Wertpapierwissen: Österreicher geben sich ein „Befriedigend“
- Jeder 2. kann den Begriff „Wertpapiere“ nicht einordnen
- Niedrigzinsen: 60 Mrd. Euro warten auf bessere Veranlagung
- Privatanleger: Steigerungsraten bei gemanagter Vermögensverwaltung
Das Investieren in Wertpapiere wird aufgrund niedriger Sparzinsen wieder
zum Thema für die Österreicher. So stieg der Wertpapierbesitz in Österreich
wieder auf fast „vorkrisenhafte“ 18% Lt. FMDS von Gfk, ges. 2012. Mögliche
Ursachen und wie es generell um das Wertpapierwissen der Österreicher
steht, haben sich Erste Bank und Sparkassen mit einer repräsentativen IMAS
Studie in Österreich angesehen.
Wertpapierwissen der Österreicher
Die spontane Bekanntheit was ein Wertpapier ist, liegt hierzulande auf
äußerst niedrigem Niveau. „Österreich ist das Land der Sparbuchsparer, das
ist hinlänglich bekannt. Dass aber fast jeder Zweite kein einziges Beispiel
für ein Wertpapier nennen kann ist schon erstaunlich“, so Peter Bosek,
Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank. Immerhin 48% mussten bei
Wertpapieren an Aktien denken, 20% kamen Anleihen in den Sinn und 18%
Fonds. Alle anderen Wertpapierformen sind spontan kaum noch abrufbar.
„Unsere Aufgabe ist es, diese Wissenslücke zu schließen - und zwar mit
bestmöglicher Beratung und fundierter Wissensvermittlung“, erklärt Bosek.
Nennt man den Befragten verschiedene Wertpapierarten, dann haben so gut wie
alle Österreicher schon einmal von Aktien (97%), die meisten auch von
Anleihen (82%) gehört – auch wenn sie die Begriffe nicht erklären können.
Erklärung der Begriffe fällt schwer
Was steckt hinter dem Begriff? Aktien sind Anteile an einem Unternehmen –
das wussten immerhin 44%. Ganz anders bei Anleihen: Diese werden – wenn
überhaupt – nur mit Staatsanleihen in Verbindung gebracht (13%), fast 6 von
10 Befragten haben aber keine Ahnung was eine Anleihe ist. Das Wort
Investmentfonds haben 30% noch nie in ihrem Leben gehört. Auch beim
Fondsparen haben 45% keine Ahnung was das sein könnte.
Immerhin ist beim Thema Wertpapiere der Bankberater mit 78% die
Informationsquelle Nummer Eins. Verwandte, Nachbarn oder Bekannte die bei
Umfragen zu anderen Themen immer unter den Top 3 liegen, sind hier nur mit
28% wenig bedeutend. Um das Wissen für Sparer weiter zu fördern, bietet die
Erste Bank laufend Seminare für Wertpapiereinsteiger an sowie Webinare zu
Spezialthemen rund um das Thema Veranlagung. Aktuell läuft außerdem unter
www.erstebank.at/finanzbildung<
http://www.erstebank.at/finanzbildung> die
Serie „Auf einen Espresso mit Rainer Münz“ in der grundlegendes
Wirtschaftswissen einfach und anschaulich erklärt wird.
Image von Wertpapieren
Was die eigene Einschätzung zum Thema Wertpapiere betrifft, so sind die
Österreicher ganz offenbar in einer Zwickmühle. Immerhin geben 72% zu, sich
zu wenig auszukennen, gleichzeitig wissen aber 44%, dass es zu einem guten
Anlagemix eigentlich dazu gehört. „Es ist also keine grundsätzliche
Abneigung gegen Wertpapiere, vielmehr sind es die Wissenslücken die die
Leute verunsichern“, so Bosek weiter. Trotzdem stehen 20% Geldanlagen in
Wertpapieren positiv gegenüber, 35% negativ. Die Mehrheit 45% hat zu dem
Thema weder eine schlechte, noch eine besonders gute Meinung. Als
Hauptgrund gegen Wertpapiere wird das hohe Risiko (40%) genannt, die
Befürworter hingegen nennen mit Abstand die höhere Rendite (42%) als
Motivation für diese Art des Sparens.
Niedrigzinsen erfordern „Neudefinition des Begriff Sparens“
Die Leitzinsen der Notenbanken werden in den kommenden Jahren niedrig
bleiben – da sind sich die meisten Experten einig. „Da nützt das ganze
Raunzen nichts. Das Wichtigste ist, dass man sich wirklich gut überlegt,
wie man den Wert des Ersparten langfristig am besten erhalten kann und was
man bereit ist dafür zu tun“, so Thomas Schaufler, Leiter
Wertpapierabteilung Erste Group „Das Thema Sparen wird eine Neudefinition
erfahren. Geldanlage ist mehr als nur ein Sparbuch.“ Aktuell parken die
Österreicher fast 60 Mrd. Euro Sichteinlagen private Haushalte inkl.
Organisationen ohne Erwerbstätigkeit, OeNB, Stand Dez. 2012 als täglich
fällige Einlagen. Wer neben ausreichend liquiden Mitteln am Sparbuch noch
Geld zur Verfügung hat, sollte sich im eigenen Interesse mit Wertpapieren
beschäftigen. Alleine in den ersten Monaten des heurigen Jahres hat sich
das Volumen bei gemanagten Vermögensverwaltungslösungen im Vergleich zum
Vorjahr um knapp 20% gesteigert.
Krisen gut überstehen
Ob die Ölkrise 1973 oder die letzte Finanzkrise 2008 – Anleger, die Ihr
Vermögen breit gestreut hatten, konnten die beste Performance erzielen.
Eine individuelle Vermögensaufteilung minimiert das Gesamtrisiko der
Veranlagung, reduziert die Wertschwankungen und erhöht das langfristige
Erfolgspotenzial. Genau wie die Bedürfnisse jedes Einzelnen (Miete,
Fahrtkosten, Lebensmittel, etc.) sollte auch die Veranlagung sehr divers
ausfallen. Das Thema Risiko spielt dabei immer eine Rolle die es zu
gewichten gilt. 8 von 10 Österreichern geben an, bei Veranlagungen eher
sicherheitsorientiert zu sein, nur 13% sehen sich als risikobewusst. „Aus
diesem Grund ist es besonders wichtig, gemeinsam mit Profis seine eigene
Anlagestrategie durchzudenken um der globalen Niedrigzinspolitik nicht
ausgeliefert zu sein“, meint Schaufler.