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Kräftige Wachstumsbelebung in Deutschland zum Jahresauftakt 2013
Mit dem Jahreswechsel hat die deutsche Wirtschaft
die Trendwende geschafft und ist im Januar so
stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr.
Zu verdanken war dies vor allem der kräftigen
Belebung des Servicesektors, wo die Geschäfte
sogar so gut liefen wie zuletzt im Juni 2011. Und
auch die Industrieproduktion wurde wieder –
wenngleich nur marginal – ausgeweitet.
Mit aktuell 53.6 legte der Markit Flash
Deutschland Composite Index Produktion
gegenüber Dezember um 3.3 Punkte zu und
übertraf damit auch seinen Langzeit-Durchschnittswert
von 52.9. Das robuste Wachstum ist
umso bemerkenswerter, als der Index-Durchschnitt
im Schlussquartal 2012 mit 49.1 noch eine
rückläufige Wirtschaftsleistung signalisiert hatte.
Der Service-Index Geschäftstätigkeit notiert im
Januar zum zweiten Mal hintereinander über der
neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten, der
Index Industrieproduktion landete erstmals seit
März 2012 wieder hauchdünn im positiven Bereich.
Nach zehnmonatigen Verlusten verbuchten die
Unternehmen im Januar zwar nur einen moderaten
Zuwachs beim Auftragseingang, das Plus fiel
jedoch immerhin so hoch aus wie zuletzt im Juni
2011. Und auch in dieser Kategorie gab der
Servicesektor den Ausschlag. Die Industrieunternehmen
verbuchten beim Neugeschäft
hingegen erneut ein Minus, wenngleich die Verluste
so niedrig ausfielen wie nie seit Beginn der
Auftragsflaute vor 19 Monaten. Bei den
Exportbestellungen verringerten sich die Verluste
gegenüber Dezember erheblich. So glich die
anziehende Nachfrage nach Industrieerzeugnissen
‚Made in Germany’ aus Asien bei zahlreichen
Unternehmen die anhaltend rückläufigen
Bestellungen aus Südeuropa teilweise aus.
Trotz der positiven Entwicklung bei Geschäftstätigkeit
und Auftragseingang nahm die
Beschäftigung in der deutschen Wirtschaft im
Januar insgesamt erneut geringfügig ab. Vor allem
in der Industrie wurden per Saldo wieder viele
Stellen gestrichen. Zurückzuführen war dies auch
auf die nach wie vor vorhandenen Überkapazitäten, worauf die rückläufigen Auftragsbestände in der
Industrie und im Servicesektor hindeuten.
Der Kostendruck ließ zum dritten Mal innerhalb
der letzten vier Monate zwar insgesamt nach, die
Entwicklungen in den beiden Sektoren liefen jedoch
weit auseinander. So vermeldeten die Industrieunternehmen
den stärksten Rückgang der
Einkaufspreise seit August 2012, während der
Kostenauftrieb im Servicesektor aufgrund
gestiegener Energie- und Personalkosten ein 10-
Monatshoch erreichte.
Folglich wurden die Verkaufspreise in der Industrie
im Januar erneut reduziert, während die
Angebotspreise im Servicesektor so kräftig
angehoben wurden wie seit Mai 2012 nicht mehr.
Insgesamt legen die Verkaufspreise in der
deutschen Privatwirtschaft nun bereits seit vier
Monaten in relativ moderatem Tempo zu.
Im Servicesektor verbesserten sich die Geschäftsaussichten
binnen Jahresfrist weiter und fielen
so optimistisch aus wie zuletzt im Mai 2012.
Beflügelt wurde die Stimmung von ersten positiven
Signalen für den Konjunkturverlauf in 2013.
Tim Moore, Senior-Ökonom bei Markit,
kommentiert den aktuellen Markit Flash EMIâ„¢
Deutschland:
“Die deutsche Wirtschaft hat im Januar nicht nur einen
deutlichen Zahn zugelegt, die Wachstumsbelebung ist
sogar so kräftig ausgefallen, dass der im
Schlussquartal 2012 erlittene BIP-Rückgang wieder
wettgemacht werden kann. Kräftige Wachstumsimpulse
gingen vor allem vom Servicesektor aus, wo
die Geschäfte wieder so gut liefen wie zuletzt im
Sommer 2011. Und die erste Ausweitung der
Industrieproduktion seit langem verheißt für die
deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten
ebenfalls Gutes.
Das einzige Haar in der Suppe ist der leicht
beschleunigte Jobabbau, der jedoch eindeutig den
enttäuschenden Konjunkturverlauf gegen Ende
vergangenen Jahres widerspiegelt. Sollte sich der
jüngste Aufschwung fortsetzen, dürfte sich auch die
Lage am Arbeitsmarkt wieder bessern.“
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