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ÖSTERREICH: Budgetdefizit könnte auf 3,5 Prozent des BIP steigen
Budgetexperte Gerhard Lehner rechnet mit massiven
Steuerausfällen
Finanzminister Josef Pröll ging zuletzt von einem
Budgetdefizit von 2,6 Prozent des BIP aus. Doch es könnte schlimmer
kommen: Budgetexperte Gerhard Lehner rechnet im Gespräch mit der
Tageszeitung ÖSTERREICH (Montag-Ausgabe), dass das gesamtstaatliche
Defizit heuer auf 3,5 Prozent des BIP ansteigen und damit über der
berühmten Maastrichtgrenze von drei Prozent liegen könnte. Auch wenn
die Steuereinnahmen im Jänner 2009 laut Lehner noch vier Prozent
über dem Vorjahr gelegen seien, rechnet er mit einem massiven
Einbruch, konkret bei der Körperschafts- und bei der
Kapitalertragssteuer. Lehner: "Die Unternehmen werden ihre
Steuervorauszahlungen absenken - und bei der KeSt kommen fallende
Zinsen und Dividenden voll zum tragen."
Könnte das Defizit heuer auf 3,5 Prozent steigen, so erwartet
Lehner für das Jahr 2010 gleich vier Prozent. Der Wirtschaftsforscher
sieht die Situation allerdings gelassen: "Selbst EU-Finanzkommissar
Joaquin Almunia hat gesagt, dass angesichts der Wirtschaftskrise ein
höheres Defizit zulässig ist - wir sind mit unseren 3,5 Prozent
EU-weit gesehen ohnehin noch gut dran."
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