CyberTron - Erste Bank sieht Insolvenzgefahr - Einstufung auf Verkauf gesenkt

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Erste Bank sieht Insolvenzgefahr - Einstufung auf Verkauf gesenkt

· Abrechnungsdifferenzen zwischen der Telekom Austria (TA) und CyberTron könnten zu einem Liquiditätsengpass führen.
· Per Ende März 2002 betrug der Stand an liquiden Mitteln EUR 3,4 Mio. Der Netto- Geldfluss aus der Betriebstätigkeit im 1Q02 betrug EUR –1,7 Mio. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen EUR 17,3 Mio.
· Das Eigenkapital wurde per Ende März mit EUR 11,8 Mio. angegeben. Für das Gesamtjahr schätzen wir einen Verlust von EUR 13 Mio. Damit ergäbe sich eine Unterdeckung von rund EUR 1,2 Mio.
· Aufgrund der Unsicherheit in Verbindung mit dem Ausgang der laufenden Gespräche von CyberTron mit TA und des daraus resultierenden möglichen Liquiditätsengpasses ändern wir unsere Einschätzung von Neutral auf Verkauf (Sell).

Aufgrund von Abrechnungsdifferenzen zwischen der TA und CyberTron kam es am 18. Juni 2002 durch eine Einschränkung der von der TA zur Verfügung gestellten Verbindungsleitungen zu einer teilweisen Beeinträchtigung im Telefonverkehr für CyberTron Kunden. Nach einer kurzfristigen Aussprache sind aber beide Unternehmen übereingekommen, eine rasche Klärung der Situation am Verhandlungsweg zu erzielen und die Leitungen für CyberTron-Kunden in der Zwischenzeit wieder freizuschalten.

In einem Gespräch mit dem Management von CyberTron wurde uns erläutert, dass es sich bei der Beanstandung der TA um keine aktuellen Forderungen aus Interconnection (Zusammenschaltungsentgelt zwischen CyberTron Telekom AG und dem Netz der TA) handelt. Dieses kommt auch in den zuletzt vorgelegten Zahlen zum Ausdruck: CyberTron berichtet seit September 2001 ein positives EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Die Materialkosten, die zum Großteil eben aus dieser Interconnection bestehen, werden somit verdient. Zuletzt wurde ein EBITDA in Höhe von EUR 530tsd (bereinigt um Endkonsolidierung) für das 1. Quartal 2002 ausgewiesen. Im Gegensatz zu vielen vergleichbaren europäischen alternativen Telekom Betreibern verdient CyberTron alle Kosten, die durch den Geschäftsbetrieb anfallen.

In den laufenden Gesprächen zwischen CyberTron und TA könnte es vor allem um die Zuordenbarkeit der Forderungen gehen. Knackpunkt dürften die Rückzahlungsmodalitäten von Altlasten aus der M.I.T. – Übernahme von 1999 sein. Insbesondere könnten die in der Vergangenheit erstellen und lt. CyberTron auch bisher eingehaltenen Zahlungspläne Streitpunkt mit der TA sein. Zur Höhe der diskutierten Ausstände der CyberTron an die TA wollten weder CyberTron noch die TA Auskunft geben. Wir gehen davon aus, dass die strittigen Punkte im Verhandlungsweg geklärt werden, können aber nicht ausschließen, dass die TA aufgrund dieser Aktion CyberTron in ernste Liquiditätsschwierigkeiten und damit in Insolvenzgefahr bringt. Sollte eine rasche Lösung im Sinne von CyberTron gefunden werden, dürfte sich kurzfristig eine deutlich positive Kursreaktion ergeben. Da wir das Risiko der Aktie aufgrund der doch gegebenen Insolvenzgefahr jedoch als sehr hoch ansehen, ändern wir unsere Einstufung von Neutral auf Verkauf.




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