Konjunktur - Deutschland: Stark gebremster Anstieg der Geschäftstätigkeit im März

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Deutschland: Stark gebremster Anstieg der Geschäftstätigkeit im März



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland(1) bei 50.9 (Februar 54.7)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland(2) bei 50.6 (Februar 53.3)

Die Ergebnisse der März-Umfrage deuten darauf hin, dass die deutschen Dienstleister einen schwierigen Monat zu bewältigen hatten: Die Geschäftstätigkeit nahm nur schleppend zu und die Neuauftragszahlen gingen zum ersten Mal seit November 2012 zurück. Der Druck auf die Gewinnmargen stieg indes weiter an, da die leichte Erhöhung der Angebotspreise die hohe Kosteninflation nicht auszugleichen vermochte. Doch trotz aller Widrigkeiten stockten viele Dienstleistungsunternehmen ihre Belegschaft weiter auf und sehen den nächsten zwölf Monaten im Großen und Ganzen optimistisch entgegen.

Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit sank von 54.7 im Februar auf 50.9 im März ab und notiert derzeit auf dem tiefsten Stand seit vier Monaten. Seit dem 19-Monatshoch im Januar hat sich das Geschäftswachstum somit kontinuierlich verlangsamt, was vor allem auf die verminderte Zahl an Neuaufträgen zurückzuführen ist. Der aktuelle Index weist nur mehr einen geringfügigen Anstieg aus und liegt unter seinem Langzeit-Durchschnittswert von 52.9. Vier der sechs von der Umfrage erfassten Dienstleistungsbereiche verzeichneten im März Zuwächse, ausgenommen hiervon blieben die Bereiche Hotels & Gaststätten und Post & Telekommunikation.

Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint, gab von 53.3 im Februar auf 50.6 im März nach. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit drei Monaten. Damit liegt er auch leicht unter der Vorabschätzung von 51.0 und signalisiert lediglich ein geringes Wachstum der deutschen Privatwirtschaft.

Nach drei Monaten steigender Neuaufträge verzeichneten die Dienstleister im März einen moderaten Rückgang, der jedoch geringer ausfiel als durchschnittlich betrachtet in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Viele der Befragten gehen davon aus, dass das geringe Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung die Ausgabebereitschaft der Geschäfts- und Privatkunden gedämpft hat. Auf privatwirtschaftlicher Ebene verringerte sich der Auftragseingang zum ersten Mal seit Jahresbeginn.

Dies hatte auch zur Folge, dass die Auftragsbestände der Dienstleister leicht abnahmen, jedoch mit der geringsten Schrumpfungsrate seit Mai 2012. Damit hält der Negativtrend bereits seit 13 Monaten an. Auf den Privatsektor umgerechnet ergab sich der geringste Rückgang seit über einem Jahr.

Dessen ungeachtet wurden im Dienstleistungssektor den vierten Monat in Folge neue Stellen geschaffen. Wenngleich sich der Zuwachs nur moderat ausnahm, so war er doch der größte seit August 2012. Als Begründung gaben die Umfrageteilnehmer meist langfristige Expansionspläne, die Hoffnung auf eine Zunahme der Geschäftstätigkeit sowie verstärkte Bemühungen zur Abarbeitung unerledigter Aufträge an. Auf privatwirtschaftlichem Niveau fiel der Beschäftigungszuwachs zwar marginal aus, war aber dennoch höher als in den letzten zwölf Monaten.

Hinsichtlich der Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist gaben sich die Dienstleister wie auch in den vergangenen drei Monaten weiterhin zuversichtlich, das Stimmungsbarometer erreichte sogar den höchsten Stand seit Juni 2011. Die Zahl der Optimisten war dabei mehr als doppelt so hoch wie die der Pessimisten.

Derweil nahm die Kostenlast der Dienstleistungsunternehmen hauptsächlich infolge höherer Lohn- und Nebenkosten sowie Kraftstoffpreise im März robust zu. Außerdem wirkte sich die verstärkte Konkurrenz um neue Aufträge negativ auf die Preismacht der Unternehmen aus, weshalb sie ihre Angebotspreise nur marginal und mit der geringsten Rate seit Jahresbeginn anheben konnten. Bezieht man die Industrie in die Berechnungen mit ein, so ergibt sich für die gesamte deutsche Privatwirtschaft bei den Einkaufspreisen der 40. Anstieg in Folge, der etwas stärker ausfiel als bei den Verkaufspreisen.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Der Anstieg der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor fiel insgesamt schwächer aus als angesichts der Vorabschätzung für März erwartet, wodurch der rasante Dynamikverlust seit Jahresbeginn noch deutlicher ins Auge fällt. Insgesamt ist zwar wahrscheinlich, dass das deutsche BIP im ersten Quartal 2013 leicht anwachsen wird, doch die aus den monatlichen Umfragen errechneten Konjunkturindikatoren zeigen unverkennbar, dass sich Aufwärtstrend in Deutschland wieder stark verlangsamt hat.

Die Hoffnung, die deutsche Wirtschaft möge von der aktuellen Krise im Euroraum unberührt bleiben, wurde zunichte gemacht durch den ersten Rückgang der Neuauftragszahlen seit drei Monaten. Privatunternehmen äußerten sich besorgt über die verringerte Ausgabebereitschaft der Geschäfts- und Privatkunden in Anbetracht der unsicheren Konjunkturaussichten für die Eurozone.

Dennoch rechnen die Unternehmen auf längere Sicht mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Diese beständige Zuversicht ist neben dem zunehmenden Beschäftigungsaufbau bei den Dienstleistern der positivste Aspekt der aktuellen Umfrageergebnisse.”




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