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Nur noch minimale Geschäftseinbußen im deutschen Servicesektor im November
Der deutsche Servicesektor verzeichnete im November nur noch geringfügige Geschäfts-einbußen. Darauf deutet der finale saisonbereinigte Service-Index Geschäftstätigkeit hin, der sich binnen Monatsfrist um 1.3 Punkte auf 49.7 verbesserte und damit nur knapp unter der Marke von 50 Punkten notiert, ab der Wachstum signalisiert wird. Vom Langzeit-Durchschnittswert von 52.9 war der Index jedoch nach wie vor weit entfernt.
Mit Ausnahme der Bereiche Hotels & Gaststätten sowie Transport & Lagerhaltung vermeldeten alle übrigen vier von der Umfrage erfassten Bereiche rückläufige Geschäfte.
Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint, verbesserte sich von 47.7 im Oktober auf aktuell 49.2 und zeigte somit verminderte Rückgänge in der Industrie sowie im Dienstleistungssektor an.
Der Auftragseingang wies zwar den achten Monat in Folge ein Minus aus, die Verluste schwächten sich jedoch zum dritten Mal hintereinander ab und fielen so niedrig aus wie zuletzt im Juni. Die Durststrecke beim Neugeschäft dauert nun schon so lange an wie seit 2008/2009 nicht mehr. Am stärksten von der Auftragsflaute betroffen waren im November die Bereiche Vermittlung von Finanzdienstleistungen sowie sonstige Dienstleistungen. In Verbindung mit der Industrie schwächten sich die Rückgänge bei den Neuaufträgen so deutlich ab wie zuletzt im Juni.
Wegen der anhaltend unbefriedigenden Nachfrage hatten die deutschen Dienstleister auch im Berichtsmonat mit erheblichen Überkapazitäten zu kämpfen und bauten daher die unerledigten Aufträge nicht nur den neunten Monat in Folge, sondern auch wieder stärker ab als im Oktober. Zieht man die Ergebnisse der deutschen Industrie mit hinzu, ergeben sich die 17. Rückgänge beim Auftragsbestand in Folge.
Befürchtungen hinsichtlich einer lahmenden Konjunktur im kommenden Jahr sorgten auch im November für ausgesprochen pessimistische Geschäftsaussichten unter den deutschen Dienstleistern. Der entsprechende Index sank sogar auf dem zweitniedrigsten Wert seit Oktober 2011 ab. Erstmals seit dreieinhalb Jahren fällt der Jahresausblick in allen sechs von der Umfrage erfassten Bereichen wieder negativ aus, wobei im Bereich Vermittlung von Finanzdienstleistungen besonders düstere Erwartungen vorherrschen.
Der rückläufige Auftragseingang und die negativen Geschäftsaussichten zogen zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Monate einen Beschäftigungsrückgang nach sich. Zwar fiel der Jobabbau insgesamt nur marginal aus, der entsprechende Index notiert aktuell jedoch auf dem zweitniedrigsten Wert seit Dezember 2009. Auch in der Industrie gingen die Beschäftigtenzahlen minimal zurück, was insgesamt zum dritten Stellenabbau hintereinander führte.
Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise verlangsamte sich gegenüber den beiden Vormonaten. Verteuert haben sich laut Umfrageteilnehmern vor allem Kraftstoffe und Nahrungsmittel. Die Angebotspreise konnten zum zweiten Mal hintereinander geringfügig angehoben werden, insbesondere im Bereich Transport & Lagerhaltung.
Der Composite-Index Einkaufspreise signalisierte ebenfalls nur noch eine abgeschwächte Inflationsrate. Die Verkaufspreise erhöhten sich hingegen auf gesamtwirtschaftlicher Ebene leicht. Hier kontrastierten Preisnachlässe in der Industrie mit höheren Angebotspreisen im Dienstleistungssektor.
Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:
„Der deutsche Dienstleistungssektor fuhr im November zum vierten Mal in Folge Verluste ein. Die Auftragsflaute und der negative Jahresausblick für 2013 führte zu einem erneuten Personalabbau in der Branche.”
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