanz rechne
ich aufgrund der zu erwartenden stabilen Beteiligungserträge für
heuer mit einem Ergebnis von über EUR 50 Mio.", so Buchleitner. Für
die Konzernbilanz zeigen letzte Prognosen, dass sich der
Jahresüberschuss 2013 wieder auf gutem Niveau bewegen und in etwa EUR
170 Mio. erreichen wird.
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