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Deutsche Wirtschaft verzeichnet im April erstmals seit November 2012
wieder moderate Wachstumseinbußen
- Flash Deutschland Composite Index
Produktion bei 48.8 (März 50.6), 6-Monatstief
- Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 49.2 (März 50.9), 6-Monatstief
- Flash Deutschland EMIâ„¢ Industrie bei 47.9
(März 49.0), 4-Monatstief
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion
bei 47.9 (März 50.0), 4-Monatstief
Nach viermonatigem Wachstum musste die
deutsche Wirtschaft im April erstmals wieder
moderate Einbußen hinnehmen. Dies signalisiert
der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland
Composite Index Produktion, der binnen
Monatsfrist um 1.8 Punkte auf 48.8 nachgab und
damit wieder unter die neutrale Wachstumsmarke von 50 Punkten rutschte. Tiefer hatte der Index
zuletzt im Oktober 2012 notiert.
Der erste Rückgang der Industrieproduktion seit
Jahresbeginn fiel etwas stärker aus als der
Rückgang der Geschäftstätigkeit im Servicesektor.
Dieser schrumpfte erstmals seit fünf Monaten
wieder leicht, so dass der Index Geschäftstätigkeit
auf den tiefsten Wert seit letztem Oktober sank.
Hauptgrund für die rückläufige Wirtschaftsleistung
war das zweite Minus beim Auftragseingang in
Folge. Dass die Auftragsverluste so hoch ausfielen
wie seit Oktober 2012 nicht mehr, lag in erster Linie
am gravierenden Mangel an Neu- und
Folgeaufträgen im Servicesektor. In der Industrie
schlug zwar der stärkste Auftragsrückgang seit
Jahresbeginn zu Buche, der entsprechende Index
notiert aktuell jedoch – anders als im Servicesektor
- über dem entsprechenden Vorjahresdurchschnittswert.
Die Auslandsbestellungen gingen
stärker zurück als in den drei Vormonaten, die
Verluste fielen jedoch niedriger aus als beim
Gesamt-Auftragseingang.
Wegen der Unterauslastung der Kapazitäten
wurden die Auftragsbestände den 22. Monat in
Folge und damit so lange wie nie zuvor in der
zehnjährigen Umfragegeschichte ununterbrochen
abgebaut.
Trotz der Auftragsverluste hielt sich der deutsche
Arbeitsmarkt im April relativ wacker. So legte die
Beschäftigung im Servicesektor leicht zu, während
es in der Industrie nur ganz vereinzelt zu
Entlassungen kam. Überdies blieben die
Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im
Servicesektor optimistisch, wenngleich der Ausblick nicht mehr ganz so positiv ausfiel wie in
den drei Vormonaten.
Erstmals seit über dreieinhalb Jahren ließ der
Inflationsdruck verbreitet nach. So beschleunigte
sich der Rückgang der Einkaufspreise in der
Industrie nicht nur, er fiel sogar so stark aus wie
zuletzt im Juli 2009, während die Kosten im
Servicesektor mit der niedrigsten Rate seit
September 2010 zulegten. Folglich sanken auch
die Verkaufspreise erstmals seit September 2012
wieder, und zwar in beiden Sektoren minimal.
Tim Moore, Senior-Ökonom bei Markit,
kommentiert den aktuellen Markit Flash EMIâ„¢
Deutschland:
“Nachdem die deutsche Wirtschaft schon in den
letzten drei Monaten geschwächelt hat, hat sie im April
erstmals seit Ende 2012 wieder den Rückwärtsgang
eingelegt. Da es beim Neugeschäft sowohl in der
Industrie als auch im Servicesektor im April wieder
stärker bergab gegangen ist als im März, dürfte ein
mögliches BIP-Wachstum auf das erste Quartal 2013
beschränkt bleiben.
Die nachlassende Nachfrage war auf das gedämpfte
Geschäftsklima in der Eurozone zurückzuführen. So
fuhren die Kunden ihre Investitionen wegen der
unsicheren Wachstumsaussichten in Südeuropa
zurück. In der Industrie hätten überdies Lagerabbaubemühungen
niedrigere Produktionsanforderungen
nach sich gezogen, so die Umfrageteilnehmer.
Gleichzeitig sorgten die gedrosselten Einkaufsaktivitäten
und die gedämpfte Nachfrage nach
Vormaterialien für eine weitere Entspannung der
Liefersituation, was die Einkaufspreise in der Industrie
kräftig purzeln ließ. “
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