Konjunktur - Deutsche Industrie schaltet im März wieder in den Rückwärtsgang

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Deutsche Industrie schaltet im März wieder in den Rückwärtsgang



- Auftragseingang schrumpft überraschend
- Produktion stagniert
- Einkaufspreise fallen weiter

Nach positiven Anzeichen zu Jahresbeginn bescherten weniger Neuaufträge und eine stagnierende Produktion der Industrie im März erneut Rückgang. Damit zollt nun offensichtlich auch die deutsche Wirtschaft den Turbulenzen in der Eurozone Tribut.

Der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager Index konnte seinen leichten Zugewinn vom Vormonat nicht halten und rutschte mit 49.0 (nach 50.3) wieder unter die Wachstumsschwelle. Der März-Wert ist die schwächste Notierung seit drei Monaten und liegt unter dem Langzeitdurchschnitt von 51.9. Der Index spiegelt das Ergebnis der aktuellen Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen zur Industriekonjunktur in Deutschland in einem Wert wider.

Saldiert ergab sich für die Industrieunternehmen im März eine stagnierende Produktionsleistung. Die aktuelle Lage steht damit im Gegensatz zu den moderaten Zuwächsen in den beiden Vormonaten. Als Grund für die geringere Leistung gaben die Befragten den mangelnden Auftragseingang an. Der Rückgang war der erste seit drei Monaten und nur wenig ausgeprägt.

Neben der geringeren Nachfrage vom Binnenmarkt machte sich auch ein nachlassender Bedarf von den Exportmärkten bemerkbar (noch im Vormonat registrierten die Unternehmen eine positive Tendenz). Grund für die Verschlechterung, so die befragten Manager, seien vor allem die sich wieder verschärfenden Probleme in Südeuropa, die ein eher vorsichtiges Investitionsverhalten zur Folge hatten.

Zumindest teilweise ausgeglichen werden konnten diese Verluste durch die wieder erstarkende Nachfrage aus Asien und Nordamerika.

Trotz der schwächeren Ordersituation erhöhten sich die Arbeitsrückstände in der Industrie, wenn auch nur marginal.

Nach fast einem halben Jahr Personalabbau wurden im März erstmals wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen als verloren gingen. Der Zuwachs war allerdings außerordentlich gering. Firmen, die ihre Belegschaft verstärkten, wiesen dabei oftmals auf geplante, längerfristige Expansionsvorhaben hin oder den Wunsch, die Auftragsbestände weiter abzubauen.

Die Firmen profitieren seit vier Monaten von einem schwächeren Kostendruck, da viele Einkaufspreise anhaltend nach unten verhandelt werden konnten. Höhere Ausgaben für Energie und Treibstoffe wurden dabei durch günstigere Rohmaterialpreise kompensiert.

Gleichzeitig gelang es den Unternehmen erneut, die Verkaufspreise nach oben anzupassen. Allerdings lag die Rate unter der des Langzeitdurchschnitts.

Was ihre Einkaufstätigkeit betraf, ließen die Einkaufsmanager erneut Vorsicht walten. Der Rückgang hierbei war sogar der stärkste seit drei Monaten. Hauptziel war, die Vormaterialbestände zu optimieren. Die Fertigwarenlager fielen gleichfalls. Im Zuge der schwächeren Nachfrage verkürzten sich zudem die Lieferzeiten.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:

“Der finale Einkaufsmanager Index bestätigt die Schnellschätzung des Flash PMI, der bereits auf einen leichten Rückgang der Industriekonjunktur hingewiesen hatte. Verursacht wurde diese Entwicklung vor allem durch wieder schrumpfende Auftragsbücher. Die sich erneut breit machende Unsicherheit vor allem wegen der Lage in Südeuropa hat laut befragten Unternehmen die Investitionsstimmung der Kunden getrübt.

Stagnierende Produktionsvolumina im März stehen nun den dem Wachstum zu Jahresbeginn entgegen. Geschuldet wurde dies neben der nachlassenden Nachfrage auch dem anhaltenden Lagerabbau.

Positive Zeichen kamen hingegen vom Arbeitsmarkt. Längerfristig geplante Einstellungen realisierten die Unternehmen, so dass erstmal seit sechs Monaten wieder ein Nettozuwachs gemessen werden konnte. Gleichzeitig schwächte sich der Kostendruck ab, da die Einkaufspreise erneut nachgaben. ”




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