|
Industrie: Budgetkonsolidierung stützt Wirtschaftswachstum
IV-GS Neumayer: Unternehmen bringen außergewöhnliche Leistung trotz schwieriger Rahmenbedingungen - Politik muss weiter Hausaufgaben machen
"Die aktuellen Konjunkturdaten Österreichs
bestätigen einmal mehr, dass ein konsequenter Konsolidierungskurs
auch das Wirtschaftswachstum stützt", erklärte der Generalsekretär
der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer,
anlässlich der heute, Freitag, veröffentlichten Zahlen der
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). "Die deutlich positiveren
Wachstumsaussichten für 2012 bestätigen auch den grundsätzlich
richtigen Konsolidierungskurs in Österreich: Kluges Sparen schafft
Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes und kann in
weiterer Folge zu einer höheren Investitionstätigkeit führen. Im
Umkehrschluss zeigen auch die heutigen Wirtschaftsdaten einmal mehr
klar, dass die europäische Staatsschuldenkrise den Ausblick dämpft.
Dieser Entwicklung muss dringend mit umfassenden weiteren
Strukturreformen entgegengewirkt werden", so Neumayer.
Der IV-Generalsekretär verwies darauf, dass die österreichische
Industrie rund zwei Drittel des Wirtschaftswachstums seit der Krise
in den Jahren 2008 und 2009 getragen habe. "Das damit verbundene
Steueraufkommen seitens der Betriebe ist ein budgetärer Beitrag zum
Gemeinwesen, der mehr als beträchtlich ist. Im Gegenzug müssen
nationale wie europäische Politik ihre Hausaufgaben weiter machen."
Klar sei aber auch, dass die weiterhin bestehenden Konjunkturrisiken
in Europa das Vorantreiben von Strukturreformen dringend erforderlich
machten. "Wir müssen endlich die strukturellen Problembereiche
angehen, um die Schulden nachhaltig zurückzufahren und in die Zukunft
- Bildung, Forschung & Entwicklung sowie Infrastruktur - investieren
zu können", so Neumayer. Insbesondere die Verschlechterung der
Standortattraktivität Österreichs in internationalen Rankings habe
den Handlungsbedarf für weitere strukturelle Veränderungen deutlich
gemacht.Â
Glaubwürdige Pensionsreformen erhöhen Potenzialwachstum
"Intelligentes Sparen und Wirtschaftswachstum stehen nicht im
Widerspruch zueinander. Es geht um Sparen UND Wachsen", betonte der
IV-Generalsekretär. Insbesondere das Fehlen von durchgreifenden
Reformen im Pensionsbereich wirke immer mehr als Wachstumsbremse,
betonte Neumayer. Der jüngste "Ageing-Report" der Europäischen Union
zeige, dass Österreichs Potenzialwachstum aufgrund der fehlenden
Pensionsreformen in den kommenden zehn Jahren auf nur noch 1,3
Prozent sinken werde. Je höher das Potenzialwachstum, desto geringer
sei jedoch die Rezessionswahrscheinlichkeit bei einem neuerlichen
Konjunkturabschwung, so Neumayer. "Zum besseren Schutz vor einer
künftigen Rezession ist die Stärkung des Potenzialwachstums und damit
ein Umdenken in den Bereichen Pensionen, Bildung, Verwaltung und
Gesundheit zwingend erforderlich", so Neumayer.
|