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ÖSTERREICH: Politiker sollen bei Verurteilung automatisch Job verlieren
Neugebauer plant Verschärfung der Sauberkeitsregeln - auch Geldstrafen für Abgeordnete
Der 2. Nationalratspräsident Fritz Neugebauer (ÖVP) hat
ein Paket für mehr Sauberkeit in der Politik ausgearbeitet, berichtet
ÖSTERREICH (Sonntagausgabe). Am kommenden Freitag, so Neugebauer in
ÖSTERREICH, werde er die Reform der Präsidiale vorlegen:
Rechtskräftig verurteilte Politiker wie Peter Westenthaler oder
Susanne Winter hätten ihr Amt verloren, hätte es diese Regeln damals
schon gegeben. Doch derzeit ist eine unbedingte Haftstrafe von 12
Monaten nötig.
Der Amtsverlust betrifft Vorsatzdelikte, die mit mehr als einem
Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind: Wird ein Politiker zu einer
Haftstrafe verurteilt (egal wie hoch), verliert er den Job
automatisch - wenn das Urteil rechtskräftig wird. Eine noch schärfere
Regelung gibt es, wenn es um Verstöße gegen "Grundwerte der
Republik" (etwa Veruntreuung, Betrug, strafbare Handlungen bei Wahlen
usw.) geht. Hier soll eine rechtskräftige Verurteilung durch ein
Gericht zum Amtsverlust führen, plant Neugebauer. So würde ein
Bürgermeister bei einem Verstoß gegen das Wahlgesetz abgesetzt.
Diese Regeln sollen für alle Polit-Jobs gelten - also Kanzler,
Minister, Parlamentarier, Landeshauptleute, Landesräte,
RH-Präsidenten usw. Eine Abwahlmöglichkeit für den Bundespräsidenten
gibt es bereits. Übrigens: Den 3. Nationalratspräsidenten Martin Graf
könnte man aber auch künftig nicht absetzen. Dies, so Neugebauer,
müsse durch Wähler geschehen.
Das Niveau im Hohen Haus will Neugebauer heben - durch Androhung
einer Geldstrafe. "Gegen Politiker, die dauernd die Grenze des
Anstands überschreiten, soll auch ein Ordnungsgeld bis zu 1.000 Euro
möglich sein." So weit wie in Deutschland, wo Parlamentarier von
Sitzungen ausgeschlossen werden können, will Neugebauer nicht gehen:
"Das wäre ein Problem, es könnte die Mehrheitsverhältnisse im
Nationalrat verändern", sagt er im ÖSTERREICH-Gespräch.
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