Konjunktur - Abgeschwächte Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft im Dezember

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Abgeschwächte Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft im Dezember. Deutschland verzeichnet wieder Wachstum; Frankreich, Italien und Spanien jedoch weiter tief in der Rezession



Die Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft hat sich im Dezember aufgrund verringerter Produktions- und Auftragseinbußen weiter verlangsamt. Dies zeigt der finale Markit Eurozone Composite Index (PMI ®), der sich gegenüber November um 0.7 Punkte auf 47.2 verbesserte. Trotz dieses Neun-Monatshochs wurde jedoch nicht nur die Vorabschätzung um 0.1 Zähler unterschritten, der Index verharrte damit auch zum elften Mal hintereinander unter der Wachstums-marke von 50 Punkten.

Der Durchschnittswert für das 4. Quartal 2012 liegt mit 46.5 nur leicht über den Werten von Q3 (46.3) und Q2 (46.4). Der Jahresdurchschnitt von 47.2 wurde ebenfalls unterschritten.

Sowohl die Industrieproduktion als auch die Geschäftstätigkeit im Servicesektor blieben im Dezember rückläufig. Dabei schnitt die Industrie erneut schlechter ab, hier wurde die Produktion wegen der Nachfrageflaute in den Binnen- und Exportmärkten den zehnten Monat in Folge zurückgefahren. Im Servicesektor fielen die elften Geschäftseinbußen hintereinander schwächer aus als in den zurückliegenden vier Monaten.

Deutschland schwenkte im Dezember wieder auf Wachstum ein. Hier wurde der Rückgang der Industrieproduktion von gut laufenden Geschäften im Servicesektor überkompensiert. Irland vermeldete kräftiges Wachstum. In Frankreich, Italien und Spanien verlangsamte sich der jeweilige Abwärtstrend immerhin.

Rangliste nach Composite Output Index (Dez):

Irland 54.2 3-Monatstief
Deutschland 50.3 8-Monatshoch
Italien 45.7 11-Monatshoch
Frankreich 44.6 4-Monatshoch
Spanien 43.9 9-Monatshoch

Chris Williamson, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Eurozone Composite Index:

„Die finalen PMI-Daten nähren die Hoffnung, dass sich die Eurozone aus der Rezession herauskämpft. In allen vier großen Ländern erreichten die jeweiligen Indizes die höchsten Werte seit Monaten. In Frankreich, Italien und Spanien verlangsamte sich die Talfahrt, während sich die Lage in Deutschland stabilisierte.

Dessen ungeachtet dürfte die Wirtschaftsleistung in der Eurozone im vierten Quartal stärker geschrumpft sein als im Vorquartal, und auch die Wachstumsunterschiede dürften in nächster Zeit groß bleiben. Immerhin scheint das Schlimmste überstanden zu sein, und im nächsten Jahr ist sogar wieder Wachstum in Sicht.“

Servicesektor und Industrie kombiniert

Die Nachfrageflaute setzte sich im Dezember in beiden Sektoren fort und zog das 17. Gesamt- Auftragsminus in Folge nach sich.

Lediglich Irland verbuchte ein Auftragsplus. In Deutschland und Spanien verringerten sich die Verluste, in Frankreich und Italien vergrößerten sie sich. In Frankreich schlug das höchste Minus seit März 2009, in Italien das höchste Minus seit Juli 2012 zu Buche. Dies dürfte sich in den kommenden Monaten auch in den PMI-Indizes widerspiegeln.

Infolge von Überkapazitäten nahmen die Auftragsbestände ein weiteres Mal zügig ab, der Rückgang fiel jedoch schwächer aus als in den drei Vormonaten.

Auch der Beschäftigungsabbau setzte sich im Dezember in beiden Sektoren fort. Lediglich Irland vermeldete einen kräftigen Jobaufbau. In Deutschland näherte sich die Lage am Arbeitsmarkt der Stabilisierung an, hier wurde der Jobabbau in der Industrie von einem moderaten Beschäftigungszuwachs im Servicesektor kompensiert. In Frankreich, Italien und Spanien setzte sich der Jobabbau in nahezu unvermindertem Tempo fort.

Angesichts der Auftragsflaute blieb der Inflationsdruck gedämpft. So wurden die Verkaufspreise zum neunten Mal hintereinander insgesamt reduziert. Während es im Servicesektor zu Preisnachlässen kam, blieben die Verkaufspreise in der Industrie konstant. Im Quartalsdurchschnitt fiel die Preisreduzierung im vierten Quartal 2012 insgesamt schwächer aus als im Vorquartal.

Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich gegenüber November leicht, und zwar in allen vier großen Eurozone-Ländern. Nach Sektoren fiel die Teuerungsrate im Servicesektor höher aus als in der Industrie.

Servicesektor:

Aufgrund des weiteren Auftragsrückgangs schrumpfte der Eurozone-Servicesektor im Dezember zwar zum elften Mal hintereinander, die Geschäftseinbußen fielen jedoch weniger gravierend aus als in den vier Vormonaten. Dies zeigt der finale Eurozone Service- Index Geschäftstätigkeit, der binnen Monatsfrist um 1.1 Punkte auf 47.8 zulegte und damit die Vorabschätzung bestätigte.

Die Servicesektoren Frankreichs, Italiens und Spaniens vermeldeten im Dezember jeweils einen weiteren Wachstumsrückgang, wenngleich sich die Schrumpfungsraten in Italien und Spanien verringerten. Deutschland verzeichnete erstmals seit Juli wieder Wachstum, und in Irland expandierten die Dienstleister im Dezember den fünften Monat in Folge.

Die Auftragsverluste der Dienstleister fielen im Dezember zwar weniger herb aus als in den zurückliegenden fünf Monaten, das 16. Minus in Folge war jedoch erneut überdurchschnittlich hoch. Frankreich, Italien und Spanien verbuchten jeweils Rückgänge, während Irland ein sattes Plus verzeichnete und auch Deutschland erstmals wieder Zuwächse vermeldete.

Wegen Überkapazitäten wurden die Auftragsbestände ein weiteres Mal abgebaut, und auch die Beschäftigung war insgesamt rückläufig. Zu einem Stellenabbau kam es in Frankreich, Italien und Spanien. Im deutschen Servicesektor legte die Beschäftigung zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Monate zu, womit der Quartalsdurchschnitt für Q4 insgesamt eine Stabilisierung kennzeichnet. Irland vermeldete einen kräftigen Stellenaufbau.

Gestiegene Energie-, Lohn- und Transportkosten sorgten für den stärksten Kostenauftrieb seit neun Monaten. Die Angebotspreise wurden kräftiger reduziert als im Oktober und November. Lediglich in Deutschland legten die Angebotspreise abermals zu.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben im Dezember zwar insgesamt verhalten, sie fielen aber optimistischer aus als in den drei Vormonaten. In Frankreich und Spanien hellte sich der Ausblick auf, in Italien und Irland trübte er sich ein. In Deutschland fiel der Ausblick neutral aus.




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