Neue Geldpolitik in Japan

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Neue Geldpolitik in Japan



Im Produktionssektor der USA hat sich das Wachstum im März verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex fiel von einem beinahe Zweijahreshoch überraschend auf 51,3 Punkte (Februar: 54,9 Punkte), blieb aber über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum von Kontraktion trennt. Der Index für den Dienstleistungssektor verringerte sich ebenfalls, und zwar auf 54,4 Punkte (Februar: 56,0 Punkte). Das Volumen der Auftragseingänge in der US-Industrie ist im Februar um 3,0% M/M (Januar: -1,0% revidiert) angestiegen. Die Arbeitslosenrate lag im Euroraum im Februar bei 12,0% und damit auf einem Rekordwert. Der Wert des Vormonats wurde von 11,9% auf 12,0% nach oben korrigiert. Von den Mitgliedstaaten verzeichneten nach wie vor Österreich (4,8%), Deutschland (5,4%) und Luxemburg (5,5%) die niedrigsten Raten. Die höchsten gab es unverändert in Griechenland (26,4% im Dezember) und Spanien (26,3%). Die Inflationsrate des Euroraums für März wurde von Eurostat in einer ersten Schätzung auf 1,7% (Februar: 1,8%) beziffert. In Zypern wurden nun Details über die Behandlung von Einlagen über 100.000 EUR bei der Bank of Cyprus bekanntgegeben. 37,5% der Einlagen werden in Aktien der umstrukturierten Bank umgewandelt. Weitere 22,5% werden – unverzinst – eingefroren, damit sie für eine unter Umständen notwendige Umwandlung in weitere Aktien zur Verfügung stehen. Die restlichen 40% werden zu Liquiditätszwecken ebenfalls eingefroren, sollen aber verzinst werden. Wann dieser Teil der Einlagen wieder freigegeben wird, wird später entschieden. Kunden der Bank of Cyprus können also bis auf Weiteres über Beträge über 100.000 EUR gar nicht verfügen. Allfällige Kredite werden allerdings von den Einlagen abgezogen, es werden also nur Nettopositionen nach dem beschriebenen Verfahren umgewandelt. Zudem stehen nun auch Details der Kapitalverkehrskontrollen (300 EUR tägliches und 5.000 EUR monatliches Limit für Abhebungen von Privatpersonen, höhere Limits für Firmen, zahlreiche weitere Beschränkungen) fest.

Der geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beließ heute wie erwartet den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 0,75%. Die Bank of Japan hat dagegen erhebliche Neuerungen in ihrer Geldpolitik vorgestellt. Die Zentralbank wird nun direkt die Geldmenge steuern. Anstatt wie bisher der Leitzins (uncollateralized overnight call rate), ist nun das Wachstum der monetären Basis operatives Ziel der Notenbank. Die monetäre Basis soll sich in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Dadurch soll die seit Jahren anhaltende Deflation bekämpft werden. Auf Sicht von zwei Jahren wird eine Inflationsrate von 2% angestrebt. Das Programm zum Kauf von Anleihen wird aufgestockt, monatlich sollen nun fast 60 Milliarden EUR in den Kauf von Anleihen gesteckt werden. Nunmehr darf die Zentralbank japanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 40 Jahren kaufen, die durchschnittliche Laufzeit des Anleihenportfolios soll von knapp drei Jahren auf etwa sieben Jahre mehr als verdoppelt werden. Die Aktienkurse sind in den letzten Tagen, wie von uns erwartet, mehrheitlich etwas gestiegen. Insgesamt hat der ATX in der Berichtsperiode um etwa 0,5% und der DAX um etwa 1,0% zugelegt, während der Dow Jones sich kaum verändert hat. Auch die Anleihenmärkte entwickelten sich im Großen und Ganzen wie von uns erwartet. Die als „sichere Häfen“ geltenden deutschen und US-amerikanischen Anleihenmärkte waren außerordentlich stabil und die deutschen Renditen sind nicht weiter gesunken. Sehr stark entwickelten sich hingegen die Märkte in den Ländern der Eurozonenperipherie, allen voran Spanien und Italien. Die Anleihenmärkte in Slowenien haben sich ebenfalls beruhigt. Nach der Schwächephase in der Vorwoche liegt die Rendite der zehnjährigen slowenischen Benchmarkanleihe wieder bei etwa 6%. In der kommenden Woche rechnen wir mit weiter robusten Aktienmärkten. Auch die Renditen der deutschen und US-Staatsanleihen sollten etwas zulegen.




ATX (Wiener Börse Index) : 5802.14 -0.1% ATX Intraday Chart Börse Wien
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