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FORMAT: Spitzel-Affäre in der Meinl-Bank
Geheimdossiers über Meinl-Kritiker sichergestellt
Die Affäre Meinl ist um eine Facette reicher: Im
Rahmen der vorwöchigen Hausdurchsuchung in der Meinl Bank stellte die
Wiener Kriminalpolizei Geheimdossiers über Meinl-kritische Personen
sicher. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT exklusiv in
seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.
Konkret existiert ein vertrauliches Dossier über den
Gerichtssachverständigen Thomas Havranek. Der 39-jährige Wiener wurde
bekanntlich vom Gericht beauftragt ein Gutachten in der Strafsache
gegen Julius Meinl V. - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - zu
erstellen. Darin soll er laut FORMAT die Verwicklungen zwischen der
börsenotierten Meinl European Land (MEL, heute: Atrium Real Estate),
der Meinl Bank und Clanchef Julius Meinl prüfen.
In der Meinl Bank wird die Existenz eines Havranek-Dossiers
grundsätzlich bestätigt. "Nachdem mehrere Medien geschrieben haben,
dass der Sachverständige Thomas Havranek als ‚Meinl-kritisch’ gilt,
wurde in öffentlich zugänglichen Datenbanken und Medienarchiven
recherchiert, ob sich Hinweise auf diese Haltung finden", heißt es
von Seiten der Bank. Denn ein Sachverständiger müsse unvoreingenommen
und unbefangen sein. Der Vorwurf der Bespitzelung wird gegenüber
FORMAT ausdrücklich zurückgewiesen: "Derartige Recherchen gehören zur
professionellen Verfahrensvorbereitung. Selbstverständlich hat
niemals eine Observierung oder Ähnliches stattgefunden."
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