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CEE-Märkte und Aktien: 2013 weiterhin im Aufwärtstrend
- Wirtschaftsabschwung sollte in CEE im 1Q 2013 Tiefpunkt erreichen; BIP-Wachstumsprognose 2013: Polen 2,2%, Slowakei 1,3%, Rumänien 1,1%
- CEE-Aktien: Auf verhaltenen Start im Januar sollte noch im 1Q kräftigerer Aufwärtstrend folgen
- ZEW-Erste Stimmungsindikator verbessert sich für Rumänien
- Starke Empfehlung Russland im kommenden Quartal überzugewichten, da nach der eindrucksvollen Performance der Türkei die vorhandene Liquidität nun neue Anlagemöglichkeiten sucht
2013 werden die CEE-Märkte vor allem von zwei Themen beherrscht, wie Analysten der Erste Group in der heute veröffentlichten jüngsten Ausgabe von "CEE-Märkte und Aktien" betonen. Einerseits wird die Schwäche der Wirtschaft, die bis zur Rezession gehen kann, zunehmend spürbar, wenngleich der Abschwung bereits im Q1 2013 seinen Tiefpunkt erreichen sollte. Andererseits wird sich die Krise der Eurozone nicht massiv verschärfen. Zwar sind die Probleme noch nicht überwunden, und die Talsohle ist noch nicht durchschritten, doch es besteht wenigstens mehr Klarheit darüber, in welcher Phase des Zyklus wir uns befinden. Auf Grundlage dieser beiden Annahmen und dank der kräftigen Unterstützung durch die Zentralbanken konnten die Aktienmärkte von einem allgemeinen Rückgang der Risikoaversion profitieren. Dazu haben auch die üppige Liquidität und die Jagd nach akzeptablen Renditen beigetragen. "Diese Faktoren sollten die CEE-Aktienmärkte auch 2013 stützen, wobei wir für dieses Jahr einen verhaltenen Aufwärtstrend erwarten. Im weiteren Verlauf werden fundamentale Faktoren wie etwa ein stärkeres Gewinnwachstum erforderlich sein, um den Märkten weiteren Auftrieb zu verleihen. Das große Risiko bei diesem Szenario ist natürlich die weitere Entwicklung in den USA, nicht nur in Bezug auf die Stimmung", erklärt Henning Eßkuchen, Head of CEE Equity Research der Erste Group.
CEE-Aktien: Auf verhaltenen Start im Januar sollte noch im 1Q kräftigerer Aufwärtstrend folgen
CEE/SEE hat sich im letzten Quartal des Jahres 2012 durchaus gut entwickelt, zumindest wenn man die Tschechische Republik und Slowenien betrachtet. Serbien hat ein wahres Kursfeuerwerk erlebt, während Kroatien eher die pessimistische Einschätzung der Erste-Analysten bestätigt hat. Auch Polen lag über den Erwartungen, da der Markt wohl stärkere Impulse aus der Lockerung der Geldpolitik erhalten hat. "Wir freuen uns, dass Rumänien, wo wir vor allem Bedenken wegen der Liquidität hatten, sich so gut geschlagen hat. Schließlich hat sich auch die Einstufung der Türkei mit ’deutlich übergewichten’ als definitiv richtig erwiesen, während Russland enttäuscht hat", resümiert Eßkuchen.
Im Allgemeinen erwarten die Analysten nach dem starken Jahresende 2012 für 2013 einen eher gemächlichen Start. Nach einer leichten Konsolidierung könnte sich dann ein deutlicheres Bild für den Wachstumsausblick und eine Grundlage für einen weiteren Anstieg ergeben. "Gewinnmitnahmen und eine moderate Konsolidierung wären unserer Ansicht nach nicht negativ, da die Märkte unserer Meinung nach vor allem von einer Änderung der Risikosicht getrieben wurden. Wir würden speziell gegen Ende des 1Q 2013 einen stärkeren Aufwärtstrend erwarten", erklärt Eßkuchen.
Länderallokation: Starke Empfehlung Russland im kommenden Quartal überzugewichten, da nach der eindrucksvollen Performance der Türkei die vorhandene Liquidität nun neue Anlagemöglichkeiten sucht
"Unsere stärkste Empfehlung ist sicherlich eine Verlagerung von der Türkei hin nach Russland. Rumänien und SEE (insbesondere Serbien) könnten von ihrem Status als Grenzmärkte (Frontier Markets) profitieren, sofern die Gesamtsicht des Risikos eher positiv bleibt. In Bezug auf Polen bleiben wir eher vorsichtig, da die Fundamentaldaten keine starken positiven Argumente liefern. Für Österreich und CEE sind wir nach wie vor vorsichtig optimistisch, erwarten nach der starken Performance im 4Q 2012 aber ebenfalls eine gewisse Konsolidierung", erklärt Eßkuchen.
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