EMTS-Kommentar zum 1. Halbjahr 2002
Die EMTS Technologie AG arbeitet konsequent am nachhaltigen Ausbau der führenden Marktposition für „Mobile After Sales Services“ in Europa. Das 2. Quartal 2002 war, hervorgerufen durch die rezessiven Entwicklungen im Telekommunikationssektor, die in diesem Ausmaß nicht vorhersehbar waren, durch stagnierende Auftragseingänge und gleichzeitigen Margendruck geprägt.
Hauptursache dafür ist die verzögerte Einführung neuer mobiler Telekommunikationsprodukte und das rückläufige Wachstum vieler Netzwerkbetreiber, die zu unmittelbaren Auswirkungen auf Unternehmen der Telekombranche geführt haben. Auch das Ende der, durch Mobilfunkunternehmen subventionierten Verkäufe von Mobiltelefonen, zeigte Auswirkungen auf die Kauflust der Kunden.
Das Unternehmen konnte im abgelaufenen zweiten Quartal 2002 folgende Ergebnisse erzielen:
Umsatz: 32,2 Mio. EUR
EBITDA: - 4,7 Mio. EUR
Cash Flow: - 1,5 Mio. EUR
Für das abgelaufene erste Halbjahr 2002 wurden folgende Ergebnisse erzielt:
Umsatz: 71,0 Mio. EUR
EBITDA: - 0,7 Mio. EUR
Cash Flow: - 1,1 Mio. EUR
Die allgemeine Marktsituation, mit einem stark abgeflachten Wachstum an Verkäufen von Neugeräten, führte im abgelaufenen Halbjahr auch zu einer Stagnation der von EMTS servicierten Geräte. Der von den Herstellern darüber hinaus ausgeübte Preisdruck mündete in eine rückläufige Umsatz- und Ertragslage im Periodenvergleich. Lag der Umsatz im Vergleichszeitraum 2001 bei 74,6 Mio. EUR, erreichte EMTS im ersten Halbjahr 2002 einen Umsatz von 71,0 Mio. EUR. Das EBITDA rutschte im ersten Halbjahr 2002 mit –0,7 Mio. EUR leicht ins Minus, gegenüber einem Plus von 11,9 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Am Periodenende liegt der Bestand an liquiden Mitteln der EMTS bei 15,0 Mio. EUR.
Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen großteils durchgeführt
Die jüngsten Entwicklungen haben die EMTS Technologie AG dazu veranlasst, die bereits im 1. Quartal 2002 begonnen Restrukturierungsmaßnahmen fortzusetzen und vor allem in den Ländern Österreich und Schweiz zu intensivieren. Das Management konnte innerhalb kürzester Zeit auf die veränderten Marktbedingungen durch Kapazitätsanpassungen, Personalabbau und nachhaltige Synergieoptimierung reagieren. Insbesondere wurden in der Schweiz die bisher zwei bestehenden Servicefabriken zu einer zusammengelegt. Die Arbeitsabläufe wurden in sämtlichen Bereichen einem Optimierungsprogramm unterzogen, wobei ein weiterer Abbau frei werdender Personalressourcen bis Jahresende auf Basis der Ergebnisse dieser Maßnahmen zu erwarten ist.
Bis zum Jahresende soll der Mitarbeiterstand auf 1.611 reduziert werden, gegenüber einem Personalstand von 1.905 Mitarbeitern per Ende 2001.
Die, im Rahmen der angeführten Optimierungsmaßnahmen, angefallenen Restrukturierungskosten betrugen im 1. Halbjahr 2002 2,3 Mio. EUR. In der zweiten Jahreshälfte werden aus den Restrukturierungsmaßnahmen vergleichsweise geringere Kosten in der Höhe von 1,0 Mio. EUR entstehen. Mit positiven Auswirkungen der durchgeführten Restrukturierungen auf die Ertragskraft wird ab dem vierten Quartal 2002 gerechnet.
Walk-In Centers
Aufbauend auf der erreichten Position als europäischer Marktleader und privilegierter Partner der großen Netzbetreiber und Mobiltelefonhersteller, behält EMTS die strategische Ausrichtung auf Walk-In-Centers bei. Diese bieten dem Endkunden das bestmögliche Service in seiner nahen Umgebung und steigern somit die Zufriedenheit und Kundentreue für Netzwerkbetreiber und Hersteller.
Service Fabriken
Besonderes Augenmerk wurde im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen darauf gelegt, trotz Zusammenlegung einzelner Servicecenter in der Schweiz und dem Abbau der Überkapazitäten, die Servicequalität weiter zu optimieren. Wichtiger Bestandteil dieser Qualitätspolitik bleibt der Betrieb lokaler Service Fabriken. Geographische Nähe, überschaubare Serviceeinheiten und die dadurch erreichte Qualität mündeten beispielsweise im Baltischen Raum in einen starken Zuwachs an Serviceaufträgen.
Ausblick
Auch für das zweite Halbjahr 2002 geht das Management von einem weiter anhaltenden Preisdruck im Servicegeschäft aus. Mit einer Stabilisierung der Servicepreise seitens der Mobiltelefonhersteller sowie mit einem neuerlichen Anstieg der Servicevolumina kann frühestens im ersten Quartal 2003 gerechnet werden. Durch bestehende Kundenverträge und potentielle Neuabschlüsse kann mit einem leichten Anstieg der Reparaturvolumina gerechnet werden. EMTS sieht sich, trotz allgemeiner Unsicherheit im Markt, unvorhersehbaren konjunkturellen Entwicklungen und daraus abzuleitenden Schwankungsbreiten in der eigenen Geschäftsentwicklung, für die kommenden Quartale gut gerüstet und ist daher überzeugt, gestärkt aus dem Konsolidierungsprozess hervorzugehen.