Ergebnisse 1. Quartal 2010: Erholung in unsicherem Umfeld
Nach der Rezession in den Industriestaaten im Großteil des abgelaufenen Jahres war in den
vergangenen Monaten in Europa eine leichte Verbesserung der Wirtschaftsdaten festzustellen. Die
künftige Entwicklung wird nach Ansicht von Wirtschaftsforschungsinstituten auch weiterhin von hohen
Unsicherheiten geprägt sein. Nachdem das letzte Jahr in der Constantia Packaging Gruppe stark von
konsequenten Kostensenkungsprogrammen geprägt war, überwiegen mittlerweile in allen Bereichen
kontinuierliche Produktivitätsverbesserungsprogramme.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum schwierigen ersten Quartal des Vorjahres wieder um 8 % von
€ 432,6 Mio. in 2009 auf € 466,6 Mio. in den ersten drei Monaten 2010. Das EBITDA lag mit € 70,7 Mio.
um 5 % über dem der Vorjahresperiode von € 67,2 Mio. Das EBIT belief sich im ersten Quartal 2010 auf
€ 43,0 Mio. und lag damit um 11 % höher als im Vorjahr mit € 38,6 Mio. Das Net Income betrug im ersten
Quartal 2010 € 25,1 Mio. nach € 17,5 Mio. in der Vorjahresperiode.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit fiel im Quartalsvergleich um 38 % von € 93,4 Mio. in 2009
auf € 57,5 Mio. zu Ende des ersten Quartals 2010 wegen des gestiegenen Working Capitals, im
wesentlichen bedingt durch den gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich höheren Aluminium- und
Papierpreis. Das Eigenkapital zum Ende des ersten Quartals betrug € 752,1 Mio. (nach € 718,3 Mio. zum
Ultimo 2009), dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 40,8 % (nach 40,4 % Ende 2009). Die
Nettofinanzverbindlichkeiten per Ende März 2010 lagen mit € 389,2 Mio. um 7 % niedriger als zum Ultimo
2009 mit € 419,5 Mio., der Verschuldungsgrad (Gearing) sank von 58,4 % zu Ende 2009 auf 51,8 % in
den ersten drei Monaten des Jahres 2010.
Im Segment Aluminium hielt die bereits im vierten Quartal 2009 spürbare Erholung der Nachfrage auch in
den ersten drei Monaten des laufenden Jahres an. Damit ist auch der Umsatz ausgehend von einem sehr
niedrigen Niveau in der Vorjahresperiode von € 128,4 Mio. auf € 168,6 Mio. um 31 % gestiegen.
Einflussfaktoren waren zu über 40 % der gestiegene Aluminiumpreis, der Rest Mengen-, Produktmix- und
Preiseffekte bei Guss- und Walzprodukten. Das EBITDA im ersten Quartal 2010 lag bei € 31,1 Mio., 19 %
über dem Vergleichswert des Vorjahres von € 26,1 Mio. Das EBIT betrug € 19,9 Mio. nach € 14,6 Mio. (+36 %). Aufgrund der steigenden Auslastung konnte in Bereichen am Standort Ranshofen, in denen
noch kurz gearbeitet wurde, diese mit Ende Januar beendet werden.
Die Umsatzerlöse im Segment Wellpappe stiegen im ersten Quartal 2010 um 4 % von € 63,6 Mio. in der
sehr schwierigen Vorjahresperiode auf € 65,9 Mio., der Rückgang im EBITDA von € 8,8 Mio. auf € 7,3 ist
im wesentlichen auf höhere Materialkosten zurückzuführen. Das EBIT sank von € 4,3 Mio. in der
Vorperiode auf € 2,8 Mio. (- 35%) im ersten Quartal 2010. Angesichts der herausfordernden Bedingungen
auf den Beschaffungs- und Produktmärkten reduzierten sich die Margen, auf 11,1 % in der EBITDAMarge
und auf 4,3 % in der EBIT-Marge. Dem anhaltend starken Wettbewerbsdruck wird durch
Optimierung der Produkt- und Kundenstruktur sowie Produktionssteigerungen bei höherwertigen
Produkten begegnet.
Der Umsatz des Segments Flexible Verpackung ging im Quartalsvergleich um 3 % von € 253,9 Mio. auf
€ 246,8 Mio. zurück. Bereinigt um die verkauften Firmen Danapak Dänemark und AVI Deutschland ergibt
sich eine Umsatzsteigerung von 4 %. Das EBITDA konnte um 4 % von € 33,8 Mio. in 2009 auf € 35,1
Mio. im ersten Quartal 2010 gesteigert werden, das EBIT um 9 % von € 21,4 Mio. auf € 23,2 Mio. Die
Margen lagen bei 14,2 % EBITDA-Marge und 9,4 % EBIT-Marge. Für die nächsten Monate wird eine
fortgesetzte, langsame Markterholung erwartet.
Bedingung für Übernahmeangebot der OEP nicht eingetreten
Das von One Equity Partners (OEP) über die Sulipo Beteiligungsverwaltungs GmbH (Sulipo) am 20.
Januar 2010 an die Aktionäre der Constantia Packaging AG (CPAG) gelegte, freiwillige
Übernahmeangebot ist nicht zur Ausführung gekommen. Das Angebot war an die aufschiebende
Bedingung geknüpft, dass bis zum 1. April 2010 Vergleiche zwischen der Constantia Packaging BV
(CPBV) als Mehrheitsaktionärin der CPAG einerseits und der Immoeast AG und der Fries-Gruppe
andererseits abgeschlossen werden. Diese Vergleiche wurden bisher nicht abgeschlossen, die
aufschiebende Bedingung ist daher nicht eingetreten.
Der Aktienkaufvertrag zwischen Sulipo und CPBV vom 12. Oktober 2009 über den Erwerb von 90,79 %
von CPAG-Aktien durch Sulipo bleibt davon unberührt. Die CPAG geht davon aus, dass die oben
angeführten Vergleiche im zweiten Quartal 2010 zustande kommen, und im Anschluss das Closing des
Kaufvertrages erfolgt.
Übernahmeangebot für kroatische Belišce d.d.
Die Duropack AG, welche zu 100 % zur Constantia Packaging AG gehört, ist seit zwei Jahren mit 24,7 %
am kroatischen Papier- und Wellpappehersteller Belišce d.d. beteiligt. Mit dem Abschluss eines
Kaufvertrages über den Erwerb von weiteren Aktien am 24. Februar 2010 wurde die 25%-Grenze für ein
Pflichtübernahmeangebot überschritten. Am 19. April 2010 veröffentlichte daher Duropack ein
Übernahmeangebot für alle übrigen Stimmrechtsaktien von Belišce d.d. und deren Tochterunternehmen
Bilokalnik-IPA d.d. und Unijapapir d.d. nach Genehmigung durch die kroatische Übernahmebehörde.
Den Aktionären von Belišce d.d. werden HRK (kroatische Kuna) 500 (circa € 68,5) je Aktie , den
Aktionären von Bilokalnik und Unijapapir werden HRK 90 (circa € 12,3) bzw. HRK 1.690 (circa € 231,5) je
Aktie in bar angeboten. Die Annahmefrist für die Übernahmeangebote beginnt am 22. April 2010 und
dauert 28 Kalendertage bis einschließlich 19. Mai 2010.
Belišce d.d. ist ein Unternehmen in der Papier- und Wellpappeindustrie in Südosteuropa mit zehn
Produktionsstätten in Kroatien, Slowenien, Serbien und Mazedonien. Belišce ist seit 2003 an der Börse
Zagreb gelistet. 2009 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von HRK 924 Mio. (circa € 125,8 Mio.) und
ein Net Income nach Minderheitenanteilen von HRK 2 Mio. (circa € 0,4 Mio.).
Ausblick
Das Jahr 2010 wird nach Ansicht der Wirtschaftsforschungsinstitute weiterhin von erheblichen
budgetären Problemen der Industriestaaten und einem flauen Konjunkturverlauf mit hohen Volatilitäten
geprägt sein. Vor diesem Hintergrund werden die Produktivitätsverbesserungs-Programme in allen
Bereichen der Gruppe sowie das kontinuierliche Portfoliomanagement fortgesetzt. Für das Jahr 2010 sind
wir betreffend die Umsatz- und Ergebnisentwicklung zurückhaltend optimistisch.