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Hundstorfer: Langer Winter verzögert Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt
Beschäftigung jedoch auf neuem Rekordwert - Österreich einziges EU-Land mit weniger als fünf Prozent Arbeitslosigkeit
"Die Arbeitslosenzahlen von Ende März sind durch
den ungewöhnlich langen Winter geprägt: es wurden 290.045 Arbeitslose
(+26.271oder +10 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat) und 76.232
AMS-SchulungsteilnehmerInnen (+7.794 oder +11,4 Prozent) gezählt",
berichtet Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der
Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat März. Die
Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt setze witterungsbedingt verhalten
ein: es gibt um 36.000 Arbeitslose weniger als im Februar und um
40.000 Beschäftigte mehr. "Damit steigt trotz Winterwetter die
Aktiv-Beschäftigung um 22.000 gegenüber dem Vorjahresmonat auf den
neuen März-Rekordwert von 3.360.000", so Hundstorfer. EU-weit liegt
Österreich mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent weiterhin an
der Spitze. Österreich ist damit seit 23 Monaten das Land mit der
geringsten Arbeitslosigkeit und seit elf Monaten das einzige Land mit
weniger als fünf Prozent Arbeitslosenquote.
Viele Branchen leiden unter dem kalten und schneereichen Wetter:
die Arbeitslosigkeit am Bau steigt um 27,2 Prozent. Das sind fast
10.000 arbeitslose BauarbeiterInnen mehr als normalerweise um diese
Jahreszeit. Aber auch die Beschäftigung in der Landwirtschaft, im
Gartenbau, bei Bau-und Gartenmärkten und in Teilen der Gastronomie
und des Tourismus leidet unter dem Wetter. Der Wintertourismus freue
sich hingegen über hervorragende Bedingungen: insgesamt bleibt die
Arbeitslosigkeit im Tourismus unverändert. Das erklärt auch das
West-Ostgefälle der Bundesländerdaten. In der Wintertourismushochburg
Tirol sinkt die Arbeitslosigkeit (-0,9 Prozent), während im Süden und
Osten des Bundesgebiets die Arbeitslosigkeit steigt. "Im Laufe des
Aprils sollte sich mit den Wetterkapriolen auch der Arbeitsmarkt
normalisieren", so Hundstorfer.
Fast 60.000 Arbeitslose, das sind mehr als 20 Prozent aller
Arbeitslosen, haben eine Jobzusage und beginnen in den nächsten Tagen
und Wochen zu arbeiten. Die schwache internationale Konjunktur wird
den Arbeitsmarkt aber weiterhin belasten: so sinkt die Zahl der
offenen Stellen um 11,9 Prozent. Die Bauwirtschaft, in der
hauptsächlich Männer beschäftigt sind, trägt zum starken Anstieg der
Arbeitslosigkeit von Männern (+14,1 Prozent) bei. Frauen sind weniger
betroffen (+4,2 Prozent). Wie schon seit mehreren Monaten steigt die
Arbeitslosigkeit bei AusländerInnen (+15,3 Prozent) stärker als bei
österreichischen StaatsbürgerInnen (+8,5 Prozent) und aus
demografischen Gründen wächst die Arbeitslosigkeit der über
50-Jährigen (+12,1 Prozent) kräftiger als bei Jugendlichen (+7,8
Prozent). Der Arbeitsmarkt für Ältere entwickelt sich damit zumindest
gleich gut wie für Jüngere: es gibt zwar um fast 7.500 ältere
Arbeitslose mehr, aber die Zahl der über 50-jährigen Beschäftigten
steigt sogar um 38.000.
Bei den Jugendlichen bis 19 Jahre sinkt die Arbeitslosigkeit um
0,4 Prozent. Bei den Jüngsten, den Lehrstellensuchenden, gibt es eine
gewisse Entspannung: die Zahl der Lehrstellensuchenden sinkt um 4,1
Prozent. "Die Betriebe dürfen aber nicht nachlassen, Junge zu
Fachkräften auszubilden, denn derzeit bieten die Betriebe um 9,6
Prozent weniger Lehrstellen an", schloss Hundstorfer.
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