Konjunktur - Deutsche Privatwirtschaft stabilisiert sich im September weitgehend

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Deutsche Privatwirtschaft stabilisiert sich im September weitgehend



Der Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion legte im September 2.7 Zähler auf 49.7 zu und notiert damit nur knapp unter der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Höher notiert hatte der Composite- Index zuletzt im April 2012. Sowohl die Industrie als auch der Servicesektor trugen maßgeblich dazu bei, dass sich die deutsche Privatwirtschaft im Berichtsmonat weitgehend stabilisierte: So wurde die Industrieproduktion mit der niedrigsten Rate seit der erstmaligen Einschränkung vor fünf Monaten zurückgefahren, während die Dienstleister ihre Geschäftsaktivitäten erstmals seit Juli wieder leicht steigern konnten.

Dass die deutsche Wirtschaft im September kaum noch schrumpfte, war allerdings auch auf die kräftige Abarbeitung der Auftragsbestände zurückzuführen. Diese nahmen zum 15. Mal hintereinander und so zügig ab wie zuletzt im November 2011. Bei den Dienstleistern wurden die Auftragspolster sogar so stark reduziert wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Die Verluste beim Neugeschäft fielen zwar insgesamt erneut hoch aus, gegenüber den beiden Vormonaten schwächte sich der Rückgang jedoch ab. Mit annähernd gleich hohen Verlusten vermeldeten beide Sektoren weniger gravierende Rückgänge als im August. Überdies verringerte sich das Exportorderminus in der Industrie deutlich, nachdem hier im August noch die höchsten Verluste seit 40 Monaten zu Buche geschlagen hatten.

Trotz der annährenden Stabilisierung der Wirtschaftsleistung und des abgeschwächten Auftragsrückgangs wurden in der deutschen Privatwirtschaft im September in geringem Ausmaß Stellen gestrichen. Der entsprechende Index sank wieder unter die neutrale Wachstumsmarke von 50 Punkten und notiert aktuell auf dem tiefsten Wert seit Januar 2010. Ausschlaggebend hierfür war vor allem der Servicesektor, wo per Saldo so viele Arbeitsplätze abgebaut wurden wie zuletzt im Mai 2009. Wieder verschlechtert hat sich auch der Ausblick der Dienstleister. So fielen deren Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im September so pessimistisch aus wie seit Oktober 2011 nicht mehr.

Wegen der Verteuerung von Kraftstoffen und mineralölbasierter Produkte beschleunigte sich der Preisauftrieb ein weiteres Mal und fiel so stark aus wie zuletzt im April 2012. Bei den Dienstleistern steigen die Kosten nun bereits seit drei Jahren ununterbrochen, in der Industrie legten sie hingegen erstmals seit Mai wieder zu.

Infolge des scharfen Wettbewerbs und des schwachen Konjunkturverlaufs wurden die Verkaufspreise zum dritten Mal hintereinander, allerdings nur marginal reduziert. Ausschlaggebend war auch hier der Servicesektor, wo die Angebotspreise so stark herabgesetzt wurden wie seit August 2010 nicht mehr.

Tim Moore, Senior-Ökonom bei Markit, kommentiert den aktuellen Markit Flash EMI™ Deutschland:

„Die Rückkehr der Dienstleister auf den Wachstumspfad und der verlangsamte Produktionsrückgang in der Industrie haben gleichermaßen dazu beigetragen, dass sich die deutsche Privatwirtschaft im September weitgehend stabilisiert hat. Dass dies jedoch in erster Linie auf die Abarbeitung der Auftragsbestände anstatt auf einen Zuwachs beim Auftragseingang zurückzuführen war zeigt allerdings, dass die Entwicklung auf tönernen Füßen steht.

Im Servicesektor zog der Mangel an Neu- und Folgeaufträgen und die massiv verschlechterten Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist den stärksten Jobabbau seit Mai 2009 nach sich.“




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