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Steinbichler: "Solides Jahresergebnis 2012. Kommunalkredit strategisch gut positioniert."
Kommunalkredit Austria veröffentlicht das Jahresergebnis 2012
- EUR 18,2 Mio. IFRS-Konzernjahresgewinn
- Solide Kapitalausstattung: 17,4 % Eigenmittelquote; 12,3 % Tier-1 Ratio
- KA agiert ohne Unterstützung durch Republik Österreich
- EUR 9,2 Mio. Stabilitätsabgabe 2012 geleistet; bisher insgesamt EUR 16,6 Mio.
Die Kommunalkredit Austria AG (KA) hat heute das Ergebnis für das
Jahr 2012 vorgelegt. Das Geschäftsjahr 2012 weist einen soliden
IFRS-Jahresgewinn nach Steuern von EUR 18,2 Mio. aus.
Vorstandsvorsitzender Mag. Alois Steinbichler: "In dem gegenwärtigen
gesamtwirtschaftlichen Umfeld ist die Kommunalkredit Austria mit
ihrem klar ausgerichteten Geschäftsmodell auf das kommunale und
infrastrukturelle Projektgeschäft strategisch sehr gut positioniert.
Die weiterhin erforderliche Budgetkonsolidierung auf Basis des
europäischen und österreichischen Stabilitätspakts bedingt die von
der KA seit 2009 verfolgte Verbreiterung der Finanzierungsbasis für
öffentliche Infrastrukturinvestitionen". Seit Beginn der
Restrukturierung im Jahr 2009 agiert die KA ohne staatliche
Unterstützung. Die Bank hat bisher EUR 16,6 Mio. an Stabilitätsabgabe
("Bankensteuer") geleistet.
Im strategischen Kerngeschäft wurden positive Initiativen gesetzt.
Es wurden EUR 377,1 Mio. Kreditauszahlungen getätigt; weitere EUR
301,5 Mio. sind im Rahmen diverser Projektentwicklungen als
zukünftige Auszahlungen zugesagt. Steinbichler: "Insbesondere bei
Infrastrukturprojekten sind die Berücksichtigung aller Betriebs- und
Instandhaltungsaufwendungen während des Projektlebenszyklus und die
damit verbundenen langfristigen budgetären Auswirkungen zu beachten.
Die Nachfrage nach projektbasierten Lösungen für kommunalnahe und
infrastrukturelle Investitionsvorhaben steigt."
Das Jahr 2012 war auch für die Tochtergesellschaft Kommunalkredit
Public Consulting GmbH (KPC), als spezialisierter Anbieter für das
Management von Förderungsprogrammen im Umwelt- und Klimaschutzbereich
für die Republik Österreich, wiederum sehr erfolgreich. Es wurden
mehr als 42.000 Projektanträge bearbeitet; Fördermittel von EUR 475,4
Mio. wurden im Auftrag der Fördergeber, insbesondere des
Lebensministeriums und des Infrastrukturministeriums, vergeben,
welchen ein Investitionsvolumen von EUR 2,4 Mrd. zugrunde liegt.
Ebenso wurde der KPC die Abwicklung von Förderprogrammen einiger
Bundesländer zugesprochen. Die Beratungsdienstleistungen der KA und
KPC konnten erfreulich ausgebaut werden. Beratungsmandate sowohl von
internationalen Organisationen, wie EIB, Weltbank, EBRD, OECD als
auch im kommunalen Bereich konnten akquiriert werden.
Die Kommunalnet E-Government Solutions GmbH (Kommunalnet), als
führendes Arbeits- und Informationsportal für österreichische
Kommunen, konnte die Marktpräsenz ebenso weiter ausbauen; 2.190
Gemeinden nutzen das Kommunalnet als Intranet-Plattform; dies
entspricht einer Marktdurchdringung von 92,9 %; per Ende Dezember
2012 nutzten die Plattform 12.930 kommunale Mitarbeiter.
Ertragslage und Bilanzstruktur
Das IFRS-Konzernjahresergebnis vor Steuern für das Geschäftsjahr
2012 betrug EUR 18,4 Mio.; nach Steuern EUR 18,2 Mio. Dies nach einem
IFRS-Jahresverlust 2011 vor Steuern von EUR -157,5 Mio. (EUR -148,7
Mio. nach Steuern), in Folge der damals vorzunehmenden
Wertberichtigungen aus der Griechenland-Umschuldung. Das
IFRS-Gesamtergebnis unter Berücksichtigung der positiven Bewertung
von Available for Sale (AFS)-Beständen im Ausmaß von EUR 30,9 Mio.
beträgt EUR 48,1 Mio. (2011: EUR -178,6 Mio.).
Der Zinsüberschuss von EUR 43,9 Mio. (2011: EUR 48,5 Mio.) liegt
um 9,6 % unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang beruht auf der
geänderten Bilanzstruktur, der reduzierten Verzinsung der
Besserungsscheinforderung gegenüber der Republik Österreich sowie
auf, vor allem in der zweiten Jahreshälfte, gestiegenen
Refinanzierungskosten.
Das Provisionsergebnis von EUR 15,0 Mio. (2011: EUR 14,8 Mio.) ist
im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 % gestiegen und reflektiert vor allem
die Umsatzerlöse aus dem Förderungs- und Beratungsmanagement der KPC;
weitere Provisionserträge resultieren vor allem aus
Kreditprovisionen.
Das Handels- und Bewertungsergebnis ist in Summe mit EUR 12,0 Mio.
(2011: EUR -179,3 Mio.) positiv. Bestimmend sind dabei Erträge von
EUR 34,9 Mio. aus der vorzeitigen Tilgung von Eigenemissionen, EUR
-12,3 Mio. Aufwand aus der Veräußerung von Wertpapieren und Darlehen
sowie EUR -10,6 Mio. Bewertungen des Fair Value Bestandes durch
Ausweitung von Kreditspreads.
Der Verwaltungsaufwand nach EUR 9,9 Mio. Weiterverrechnung für
Dienstleistungen an die KA Finanz AG beträgt EUR -34,8 Mio. (2011:
EUR -35,3 Mio.) und liegt um 1,4 % unter dem Vorjahr.
Die im betrieblichen Aufwand auszuweisende Stabilitätsabgabe an
die Republik Österreich ("Bankensteuer") beträgt nach der am 31. März
2012 beschlossenen Erhöhung für das Jahr 2012 EUR 9,2 Mio. (2011: EUR
7,4 Mio.). Damit hat die KA bisher insgesamt EUR 16,6 Mio. an
Stabilitätsabgabe geleistet.
Die Bilanzsumme nach IFRS zum 31. Dezember 2012 stand bei EUR 15,9
Mrd. (31.12.2011: EUR 16,7 Mrd.). Mit Jahresende 2012 betrugen die
Forderungen an Kunden EUR 10,3 Mrd. Dies entspricht einer Reduktion
von 2,4 % gegenüber dem Stand von EUR 10,6 Mrd. zum Jahresultimo
2011. Plangemäße Tilgungen von EUR 683,7 Mio. wurden großteils mit
höher rentierendem und der neuen Strategie entsprechendem Neugeschäft
kompensiert. Niedrigmargige Aktiva im Ausmaß von EUR 422,5 Mio.
wurden zur Verbesserung der Bilanzstruktur veräußert.
Kapitalausstattung
Die KA verfügt über eine solide Kapitalbasis. Per 31. Dezember
2012 betragen die aufsichtsrechtlichen Konzerneigenmittel EUR 397,6
Mio. (31.12.2011: EUR 363,9 Mio.); das Konzernkernkapital liegt bei
EUR 281,8 Mio. (31.12.2011: EUR 290,8 Mio.). Bei einem Bestand von
risikogewichteten Aktiva (Kreditrisiko) von EUR 2.164,1 Mio.
(31.12.2011: EUR 2.328,7 Mio.) resultiert eine Eigenmittelquote von
17,4 % (31.12.2011: 15,0 %) sowie ein Tier-1-Ratio von
12,3 % (31.12.2011: 12,0 %). Die KA konnte somit die solide
Kapitalausstattung im Geschäftsjahr verbessern. Die
Kapitalerfordernisse der per 1. Jänner 2014 geltenden Basel
III-Vorschriften werden erfüllt.
Das Eigenkapital gemäß IFRS beträgt EUR 288,4 Mio. (31.12.2011:
EUR 240,3 Mio.) und ist gegenüber dem Vorjahr wesentlich angestiegen.
Dies vor allem durch den IFRS-Jahresgewinn sowie in Folge des
IFRS-Gesamtergebnisses aus der verbesserten Bewertung der Available
for Sale-Positionen.
Refinanzierungsstruktur
Die Refinanzierung der KA erfolgt ohne staatliche Unterstützung
auf dem freien Markt. Die KA hat die "Long Term Refinancing
Operation" (LTRO) der Europäischen Zentralbank (EZB) im Ausmaß von
insgesamt EUR 1,5 Mrd. beansprucht. Damit wurde für das Jahr 2012
eine von den Kapitalmarktentwicklungen unabhängige
Refinanzierungssituation geschaffen. In einem verbesserten
Marktumfeld hat die KA zudem in der zweiten Jahreshälfte Senior
Unsecured Private Placements im Ausmaß von EUR 95 Mio. begeben. Im
ersten Quartal 2013 wurden EUR 150 Mio. an LTRO-Refinanzierung
zurückgeführt.
Per 31. Dezember 2012 beliefen sich die Einlagen von
institutionellen Kunden (Versicherungen, Pensionskassen,
öffentlichkeitsnahe Unternehmen, KAGs) auf EUR 1,6 Mrd. (31.12.2011:
EUR 1,5 Mrd.). Die Bank betreibt kein Privatkundengeschäft. An
kapitalmarktseitigen Refinanzierungen aus Covered Bonds, Senior
Unsecured und Privatplatzierungen sind
EUR 8,8 Mrd. aushaftend.
Kreditqualität
Das Kreditportfolio der KA hat eine hohe Kreditqualität und ist
durch eine breite Kundenbasis im kommunalen und öffentlichkeitsnahen
Sektor gekennzeichnet. Das Non-Performing-Loan (NPL)-Ratio zum 31.
Dezember 2012 beträgt 0,0 %. Insgesamt liegen 95 % des Obligos im
Investmentgrade-Bereich; 59 % sind AAA/AA-geratet. Geografisch
verteilt sich der Großteil des Exposures auf die Europäische Union
(EU-27 inkl. Österreich 90 %). Auf Nicht-EU-Staaten entfallen 10 %
(davon 78 % Schweiz). Der Obligoanteil an Euro-Staaten mit
Unterstützungsmaßnahmen beträgt EUR 203,2 Mio. oder 1,5 % des
Gesamtportfolios.
An Kreditrisikovorsorgen wurden EUR 8,2 Mio. gebildet; enthalten
sind EUR 3,0 Mio. aus dem Verkauf eines von der Republik Griechenland
garantierten Darlehens, welches per 30. Juni 2012 zu 100 %
wertberichtigt war und unter Wertaufholung von EUR 2,6 Mio. auf dem
Sekundärmarkt veräußert werden konnte. Die KA verfügt nunmehr über
keinerlei Obligo gegenüber griechischen Kreditnehmern.
Im Jahr 2012 konnte nach UGB zudem eine Risikovorsorge gemäß § 57
Abs 1 BWG in Höhe von EUR 42,7 Mio. gebildet werden; dies stellt eine
allgemeine Risikovorsorge dar.
UGB/BWG
Das Betriebsergebnis nach UGB/BWG beträgt EUR 18,4 Mio. (2011: EUR
20,7 Mio.) und liegt, im Wesentlichen aufgrund der Reduktion des
Zinsergebnisses, um EUR 2,3 Mio. oder 11,3 % unter dem Vorjahreswert.
Basierend auf den Vorgaben des EU-Restrukturierungsplans, der bis
zur Privatisierung keine positiven Nettoergebnisse vorsieht, beträgt
das Periodenergebnis nach UGB/BWG EUR 0,0 Mio. (2011: EUR -119,5
Mio.); dies nach Dotierung einer allgemeinen Risikovorsorge nach § 57
Abs. 1 BWG in Höhe von EUR 42,7 Mio. Die Bilanzsumme nach UGB/BWG
liegt bei EUR 13,7 Mrd. (31.12.2011: EUR 14,8 Mrd.).
Auf Basis des ausgeglichenen UGB-Periodenergebnisses erfolgt im
Jahr 2013 für das Jahr 2012 keine Kuponzahlung auf das
Ergänzungskapital und keine Ausschüttung auf das
Partizipationskapital. Die diesbezügliche Ad-hoc-Meldung vom 31. März
2011 bleibt aufrecht.
Übertragung der KA-Anteile der Republik an die FIMBAG
Mit Übertragungsvereinbarung vom 17. Februar 2012 wurde der 99,78
%-Anteil der Republik Österreich an der KA vom Bundesministerium für
Finanzen (BMF) an die FIMBAG Finanzmarktbeteiligung
Aktiengesellschaft des Bundes als Treuhänder übertragen; die FIMBAG
hält seit Übertragung die Anteile für die Republik Österreich
treuhändisch und nimmt somit die Eigentümeragenden wahr.
Privatisierung
Der von der Europäischen Kommission im Jahr 2011 genehmigte
Restrukturierungsplan enthält eine Privatisierungsauflage per 31.
Dezember 2012 und Closing 30. Juni 2013. Diese Auflage ist derzeit
noch offen. Vorliegende, von den vorherrschenden Marktgegebenheiten
bestimmte Angebote werden zwischen der FIMBAG als Treuhänder der
Republik Österreich, dem Bundesministerium für Finanzen und der
Europäischen Kommission geprüft.
Die Einhaltung sonstiger Auflagen aus der Kommissionsentscheidung
wird halbjährlich von einem externen Monitoring Trustee überprüft. In
allen bisherigen Berichten wurde die Einhaltung sämtlicher Auflagen
seitens der KA ohne Einschränkung bestätigt.
Ausblick
Die Wirtschaftsprognosen für 2013 erwarten einen leichten Rückgang
der Wirtschaftsleistung im Euro-Raum, welche sich jedoch in der
zweiten Jahreshälfte 2013 wieder leicht erholen soll, wobei die Werte
für Österreich über dem europäischen Durchschnitt erwartet werden. Es
wird erwartet, dass das Zinsniveau weiterhin niedrig bleibt. Das
Zinsergebnis 2013 wird daher, wie im Bankensektor allgemein, trotz
steigender Kundenmargen unter Druck bleiben. Im ersten Halbjahr 2013
wird das Zinsergebnis der KA zusätzlich durch die reduzierte
Verzinsung der gestundeten Besserungsscheinforderung an die Republik
Österreich belastet; diese Forderung wird mit 8. Juli 2013 getilgt.
Im Kerngeschäft der Kommunalkredit werden neben den budgetären
Begrenzungen in Bezug auf öffentliche Infrastrukturinvestitionen für
finanzierende Banken vermehrt auch die Parameter von Basel III
Berücksichtigung finden. Durch die Bilanzdynamik langfristiger Aktiva
wird in Zukunft die Platzierung derartiger Finanzierungen nach
Projektfertigstellung zunehmend bei institutionellen Investoren
(Versicherungen, Fonds etc.) erfolgen. Die KA ist mit ihrer
geschäftspolitischen Ausrichtung für derartige Entwicklungen sehr gut
positioniert.
Die KA wird ihre ertragsorientierte, auf nachhaltige und
problemlösungsorientierte Kundenbeziehungen ausgerichtete
Marktstrategie konsequent fortsetzen.
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