|
"profil": StA Klagenfurt eröffnet Finanzstrafverfahren gegen "Gruppe Berlin"
Investoren wie Flick, Sorger und Grasser sollen Gewinne aus "Hypo-Genussschein" zu Unrecht steuerfrei kassiert haben
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die Staatsanwaltschaft
Klagenfurt ein Finanzstrafverfahren gegen eine Reihe prominenter
Persönlichkeiten eröffnet, darunter Ingrid Flick, Veit Sorger und
Karl-Heinz Grasser. Sie waren einst Teil jener Investorengruppe, die
um den Jahreswechsel 2006/2007 Genussscheine der von Tilo Berlin in
Luxemburg aufgesetzten Berlin & Co. Capital s.a.r.l. erworben hatte.
Berlin finanzierte damit teilweise den Einstieg in die Hypo
Alpe-Adria. Wenige Monate später, im Mai 2007, wurde die Übernahme
der Hypo durch die Bayerische Landesbank fixiert, Berlins Gruppe
machte dabei hohe Gewinne. Steuerfrei. Nach damaliger Rechtslage
durften Privatpersonen Erträge aus Wertpapiergeschäften erst nach
Ablauf eines Jahres steuerfrei realisieren. Bei unterjährigen
Verkäufen wären diese einkommensteuerpflichtig gewesen. Berlins
Investoren kassierten ihre Gewinne zwar erst nach Ablauf der
Jahresfrist, nämlich zwischen August und November 2008. Tatsächlich
aber hatte die Bayerische Landesbank den Kaufpreis bereits im Oktober
2007 an Berlin & Co. überwiesen, also noch innerhalb der
Spekulationsfrist. Die Justiz steht nun auf dem Standpunkt, dass die
Investoren bereits ab da "Verfügungsmacht" über den ihnen zustehenden
Gewinn hatten - der tatsächliche Auszahlungspunkt sei aus
steuerrechtlicher Sicht irrelevant. Genau so begründet übrigens auch
das Finanzamt Wien 1/23 einen Teil der 5,4 Millionen Euro schweren
Nachforderung gegenüber Karl-Heinz Grasser. Dessen Steuerberater von
Ernst & Young haben dagegen berufen. Gegen KHG ist in diesem
Zusammenhang auch ein Finanzstrafverfahren bei der Staatsanwaltschaft
Wien anhängig.
|