Konjunktur - Leicht verlangsamte Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft im November

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Leicht verlangsamte Talfahrt der Eurozone-Privatwirtschaft im November



Der Abwärtstrend der Eurozone-Privatwirtschaft hat sich im November leicht abgeschwächt. Darauf deutet der finale Markit Eurozone Composite Index (PMI®) hin, der sich binnen Monatsfrist um 0.8 Punkte auf 46.5 und damit auf den höchsten Wert seit Juli verbesserte. Die Vorabschätzung wurde um 0.7 Zähler übertroffen. Allerdings notiert der Index den 10. Monat in Folge unter der Marke von 50, ab der Wachstum signalisiert wird und kennzeichnet abermals herbe Wachstumseinbußen. Der bisherige Indexdurchschnitt für das vierte Quartal 2012 fällt so schlecht aus wie zuletzt in Q2/2009.

Beide Sektoren waren auch im November von der Nachfrageschwäche in den jeweiligen Binnenmärkten und rückläufigen Handelsströmen innerhalb der Eurozone und auf den Weltmärkten betroffen. Allerdings wurde die Industrieproduktion weniger stark zurückgefahren als in den zurückliegenden sechs Monaten, und die Geschäftseinbußen der Dienstleister schwächten sich gegenüber den beiden Vormonaten ab.

Lediglich in Irland legte die Wirtschaftsleistung im November kräftig zu, hier notiert der Composite-Index aktuell nahe seines 20-Monatshoch von Oktober. Frankreich, Italien und Spanien stecken nach wie vor tief in der Krise, wenngleich sich die Schrumpfungsraten in Frankreich und Spanien abschwächten. Auch in Deutschland verlangsamte sich die Talfahrt, womit das Land wieder deutlich besser abschnitt als die übrigen wirtschaftlich bedeutenden Eurozone-Länder.

Rangliste nach Composite Output Index (Nov):

Irland 55.3 2-Monatstief
Deutschland 49.2 2-Monatshoch
Italien 44.4 3-Monatstief
Frankreich 44.3 3-Monatshoch
Spanien 43.4 3-Monatshoch

Chris Williamson, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Eurozone Composite Index:

„Die Rezession hat sich in der Eurozone im vierten Quartal 2012 allem Anschein nach verschärft. So dürfte das BIP erheblich stärker geschrumpft sein als mit 0.1% im dritten Quartal. Während Frankreich, Spanien und Italien nach wie vor tief in der Krise stecken, vermeldet Deutschland nur einen leichten Wachstumsrückgang.

Überdies deuten einige Anzeichen darauf hin, dass wir den Tiefpunkt der Rezession hinter uns haben. Erfreulich ist zum einen, dass der finale Eurozone Composite PMI höher ausfällt als die Vorabschätzung. Der Servicesektor überraschte mit seiner gegenüber den beiden Vormonaten abgeschwächten Talfahrt ebenso positiv wie die Industrieproduktion, die im November weniger stark zurückging als in den sechs Vormonaten.

Gleichwohl dürfte die Wirtschaftsleistung im Währungsgebiet auch Anfang nächsten Jahres schrumpfen, da viele Länder unter einer schwachen Konsumnachfrage, einem schlechten Geschäfts-klima und dem rückläufigen Welthandel leiden.“

Das 16. Auftragsminus in Folge fiel zwar erneut hoch aus, der entsprechende Index verbesserte sich jedoch auf ein Fünf-Monatshoch und übertraf auch die Vorabschätzung.

Überkapazitäten und Kostensenkungsmaßnahmen waren dafür verantwortlich, dass die Beschäftigung im November zum elften Mal hintereinander und mit weitgehend unvermindertem Tempo sank.

Trotz abgeschwächter Rate vermeldete Spanien den stärksten Jobabbau, in Italien beschleunigte sich der Stellenabbau und fiel so stark aus wie zuletzt vor fast dreieinhalb Jahren. In Frankreich gingen weniger Arbeitsplätze verloren als im Oktober, in Deutschland kam es nur noch vereinzelt zu Entlassungen, und in Irland setzte sich der robuste Beschäftigungsaufbau fort.

Die Auftragsbestände nahmen zum 17. Mal hintereinander ab, beide Sektoren verbuchten hier starke Rückgänge. In den vier wirtschaftlich bedeutendsten Eurozone-Ländern schrumpften die Auftragspolster rasant, lediglich in Irland legten sie zu.

Der Anstieg der Einkaufspreise verlangsamte sich gegenüber den beiden Vormonaten, da sich die Teuerungsraten in beiden Sektoren abschwächten.

Die Verkaufspreise wurden abermals reduziert, im Servicesektor stärker als in der Industrie. Kräftige Preisnachlässe vermeldete Spanien, in Frankreich, Italien und Irland fielen sie nur moderat aus. Im Gegensatz dazu wurden die Verkaufspreise in Deutschland abermals angehoben.

Servicesektor:

Der finale Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit legte gegenüber Oktober um 0.7 Punkte auf 46.7 zu und erreichte damit ein Drei-Monatshoch. Die Vorabschätzung wurde um 1.0 Punkte übertroffen. Bis auf Januar 2012 schrumpft der Sektor damit seit 15 Monaten.

Frankreich, Italien und Spanien steckten im November am tiefsten in der Krise. Doch während sich die Geschäftseinbußen der Dienstleister in Frankreich und Spanien gegenüber den beiden Vormonaten verringerten, beschleunigte sich die Talfahrt in Italien. Irlands Servicesektor setzte seinen soliden Aufschwung fort, und in Deutschland fiel der Geschäftsrückgang nur noch minimal aus.

Der Auftragseingang der Dienstleister verzeichnete im November zwar ein nahezu unvermindert hohes Minus, es fiel jedoch nicht ganz so schlimm aus wie vom entsprechenden Flash signalisiert. Zur Aufrechterhaltung der Geschäftsaktivitäten wurden die Auftragsbestände ein weiteres Mal rasant abgebaut.

Die Beschäftigung wurde insgesamt mit der zweithöchsten Rate seit Beginn der Entlassungswelle vor 11 Monaten reduziert. Italien und Spanien vermeldeten starke Rückgänge, während sich der Jobabbau in Frankreich verlangsamte. In Deutschland wurde die Beschäftigung zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Monate nur leicht reduziert. In Irland stieg die Beschäftigung.

Entgegen der Vorabschätzung, die negative Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist signalisierte, landete der entsprechende Eurozone-Finalindex im positiven Bereich und kennzeichnete eine – wenngleich schwach ausgeprägte – Zuversicht. In Deutschland fiel der Ausblick im November hingegen erneut pessimistisch aus.

Da sich die Teuerungsraten in allen Ländern bis auf Frankreich abschwächten, sank der entsprechende Index Einkaufspreise auf ein Vier-Monatstief. Der scharfe Wettbewerb und die Auftragsflaute sorgten jedoch dafür, dass die Angebotspreise zum zwölften Mal hintereinander reduziert werden mussten. Spanien verzeichnete starke Preisnachlässe, in Frankreich, Italien und Irland fielen sie vergleichsweise moderat aus. In Deutschland konnten die Angebotspreise hingegen den zweiten Monat in Folge erhöht werden.




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