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Öffentliches Defizit 2011 bei 2,6%, öffentlicher Schuldenstand bei 72,2% des BIP
Die Staatshaushalte sind im Jahr 2011 von einer Reduktion des Defizites bei
leicht gestiegenem Schuldenstand gekennzeichnet. Vorläufigen Daten für das Berichtsjahr 2011
zeigen laut Statistik Austria im Vergleich zum Jahr 2010 stark gestiegene Staatseinnahmen von
insgesamt 144,3 Mrd. Euro (+4,7% zu 2010). Die Staatsausgaben stiegen ebenfalls, jedoch weitaus
geringer als die Einnahmen, um 1,0% auf 152 Mrd. Euro, sodass sich ein Defizit von 2,6% des BIP bzw.
7,8 Mrd. Euro für das Jahr 2011 ergibt (2010: 4,5% bzw. 12,9 Mrd. Euro). Der Schuldenstand betrug
mit Ende des Jahres 2011 217,4 Mrd. Euro bzw. 72,2% des BIP (2010: 205,7 Mrd. Euro bzw. 71,9%).
Steuereinnahmen steigen kräftig an
Die Staatseinnahmen 2011 in Höhe von insgesamt 144,3 Mrd. Euro stiegen im Vergleich zum Jahr
2010 um 6,5 Mrd. Euro oder 4,7% an. Gut 91% der Staatseinnahmen stammten aus Steuern und
Sozialbeiträgen, die 2011 in Summe rund 131,3 Mrd. Euro ausmachten (Veränderungsrate gegenüber
dem Vorjahr 5,1% bzw. 6,4 Mrd. Euro). Bei den Produktions- und Importabgaben (darin enthalten ist
die Mehrwertsteuer) lag die Steigerungsrate 2011 mit 4,0% wieder höher als 2010 (2,6%), allerdings
nach wie vor etwas niedriger als 2008 (4,4%). Die Einnahmen aus Einkommen- und
Vermögenssteuern, die im Jahr 2009 aufgrund stark gesunkener Einnahmen aus der Lohn-,
Körperschaft-, Kapitalertragssteuer sowie Kapitalertragssteuer auf Zinsen um -11,1% zurückgingen,
stiegen nach 3,6% 2010 im Jahr 2011 deutlich um 7,1% an. Darüber hinaus traten 2011 mit der
Flugabgabe (59 Mio. Euro) und der Stabilitätsabgabe von Kreditinstituten (510 Mio. Euro) zwei neue
Abgaben in Kraft.
Geringe Steigerung der Staatsausgaben gegenüber 2010
Die Staatsausgaben stiegen im Jahr 2011 um 1,0% od. 1,4 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr an. Der
geringe Anstieg ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass einzelne Ausgabenströme wie bspw.
der Zuschuss aus dem Besserungsschein für die KA-Finanz AG („Bad Bank“) i.H.v. 1 Mrd. Euro im Jahr
2011 wegfielen. 49% der Ausgaben des Staates entfielen auf Sozialausgaben, die 2011 eine
Steigerung von 2,0% gegenüber dem Vorjahr auswiesen. Die nächstgrößeren Positionen sind mit
einigem Abstand der Personalaufwand mit 19% der Staatsausgaben (Steigerung 1,3% bzw. rd.
400 Mio. Euro) und Förderungen mit 17% der Staatsausgaben (Rückgang 1,3% bzw. rund 300 Mio.
Euro).
Geringeres Maastricht Defizit als 2010 auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene
Sämtliche Verwaltungsebenen konnten ihr Maastricht-Defizit im Jahr 2011 teils deutlich verringern.
Die Bundesebene – Gebietskörperschaft, Bundeskammern und sonstige Bundeseinheiten – erzielte
ein Maastricht-Defizit von rund 7,1 Mrd. Euro und lag somit um rund 2,8 Mrd. Euro unter dem
Vorjahresergebnis von 9,9 Mrd. Euro Maastricht-Defizit. Die Landesebene – Gebietskörperschaft,
Landeskammern und sonstige Landeseinheiten – erzielte ein Maastricht-Defizit von 0,9 Mrd. Euro,
was einen Rückgang um 1,3 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Gemeindeebene
einschließlich Wien verzeichnete 2011 ein Maastricht-Defizit von rund 90 Mio. Euro, das ist rund
1,1 Mrd. Euro niedriger als im Jahr zuvor.
Schuldenstand
Die Staatsverschuldung betrug mit 31.12.2011 217,4 Mrd. Euro oder 72,2 % des
Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 11,7 Mrd. Euro über dem
Vorjahreswert, was einer Steigerung der BIP-Quote von 0,3 Prozentpunkten entspricht.
178,8 Mrd. Euro entfielen im Jahr 2011 auf Anleihen und 38,6 Mrd. Euro auf Kredite.
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