Konjunktur - Deutschland: Im Januar stärkster Geschäftszuwachs im Dienstleistungssektor seit Juni 2011

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Deutschland: Im Januar stärkster Geschäftszuwachs im Dienstleistungssektor seit Juni 2011



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland(1) bei 55.7 (Dezember 52.0)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland(2) bei 54.4 (Dezember 50.3)

Der Dienstleistungssektor verzeichnete im Januar einen beachtlichen Wachstumsschub: Sowohl das Geschäftsaufkommen als auch die Zahl der Neu- und Folgeaufträge nahmen mit der höchsten Rate seit 19 Monaten zu. Der saisonbereinigte finale Service-Index Geschäftstätigkeit stieg daher von 52.0 im Dezember auf aktuell 55.7 Punkte an. Damit lag er auch den zweiten Monat in Folge im Wachstumsbereich und überschritt sein lang-jähriges Mittel von 52.9 deutlich. Fünf der sechs von der Umfrage untersuchten Dienstleistungsbereiche wurden von dem Aufwärtstrend erfasst, einzige Ausnahme blieb der Bereich Post & Telekommunikation.

Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint, legte kräftig von 50.3 Punkten im Dezember auf 54.4 im Januar zu und signalisierte damit den größten Anstieg seit Juni 2011. Diesen Anstieg verdankt der Privatsektor der gesteigerten Industrieproduktion und besonders auch dem hohen Geschäftsaufkommen bei den Dienstleistungsunternehmen.

Die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor wiederum wurde vor allem von der neuen Fülle an Auftragseingängen angeschoben. Bereits im Dezember hatte sich die Zahl der Neubestellungen nach einer achtmonatigen Rückgangsphase wieder stabilisiert, im Januar konnten die Dienstleister nun einen beträchtlichen Zuwachs verbuchen. Das größte Plus vermeldete der Bereich Transport & Lagerhaltung. Zahlreiche Umfrageteilnehmer berichteten, dass die wieder erstarkte Zuversicht der Kunden und die Hoffnung auf ein baldiges Abflauen der Eurokrise zu einer verstärkten Nachfrage am Jahresanfang geführt hätten. Auch auf privatwirtschaftlicher Ebene konnte, zum ersten Mal seit elf Monaten und nicht zuletzt aufgrund der gesteigerten Industrieleistung, ein Zuwachs verbucht werden.

Bei den Dienstleistern verlangsamten die erhöhten Bestelleingänge auch den Abbau der Auftragsbestände, so dass diese nur mehr mit der geringsten Rate seit Mai 2012 abnahmen. In fünf der sechs Dienstleistungsbereiche verringerten sich die Auftragspolster, ausgenommen hiervon war lediglich der Bereich Hotels & Gaststätten. Auch auf den gesamten Privatsektor umgerechnet ging die Zahl der unerledigten Aufträge zurück, jedoch mit der geringsten Rate seit acht Monaten.

Die Beschäftigtenzahlen im Dienstleistungssektor nahmen im Januar zum dritten Mal innerhalb der letzten vier Monate zu, wenngleich auch nur marginal und weniger stark als im Langzeitdurchschnitt. Dennoch wurde durch die Stellenstreichungen in der Industrie auch für die Privat-wirtschaft insgesamt ein Jobabbau verzeichnet.

Anlass für die zusätzlichen Neueinstellungen waren den Dienstleistern zufolge hauptsächlich der Anlauf neuer Projekte und prognostizierte Nachfragezuwächse für die kommenden zwölf Monate. Insgesamt ist die Zahl der Unternehmen, die mit einer Konjunkturbelebung rechnen, in etwa doppelt so groß wie die Zahl der Skeptiker. Damit schätzen die Dienstleister ihre Geschäftsaussichten so positiv ein wie seit Mai 2012 nicht mehr.

Höhere Energie- und Lohnkosten waren ausschlaggebend dafür, dass die Dienstleister im Januar zum vierten Mal in Folge ihre Angebotspreise anhoben, insbesondere in den Bereichen Hotels & Gaststätten und Transport & Lagerhaltung. Eine Verringerung des Kostendrucks bei den Industrieunternehmen sorgte dafür, dass auf privatwirtschaftlicher Ebene die Kosten langsamer anstiegen als im Dezember, die Angebotspreise nahmen hingegen etwas stärker zu.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die Januar-Umfrage zeigt deutlich, wie stark sich der Abschwung der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn in einen Aufwärtstrend gewandelt hat: Nicht nur setzten die Dienstleister ihren Aufstieg in erhöhtem Tempo fort, auch die Industrieproduktion schwenkte auf einen leichten Wachstumskurs ein. Dadurch ging es mit der Privatwirtschaft so steil bergauf wie seit knapp eineinhalb Jahren nicht mehr. Diese ist nach wie vor eine entscheidende Triebkraft für die gesamteuropäische Entwicklung, deshalb ist auch der neu gefundene Optimismus unter den deutschen Dienstleistern umso ermutigender. Zum ersten Mal seit über einem halben Jahr fielen deren Einschätzungen für die nächsten zwölf Monate überaus positiv aus. Auf privatwirtschaftlicher Ebene wurde zwar noch ein leichter Stellenabbau verzeichnet, doch auch hier sollten die sehr erfreulichen Geschäftsprognosen und der erste Anstieg der Neuaufträge seit elf Monaten der Beschäftigungsentwicklung wieder neuen Schwung verleihen.”




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