Privatinsolvenzstatistik 1. Quartal 2013: 40 Insolvenzen pro Werktag

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Privatinsolvenzstatistik 1. Quartal 2013: 40 Insolvenzen pro Werktag



Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das 1. Quartal 2013 zeigen eine erfreuliche Trendwende bei den Insolvenzen von Privatpersonen: Erstmals seit der Einführung des Schuldenregulierungsverfahrens im Jahr 1995 ist die Zahl der zahlungsunfähigen Privaten signifikant um über 10% auf 2.532 Insolvenzen gesunken. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist dabei um 12,9% auf 2.223 Verfahren zurückgegangen, die mangels Vermögen zurückgewiesenen Insolvenzanträge sind um 10,4% auf 309 Verfahren gestiegen. Mit ein Grund für diese Entwicklung ist die steigende Arbeitslosigkeit. Was zunächst paradox klingt, liegt aber darin begründet, dass ein regelmäßiges Einkommen unabdingbare Voraussetzung für die Entschuldung ist. Verdient der Schuldner nichts oder weniger, kann er den Gläubigern auch keine angemessene Zahlungsplanquote anbieten. Der Anteil der Arbeitslosen in der Schuldnerberatung steigt. Dazu kommt, dass die Banken seit 2008 vorsichtiger bei der Kreditvergabe sind und es somit weniger überschuldete Private gibt.

Die Insolvenzursachen liegen hauptsächlich im mangelnden (Verantwortungs-)Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit den eigenen Finanzen in Kombination mit den "Verführungen" der Konsum- und Freizeitgesellschaft. Kommt dann noch ein unvorhergesehnes Ereignis wie Jobverlust, Scheidung oder Krankheit hinzu, bedeutet das den finanziellen Kollaps. Ein Drittel der Insolvenzen ist weiterhin auf gescheiterte Selbstständige zurück zu führen.

Bundesländervergleich: 4 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig/überschuldet

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass die Bundesländer Vorarlberg (-17,4%), Niederösterreich (-12,9%) und Kärnten (-11,5%) die stärksten Rückgänge zu verzeichnen haben. Mehr als ein Drittel aller Privatinsolvenzen (1.479 Fälle, -10,8%) in Österreich finden in Wien statt. Mehr als 7 von 10.000 erwachsenen Wienern wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen rund 4 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 1. Quartal 2013

Die ersten Zahlen über die Entwicklung der Privatinsolvenzen zeigen ein trügerisches Bild von der Wirklichkeit. Durch die steigende Arbeitslosigkeit haben eine geringer Zahl der rund 150.000 überschuldeten Österreicher die Chance, sich im Wege eines ordentlichen Verfahrens zu entschulden und wieder in den Wirtschaftskreislauf eingegliedert zu werden. Ein erster Blick zeigt sinkende Insolvenzen in Krisenzeiten, der zweite, genauere Blick aber den dahinter stehenden Schuldenberg, der nicht abgebaut werden kann. Aufgrund der vorsichtigeren Kreditvergabe und einer angespannten Arbeitsmarktsituation ist für das Gesamtjahr 2013 weiter mit einer rückläufigen Insolvenzentwicklung zu rechnen.




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