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Steinbichler: "Risikopositionen um weitere EUR 4,9 Mrd. abgebaut; damit Portfolio insgesamt um EUR 15,1 Mrd. oder 52 % reduziert."
KA Finanz veröffentlicht das Jahresergebnis 2012
- EUR 4,9 Mrd. Risikoabbau im Geschäftsjahr 2012
- EUR 15,1 Mrd. seit Beginn der Restrukturierung um 52 % abgebaut
- Kapitalunterstützung der Republik Österreich gegenüber Halbjahr
2012 um EUR 119,7 Mio. reduziert
- EUR 1,75 Mrd. Liquiditätsgarantien ohne Beanspruchung rückgeführt
- Jahresfehlbetrag von EUR -70,7 Mio. nach EUR 83,3 Mio.
geleisteten Haftungsentgelten
Die KA Finanz AG (KF) hat heute das Jahresergebnis 2012 vorgelegt.
Die KF konnte 2012 bei - generell verbesserter aber volatiler
Marktlage - Risikopositionen im Ausmaß von insgesamt EUR 4,9 Mrd.
unter Ausnutzung positiver Marktfenster abbauen. Damit konnte das
Risikoportfolio der KF seit Beginn der Restrukturierung im November
2008 um EUR 15,1 Mrd. oder 52 % auf nunmehr 48 % des Anfangsbestands
von EUR 30 Mrd. reduziert werden; dies liegt über den Budgetwerten
des Restrukturierungsplans. Nach EUR 83,3 Mio. an die Republik
Österreich geleisteten Haftungsentgelten war das Jahresergebnis mit
EUR -70,7 Mio. negativ (Budget 2012: EUR -72,6 Mio.).
Portfolioabbau
Von den Portfolioreduktionen waren EUR 2,9 Mrd. CDS-Positionen
sowie EUR 1,0 Mrd. Wertpapiere und Darlehen; weitere EUR 1,0 Mrd.
waren planmäßige Tilgungen vor allem im Wertpapier-Bereich.
Im ersten Quartal 2013 konnten weitere EUR 0,9 Mrd., vor allem im
CDS-Bereich, abgebaut werden, sodass das Gesamtportfolio der KF zum
31. März 2013 EUR 13,6 Mrd. oder insgesamt 45 % des
Ausgangsportfolios beträgt.
Bilanzstruktur und Kapitalausstattung
Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2012 betrug EUR 11,0 Mrd.
(31.12.2011: EUR 14,9 Mrd.). Dies entspricht einer Reduktion im
Vergleich zum Vorjahr um EUR 3,9 Mrd. oder 26,4 %. Die Reduktion der
Bilanzsumme ist zu unterscheiden von der Portfolioreduktion, da
letztere auch nicht bilanzwirksame CDS-Geschäfte enthält. Die
Reduktion der Bilanzsumme resultiert aus dem Portfolioabbau und
Tilgungen (EUR 2,0 Mrd.) sowie dem Rückgang von Sicherheitsstellungen
unter CSA-Vereinbarungen / Collateralleistungen (EUR 1,3 Mrd.).
Die KF hielt zum 31. Dezember 2012 Kernkapital in Höhe von EUR
403,6 Mio. (31.12.2011: EUR 474,3 Mio.), der Eigenmittelbestand
belief sich auf EUR 639,6 Mio. (31.12.2011: EUR 836,5 Mio.). Auf
Basis der risikogewichteten Aktiva von EUR 4,9 Mrd. (31.12.2011: EUR
6,4 Mrd.) ergab sich somit, nach Auflösung von EUR 116,0 Mio. § 57
Abs. 1 Vorsorge im Jahr 2012, eine Tier-1-Ratio von 8,3 %
(31.12.2011: 7,3 %) und eine Eigenmittelquote von 13,1 % (31.12.2011:
12,9 %).
Kapitalmaßnahmen der Republik Österreich
Zum 31. Dezember 2012 betrugen die Kapitalmaßnahmen der Republik
Österreich unter Berücksichtigung von Wertaufholungen sowie
geleisteter Haftungsentgelte EUR 1,9 Mrd; dies ist gegenüber dem
Halbjahr 2012 eine Reduktion von EUR 119,7 Mio. Ein wesentlicher
Anteil davon entfällt auf Wertaufholungen aus Positionen gegenüber
Griechenland, welche durch Verkäufe am Sekundärmarkt bzw. die
Teilnahme der KF am neuerlichen Tauschprogramm zu Griechenland im
Dezember 2012 realisiert wurden. Das staatliche Risiko gegenüber
Griechenland hat sich somit per 31. Dezember 2012 auf EUR 61,6 Mio.
reduziert und bezieht sich auf Darlehen an griechische Gemeinden.
Zudem konnten durch fokussierte Work-Out Maßnahmen beschleunigte
Tilgungen langlaufender Anleihen sowie Wertaufholungen durch
Anleihen-Sekundärmarktverkäufe über Buchwert im Bereich von US RMBS
(US-amerikanische Residential Mortgage Backed Securities) realisiert
werden.
Per 1. Januar 2014 wird die Kapitalausstattung der KF nach den
dann gültigen Basel III-Anforderungen zu berechnen sein. Wie bereits
bei der Veröffentlichung des Bundesbudgets 2013 der Republik
Österreich publiziert, ist für die KF dafür ein Betrag von EUR 250
Mio. budgetiert. Aus heutiger Sicht wird der Basel III-bedingte
Kapitalbedarf deutlich unter dieser Schwelle liegen; Details werden
im vierten Quartal 2013 festgelegt.
Liquiditätssituation
Die Liquiditätssituation der KF hat sich im Geschäftsjahr 2012
insbesondere nach den von der Europäischen Zentralbank (EZB)
getroffenen Maßnahmen wesentlich verbessert. Insbesondere haben sich
die unter CDS-Vereinbarungen mit Marktpartnern zu erbringenden
Collateralleistungen zum Stichtag wesentlich um EUR 1,3 Mrd.
reduziert.
Liquiditätsgarantien
Im Geschäftsjahr 2012 wurden EUR 1,75 Mrd. Liquiditätsgarantien
der Republik Österreich ohne Beanspruchung rückgeführt. Durch eine
weitere Fälligkeit von EUR 1,0 Mrd. im Juni 2013 werden sich die
aushaftenden Liquiditätsgarantien plangemäß auf EUR 4,3 Mrd.
reduzieren; davon sind EUR 3,0 Mrd. Garantien für das Commercial
Paper (CP)-Programm der KF, welche kostengünstige
Refinanzierungssätze für die KF sicherstellen. Gegenüber dem
Höchststand zum Jahresende 2010 wird sich das liquiditätsrelevante
Garantievolumen damit um EUR 5,1 Mrd. bzw. 54 % ohne Beanspruchung
reduziert haben. Vom Gesamtrefinanzierungsvolumen per 31. Dezember
2012 von EUR 9,5 Mrd. wurden EUR 4,6 Mrd. bzw. 49 % unabhängig von
direkten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen am freien Markt
aufgebracht.
Haftungsentgelte
Im Geschäftsjahr 2012 hat die KF EUR 83,3 Mio. Haftungsentgelte
für die Kapitalunterstützung sowie Liquiditätsgarantien der Republik
Österreich geleistet. Insgesamt hat die KF damit bisher EUR 623,3
Mio. Brutto-Haftungsentgelte geleistet. Nach Abzug der von der
Republik Österreich bis Ende 2011 geleisteten
Restrukturierungsbeiträge in Höhe von EUR 210,0 Mio. ergeben sich
Netto-Haftungsentgelte von EUR 413,3 Mio.
Portfoliostruktur
Das Gesamtportfolio der KF betrug zum Stichtag 31. Dezember 2012
EUR 14,5 Mrd. Davon sind EUR 12,4 Mrd. bzw. 85,4 % im
Investmentgrade-Bereich (BBB oder besser) gerated; EUR 4,3 Mrd. bzw.
30,0 % entfallen auf den AAA/AA-Bereich; das durchschnittliches
Rating beträgt A- (Skalierung nach Standard & Poor’s/Fitch). Dies
reflektiert sich in einer sehr niedrigen Non-Performing-Loan-Ratio
von 0,2 %.
Durch die gesetzten Portfolioabbaumaßnahmen wurde das
Konzentrationsrisiko wesentlich reduziert. Die zehn größten Risken
aus souveränem Obligo, Gebietskörperschaften und staatsgarantierten
Positionen konnten per 31. Dezember 2012 auf EUR 5,5 Mrd. abgebaut
werden; das darin enthaltene Obligo in Ländern mit
Unterstützungsmaßnahmen betrug EUR 2,5 Mrd. oder 17,3 % des
Portfolios und konnte durch weitere Portfolioabbaumaßnahmen im ersten
Quartal 2013 auf EUR 2,1 Mrd. oder 15,6 % des Gesamtportfolios von
EUR 13,6 Mrd. per 31. März 2013 reduziert werden.
Das CDS- und Haftungsexposure (netto nach Absicherungshedges) per
31. Dezember 2012 betrug EUR 6,2 Mrd. bzw. 43 % des Gesamtportfolios
und konnte seit Restrukturierungsbeginn um 49 % reduziert werden. EUR
6,6 Mrd. des Portfolios entfielen auf Wertpapiere, weitere EUR 0,9
Mrd. auf Darlehen.
Ertragslage
Das Jahresergebnis nach Steuern war nach EUR 83,3 Mio. geleisteten
Haftungsentgelten mit EUR -70,7 Mio. (2011: EUR -534,4 Mio.) negativ
(Budget 2012: EUR -72,6 Mio.). Das Zinsergebnis betrug EUR -43,5 Mio.
und reflektiert Refinanzierungskosten, welche über den
Durchschnittsmargen der Bestände liegen.
Das Ergebnis aus Bewertungen und Realisierungen war in Summe mit
EUR 103,2 Mio. positiv und enthielt neben dem Aufwand für
Portfolioabbaumaßnahmen EUR 116,0 Mio. Auflösungen der § 57 Abs. 1
BWG Vorsorge.
Rating
Die KF verfügt von der Ratingagentur Fitch über ein langfristiges
Rating von A+ und ein Kurzfrist-Rating von F1+. Von Standard & Poor’s
besteht ein langfristiges Rating von A und ein kurzfristiges Rating
von A-1. Sämtliche Ratings haben einen stabilen Ausblick.
Übertragung der KF-Anteile der Republik an die FIMBAG / Aktionärsstruktur
Mit Übertragungsvereinbarung vom 17. Februar 2012 wurde der 99,78
%-Anteil der Republik Österreich an der KF vom Bundesministerium für
Finanzen (BMF) an die FIMBAG Finanzmarktbeteiligung
Aktiengesellschaft des Bundes als Treuhänder übertragen.
Der Österreichische Gemeindebund war bis 31. Dezember 2011 mit
0,22 % am Grundkapital der KF beteiligt. Er hat voll am
Kapitalschnitt teilgenommen jedoch auf das zustehende Bezugsrecht in
der nachfolgenden Kapitalerhöhung verzichtet. Die Republik Österreich
hält somit seit 31. Dezember 2011 100 % der Anteile der KF,
treuhänderisch über die FIMBAG.
Ausblick
Die Marktlage hat sich nach den von der EU sowie der EZB im Laufe
des Geschäftsjahres 2012 getroffenen Maßnahmen wesentlich verbessert,
ist jedoch weiterhin volatil. Die KF konnte in diesem Marktumfeld
günstige Marktfenster zur Portfolioreduktion nutzen. Im Hinblick auf
die weiterhin bestehenden Risken der KF im Euro-Raum ist die
Entwicklung in dieser Zone von besonderer Bedeutung.
Die Liquiditätshaftungen der Republik Österreich werden sich nach
Fälligkeiten von EUR 1,0 Mrd. bis 31. Dezember 2013 plangemäß auf EUR
4,3 Mrd. reduzieren; im verbleibenden Betrag sind EUR 3,0 Mrd.
Garantiefazilität für kostengünstige Commercial Paper-Finanzierungen
enthalten.
Das Zinsergebnis wird aufgrund der geringen Margen bei Eingehen
der Transaktionen weiterhin negativ bleiben. Insgesamt wird unter
Berücksichtigung von Haftungsgebühren über EUR 47 Mio. auch für das
laufende Geschäftsjahr kein positives Jahresergebnis erwartet.
Daraus, sowie aufgrund der vorrangigen Verwendung allfälliger
Überschüsse zur erforderlichen Bedienung der
Besserungsscheinverpflichtung, ergeben sich für das Geschäftsjahr
2013 sowie in absehbarer Zukunft keine Ausschüttungen auf das
Ergänzungskapital.
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